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Extensive Bienenhaltung

Könnte man sagen, dass eine wesentliche Wurzel des Übels, in welchem wir uns heute befinden, Intensivierung ist? Irgendwie liegt es in der Natur der Menschen, unsere Tätigkeiten durch Erfindungen und Innovation ständig zu verbessern. Aber Verbesserung nach welchen Massstäben? Häufig handelt es sich um die Maximierung des Outputs. Je mehr wir kriegen für den gleichen oder verminderten Aufwand, welchen wir reinstecken, desto besser.

Enger Horizont
Unser Problem ist, dass wir dabei einen so engen Betrachtungsrahmen haben, dass wir früher oder später jemandem oder etwas schaden. Wir sind - ohne ein entsprechendes Bewusstsein - nicht in der Lage, über einen kurzen zeitlichen Horizont und dem, was wir mit unseren Sinnen unmittelbar erfahren können, hinauszudenken. Und dem entsprechend zu handeln. Dazu haben wir auch - zumindest in den Industriegesellschaften - verlernt, Kreisläufen zu erkennen, diese zumindest nicht zu unterbrechen oder besser sogar zu fördern.

Cueva Arena
Quelle: Wikimedia Commons / Urheber: d'après / Lizenz: GPL

Dies ist zum Beispiel auch in der Bienenhaltung zu beobachten. Vom Jäger, welcher Honigwaben aus wilden Bienenstöcken geraubt hat, bis zur Intensiv-Haltung, welche wir heute haben, wundern wir uns, dass die Spezie Honigbiene immer weniger in der Lage ist, zu überleben. Natürlich sind auch das sich verändernde Klima und die Auswirkungen der Industrie-Landwirtschaft zu berücksichtigen (Pestizide, gebeiztes Saatgut und andere Nettigkeiten), aber dummerweise kommen zu diesen beide Faktoren noch Krankheiten dazu und die Bienen die vergangenen Winter völkerweise gestorben.

Immer die anderen
Für die Halter sind die Schuldigen klar (natürlich pauschalisiere ich hier in unzulässiger Weise, es gibt auch viele, welche sich Gedanken machen), nämlich die anderen, in diesem Fall also Pflanzenschutzmittel- und Saatgut-Hersteller wie auch im Übermass auftretende natürliche Feinde wie die Varroamilbe. Der Balke im eigenen Auge wird nicht erkannt, aber die Intensiv-Haltung in Kombination mit der Unkenntnis der artgerechten, d.h. möglichst natürlichen Haltung, trägt genauso zur Krise in der Imkerei bei.

Auch ohne Einstein wieder zu bemühen, ist klar, dass Bienen eine essentielle, ja unersetzliche(?) Funktion sowohl in den naturbelassenen Kreisläufen als auch in einem für Menschen entscheidenden Bereich erfüllen: der Gewinnung von Nahrung. Dass es Unternehmen gibt, welche daran arbeiten, Bestäubung überflüssig zu machen, möchte ich an dieser Stelle mal offen lassen (wobei die Praxis mit dem genmanipulierten Saatgut genau in diese Richtung geht).

Bei der herkömmlichen Imkerei werden Bienenvölker in genormten Kästen gehalten und man setzt ihnen Holzrähmchen mit vorgefertigten Wachsmittelwänden vor, um den Wabenbau zu ordnen und zu beschleunigen. Dazu kontrolliert man jedes Volk saisonabhängig mehr oder weniger häufig und öffnet dafür den Stock. Im Schnitte zweimal im Jahr wird der Honig entnommen, dafür erhalten die Bienen Zuckersirup.

Es wird also an mehreren Stellen in das natürliche Verhalten eingegriffen, um den Nutzen zu optimieren respektive die Haltung für den Imker zu vereinfachen. Die Tiere können Waben nicht bauen, wie sie möchten und für sie am optimalsten wäre, das Klima im Stock wird immer wieder gestört und der wertvolle Futtervorrat, welchen wir als Nahrungs- und Heilmittel schätzen, wird ihnen nahezu komplett weggenommen. Aber das kann ja keinen Zusammenhang mit den Bienenkrankheiten und dem Völkersterben haben, oder?

