climatop vergibt das Label "approved by climatop" an klimafreundlich hergestellte Produkte inklusive Transport. Ja, noch ein Label. Aber wenigstens eines, welches endlich Auskunft über den (eingeschränkten) ökologischen Rucksack eines Artikels gibt. Also bräucht man jetzt nur auf "bio", "fair" und "klimafreundlich" zu achten und das Fernziel umwelt- und sozial-verträglicher Einkauf wäre Realität.
In bester Web 2.0-Manier ist gestern die neue Schweizer Plattform Faircustomer online gegangen - Beta selbstredend, inklusive Harry Potter. Grundidee ist ein Metashop für all die vielen, kleinen, fairen, biologischen und/oder sozialen Produzenten. Nicht jede Behindertenwerkstatt (darf man das noch sagen?) kann sich Aufbau und Pflege eines Webshops leisten.
Auch schon über der Frage gebrütet, wie die noch nicht stubenreinen Kinderchen ökologisch und saftdicht verpackt werden können? Billige Wegwerf- oder waschbare Stoffwindeln?
Themenwoche? Keine Angst, morgen gibt es wieder andere Kost.
Vor zwei Wochen habe ich auf zwei Portale hingewiesen, welche es erlauben, nachhaltige Produkte zu vergleichen:
EcoShopper und
ecochoice (nur Elektro-Geräte). Zu ersterem war mein Urteil "nichts begriffen", zweiteres habe ich gelobt, weil nicht nur der Preis, sondern auch Qualität, Preis und Umwelteigenschaften zu gleichen Teilen miteingerechnet werden.
Geiz ist zwar nicht mehr geil, aber noch immer ist trotz allem
LOHAS-Gerede das wichtigste Kauf-Kriterium der Preis. Wenn wir ehrlich sind. Wir mögen zwar gerade noch zum Bio-Yoghurt greifen anstatt zum konventionellen Pendant, aber die Schmerzgrenze bei grösseren Beträgen ist schnell erreicht.
Obwohl sicher auch nicht vom Discounter stammend - die Mechanik ist anständig robust - hat es sich an Hand meiner GiftPflanzenschutz-Spritze wieder einmal bestätigt, dass günstig meistens zweimal kaufen plus Ärger bedeutet. Zwar habe ich das Gerät nicht selber erstanden, es stammt aus dem Hausrat meines Grossvaters und hat wohl schon etliche Jahre auf dem Buckel, aber es war bestimmt nicht das teuerste Modell.
Man kann von ökologischen Bemühungen von Grosskonzernen halten was man will, ja es als
Grünwaschen anschauen, aber nichtsdestotrotz denke ich, dass die Entwicklung in die richtige Richtung geht. Gerade Labels - vor allem durch externe Stellen geprüfte - können eine Entscheidungshilfe bieten, wenn man wieder mal von der Auswahl erschlagen wird.
Wie ich
auch schon geschwärmt habe, gibt es nur
einen Versandkatalog, welchen ich freiwillig und mit Vergnügen durchblättere. Gehöre ich damit zur
Generation Manufactum, welche in den schubladisierungs-freudigen Medien auch schon herumgereicht wurde?
Ein Beitrag zur Blog-Parade "Kritisch konsumieren" von Barbara Haselboeck im mangoomangoo-Blog.
Intelligentes Verhalten, was ist das eigentlich? Nur weil wir das grösste Gehirn aller Säuger haben, heisst das noch nicht, dass wir dieses auch einsetzen. Wenn wir es aber tun, dann meistens zum Wohle von uns selber, unseren Nächsten und allen anderen - ziemlich genau in dieser Reihenfolge.
Was meint "zum Wohle"? Ganz einfach: Bedürfnis-Befriedigung. Wenn wir uns also intelligent verhalten, dann erfüllen wir materielle und geistige Bedürfnisse. Tragen wir unsere Arbeitszeit in Geld umgewandelt zu Markte und tauschen sie gegen Gegenstände oder Dienstleistungen, dann versuchen wir damit Bedürfnisse zu befriedigen. Auch konsumieren genannt.
Meine Behauptung: je intelligenter wir konsumieren - oder auch: verhalten - desto mehr ist uns bewusst, was die Konsequenzen daraus sind. Desto mehr erkennen wir auch, dass unser Bedürfnis nicht nur das Knurren im Magen ist, sondern auch eine intakte Gesellschaft und Umwelt. Weil das eben auch Einfluss auf unser persönliches Wohlbefinden hat.
Verhalten wir uns also intelligent und konsumieren kritisch. Mit dem Kauf eines Produktes steuern wir eine Menge. Zum Beispiel Butter:
- Kann sich die Kuh auf der Wiese aufhalten oder gar einer Alp?
- Was kriegt sie zu futtern?
- Was ist es für eine Kuh?
- Wo und wie wird die Butter hergestellt?
- Von wem und zu welchen Bedingungen?
- Was ist drinn? Wie wirkt sich das auf meine Gesundheit aus?
- Wie ist sie verpackt?
- Wird sie transportiert?
- Wo kaufe ich sie? Zu welchem Preis?
Kann ich das alles wissen? Jein. Produzenten wollen verkaufen und geben nur soviel Information preis, wie gesetzlich vorgeschrieben und es ihnen hilft. Sich unabhängig zu informieren ist zum Teil möglich, aber aufwändig, weil man selber recherchieren muss. Aber als kritische Konsumenten, welche etwas beeinflussen möchten, kommen wir nicht daran vorbei.
Natürlich kann man es sich auch einfacher machen und beim Bauern um die Ecke einkaufen. Dort kriegt man all die Fragen bei einem Besuch beantwortet. Oder man produziert selber.
Die kleine Nichtregierungsorganisation Erklärung von Bern hat in Zusammenarbeit mit der Clean Clothes Campaign wieder einmal eine innovative Sache publiziert: den Zürcher Shopping Guide.