Nun, wenn man gaaanz tolerant ist und das Wort wirklich in die Länge zieht, dann kann man seit diesem Wochenende von einer Punktlandung sprechen: wir sind am Samstag eingezogen in unseren Umbau. Eigentlich doch noch nicht ganz fertig, aber die wichtigsten Funktionen, welche zum (Über)Leben notwendig sind, funktionieren: Dach über dem Kopf, eine Wärmequelle, Kochgelegenheit, fliessendes Wasser, sogar warm.
Schlussspurthechelnd vielleicht der letzte Beitrag vor dem Einzug in unser neues Zuhause: man kann freundlich bauen (wenn man den Ausdruck baubiologisch vermeiden will). Freundlichkeit, welche sich gegen Bewohner, Erbauer, Hersteller und Umwelt richtet. Folgende Materialien sind bei unserem Umbau zum Einsatz gekommen:
Bisher bin ich davon ausgegangen, dass man mit Lehm nur im wassergeschützten Bereich bauen kann, d.h. in erster Linie im Innenbereich. Der Bau von Martin Rauch und Roger Boltshauser belehrt mich jetzt aber eines Besseren: massive Stampflehmwände scheinen auch ohne Regenschutz mittels grosser Dachüberstände zu funktionieren.
Was bei Textilien die Second Hand-Läden sind, sind bei Baumaterialien die Bauteilbörsen. Nicht nur weil es ökologisch Sinn macht, sondern auch weil man vielleicht Produkte ab Stange vermeiden möchte (und sich massgeschneidertes nicht leisen kann/will), kann das Abklappern dieser speziellen Art von Gebrauchtwaren-Händlern lohnend sein. Allerdings nicht unbedingt in finanzieller Hinsicht.
Nicht unbedingt das richtige Thema für die momentanen Aussentemperaturen, aber endlich kann ich mein unerträgliches Lobsingen fortsetzen: unser neuer Grundofen steht. Alte Technik in modernem Gewand:

Eher erwartet man prähistorische Spuren auf den leicht archaisch wirkenden
Lehmbauplatten als Abdrücke von Rattenpfoten. Zumindest scheint dies auf eine "naturnahe" Herstellung hinzuweisen. Neben
dem schon erwähnten Lehmgrundputz auf den Backsteinwänden werden alle Ständer der Leichtbauwände mit Lehmbauplatten beplankt.

Nachdem wir muldenfüllend alle Wände von Innenisolation und Verputz befreit haben, konnte letzte Woche ein weiterer Schritt hin zu etwas, was man sich einmal als ein bewohnbares Etwas vorstellen kann, erfolgen.
Ein Drittel des Gesamtenergie-Verbrauchs in der Schweiz wird für Raumwärme verwendet. Bei den privaten Haushalten macht dies beinahe drei Viertel aus. Zusammen mit dem Warmwasser gehen 83 % des Energieverbrauchs im durchschnittlichen Haushalt für Wärmeerzeugung drauf. Shocking, nicht?
Im Zuge unseres
Hausumbaus überlegen wir, einen Gasherd einzubauen. Die Vorteile beim Kochen sind klar: die Flamme sprich Hitze lässt sich schnell regulieren. Zudem entfällt die Energie-Umwandlung von Gas zu Strom, was die Effizienz fast verdoppelt (wenn es auch etwas Abwärme gibt).
Einen wichtigen Beitrag zur Steigerung der Energieeffizienz können Häuserbesitzer durch das Isolieren der Gebäudehülle leisten. Mit ein paar wenigen - wenn auch nicht speziell günstigen - Massnahmen kann der Verbrauch von Heizenergie locker halbiert oder noch stärker reduziert werden. Zumindest wenn das Renovationsobjekt ähnlich wie unseres gelagert ist: keinerlei Aussendämmung und alte Fenster mit zum Teil noch Einfachverglasung.