Bernd Ohm bringt es in "Die Energiewende ist auch eine Kulturwende" auf den Punkt: Bioenergiedörfer und erst recht auch Energiestädte sind auch nur ein bisschen Flicken an einer überlebten Zivilisationsform, welche nicht aufrecht zu erhalten ist. Egal, ob die Rechnung im Detail stimmt, aber die übergeordnete Aussage ist klar: mit dem heutigen Energiekonsum steuern wir Richtung Zerfall.
Wir müssten reduzieren und zwar massiv, aber die heutige Führungsriege in Politik und Wirtschaft wird sich nicht aus der fossilen Abhängigkeit befreien (wollen/können). Leider wird sich keine breite Lobby für Konzepte wie die Transition Towns oder Neustart Schweiz finden, deswegen sollten wir uns alle auf ungemütliche Jahre vorbereiten. Das industrielle sowieso wie auch das digitale Zeitalter gehen zu Ende.
Lektüre:
Drüben beim Adventskalender der Knauserer (der Name ist nur teilweise Programm, Konsumquerulanten gefällt mir wesentlich besser) lasse ich mich wieder mal über Konsum und Verzicht aus. Die übliche Leier halt ...
Folgender Artikel ist ein Gastbeitrag von Barbara Mazenauer, welche in Mexico lebt und mit einem nachhaltigen Lebensstil eine Exotin ist.
Ich lebe seit 5 Jahren in Mexico, auf einer Insel in der Karibik. Das Schicksal hat mich hierher gebracht, aber vielleicht dazumals auch unbewusst die Abkehr von dem vielen Überflüssigen. Vor kurzem habe ich Retos Blog entdeckt, und mit einem Schlag fühlte ich mich verstanden. Hier werden Sachen diskutiert, über die ich täglich nachdenke. So überlege ich mir manchmal auch, welches jetzt eigentlich genau die Unterschiede sind zwischen dem Leben in Europa und dem in Mexico. Die möchte ich hier ansprechen, und es nimmt mich wunder, was ihr dazu denkt.
Dank
Otl Aichers "Schreiben und Wiedersprechen" (und
Martin, der mir das Buch zukommen liess) ist mir bewusst geworden, was mir an der heutigen Konsumgesellschaft missfällt: es geht nicht mehr um eine Sache selbst, sondern vor allem um das, was sie darstellt und symbolisiert. In der Werbung wird immer weniger auf die konkreten Vorzüge eines Produktes hingewiesen, sondern es geht um die weichen Faktoren wie Gefühle oder Werte, welche man damit erwirbt.
Dies ist ein weiterer, feiner Gastbeitrag von Martin Wehning.
Im ersten Beitrag, den ich hier veröffentlichen durfte, brachte ich die Idee einer „Ressourcendatenbank“ auf.
Aus verschiedenen Gründen (zu theoretisch, umständlich, technikzentriert) habe ich hiervon wieder Abstand genommen.
Wenn wir nachhaltiger leben und unseren Lebensstil vereinfachen wollen, dann gibt es einen simplen, aber effektiven Weg, dies zu erreichen. Nämlich? Indem wir weniger konsumieren. Bevor die ersten Steine fliegen, lasst mich erklären. Wenn die Industrienationen weitermachen wie bisher und alle Schwellenländer auf den gleichen Standard aufholen, dann fliegt uns diese Erde um die Ohren. Wie korrekt all die Fussabdruck-Rechner stimmen, kann man diskutieren, dass wir aber auf zu grossem Fuss leben, sollten wir doch in Betracht ziehen.