Extensivierung
Das Ausmass und die Geschwindigkeit, mit der uns die Bienen wegsterben, machen rat- und hilflos. Bestimmte Dinge können wir  nicht ändern (Klimawandel), andere können nur auf staatlicher oder globaler Ebene (Saatgut) gelöst werden. Auf individueller Basis haben wir, d.h. die Imker, die Verantwortung, den schmalen Grat von Nutzung und Übernutzung, von Ausbeutung und Erhaltung zu finden. Ein Schritt in diese Richtung ist die Deintensivierung der Bienenhaltung.

Warré-Beuten auf Stelzen
Quelle: Bienenhaltung für alle / Urheber: Bernhard Heuvel / Lizenz: ifrOSS

Wenn der Honigbiene die Möglichkeit gelassen wird, zu bauen, wie sie will, das Volk möglichst wenig gestört wird und genügend grosse Honig-Vorräte im Stock belassen werden, dann unterstützt dies natürliche Verhaltensweisen und Kreisläufe soweit als möglich intakt gehalten.

Zwei seit Jahrzehnten bewährte Methoden zur einfachen und bienengerechten, aber auch extensiven Bienenhaltung sind bekannt: sogenannte Top Bar Hives, also Oberträgerbeuten, und Warré-Beuten. Da wir - d.h. meine Frau in der aktiven Rolle, sie ist die Imkerin - wieder Bienen halten möchten, haben wir uns aus verschiedenen Gründen für die Haltung nach Emile Warré entschieden. Von Bernhard Heuvel gibt es eine tolle Einführung, welche als PDF zur Verfügung steht.

Nicht zuletzt, weil sich die Beuten, also die Kästen, in denen die Bienen gehalten werden, hervorragend dazu eignen, um mit der Manufaktur in Gründungen einen Schritt weiter zu gehen. Dazu später mehr.

[Update]

10.11.2009: Es gibt auch Imker, welche auf individueller Ebene etwas gegen gentechnisch veränderte Anbauflächen tun, weil sie die Bio-Imkerei bedrohen: der Feldbefreier Michael Grolm (via CommonsBlog).

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Gemeinschafts-unterstützte Landwirtschaft im Kleinstformat

Wir haben keinen Bauernbetrieb, sondern einen Kleinsthof. Aber ich erlaube mir trotzdem, von gemeinschafts-unterstützter Landwirtschaft zu sprechen, der Massstab ist einfach entsprechend. Ein Anlass bei uns vor gut zwei Wochen beinhaltete das zentralen Element von CSA: Zusammenarbeit zwischen Erzeugern und Verbrauchern. Wobei die Grenzen fliessend waren.


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Klimafarming und Biokohle

Etwas, das mir jetzt doch so stark ins Gesicht gesprungen ist, dass ich den prioritäten-bedingten Tiefschlaf hier unterbreche: Klimafarming und im speziellen Biokohle. Bei ersterem geht es darum, mit landwirtschaftlichen Methoden klimaschädliche Gase zu reduzieren (im besten Fall sogar eine positive Bilanz zu erreichen). Bei zweiterem um die Herstellung von Kohle aus Biomasse, die vor auch zur Bodenverbesserung eingesetzt werden kann. Dies analog zu Terra preta, der Schwarzerde aus Amazonien.

In einem Blogbeitrag beim einem Bioweinhändler wird darauf eingegangen, wie mit Biokohle die Bodenqualität verbessert werden kann. Der Händler hat zudem ein Forschungsnetzwerk zum Thema initiiert.

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Der Geheimplan, wie die Schweizer Landwirtschaft zu Grunde gerichtet werden soll

Das bekannte Zentrum dubioser Ideen hat heimlich subversive, amerikanische Elemente eingeladen, um einen Paradigmawechsel in der Schweizer Landwirtschaft einzuleiten, welche zum Untergang des Bauernstandes führen wird. Moderne Kommunikationsformen nutzend soll in der Bevölkerung Begeisterung für eine neue, unheilvolle Art der Zusammenarbeit zwischen Produzenten von landwirtschaftlichen Produkten und Konsumenten erzeugt werden.
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Ratten stehen auf Bio

90 Argumente für den BiolandbauNeues aus der Werbeabteilung des Forschungsinstituts für biologischen Landbau (FiBL): ein Argumentekatalog für den Biolandbau.

Sicher jedermann überzeugen wird, dass Ratten Bio bevorzugen, wenn sie die Wahl haben. Dabei gibt es gar nicht viel gutes über die Nager zu berichten ...
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