Das Ende des Zeitalters billiger Energie (von welchem nur eine Minderheit auf diesem Planeten profitiert hat) ist in Sicht, dazu kommen - sehr wahrscheinlich - klimatische Veränderungen, welche weltweit unsere heutigen Lebensgrundlagen in Frage stellen. Heute sind wir in immer stärkerem Mass damit beschäftigt, "grünen" Ersatz zu finden: biologischer Landbau statt konventioneller, biologische Lebensmittel statt Industrienahrung, erneurbare Energiequellen statt Kohle- und Atomkraftwerke, biologische Textilien usw.
Wir leben immer noch in der Illusion, dass wir unseren Lebensstandard werden halten können. Dabei hat gerade begonnen, was als der "lange Ernstfall" (The Long Emergency. Auch ein Buch von James Howard Kunstler.) bezeichnet wird: keine Alternative wird das Erdöl komplett ersetzen können. Landwirtschaftlicher Anbau, Transport und Energie-/Stromproduktion werden immer teurer, was letzlich zu Nahrungsmittel-Knappheit führt. Was wiederum massive Verwerfungen in den westlichen Gesellschaften zur Folge haben wird, weil sie grösstenenteils strukturell unfähig sind, in angemessener Weise auf diese Veränderungen zu reagieren.
Aber wir können uns bereits heute auf diese Veränderungen einstellen. Nicht nur in den einzelnen Haushalten, sondern vor allem auch auf Ebene lokale Gemeinschaften - Dörfern, Kommunen, Gemeinden, Städten - und überregionalen Verbänden von diesen. Dafür brauchen wir ganzheitliche Ansätze, wie sie zum Beispiel Permakultur beinhaltet (wobei Permakultur ein Imageproblem hat). Ein anderer Ansatz, welcher gerade massiv Momentum gewinnt, ist die Transition-"Bewegung", welche Gemeinde und Städte auf die postfossile, relokalisierte Wirtschaft vorbereiten möchte. Neustart Schweiz dagegen ist eine Diskussionsbasis für notwendige neue Formen des Wohnens und der Art, wie wir uns als menschliche Gemeinschaften organisieren.
Die Frage ist, ob wir genug Zeit haben, um uns soweit vorzubereiten, dass wir nicht im Choas versinken. Aber diesbezüglich halte ich es mit Sharon Astyk:
All that matters is that the work gets done, as well as possible, that the floods are as small as we can make them, and that the suffering is as little as possible.
Ob Permakultur und Transition die momentan einzigen Optionen sind, wird gerade intensiv bei ihr (Permaculture Future? Part I und Part II) sowie Rob Hopkins, dem Gründer der Transition Towns-Bewegung, diskutiert. Diskussionen und Auseinandersetzungen übrigens, welche ich - überhaupt und auf diesem Niveau - in der deutschen Blogszene komplett vermisse ... und noch eine Leseempfehlung (aus dem englischsprachigen Raum) nebst den beiden erwähnten Blogs von Shanon (Casaubon’s Book) und Rob (Transition Culture): The Archdruid Report sowie Cluborlov mit der fantastischen Präsentation "Definancialisation, Deglobalisation, Relocalisation".