Dies ist ein Gastbeitrag von littleblackmone (oder littleblacknemo), jemand, welcher selber bloggt (hier) und sich als Kommentierender immer wieder beteiligt. Er hat das ausgeschriebene Buch gekriegt, die Bedingung dafür jetzt erfüllt und das Buch weitergeschickt. Der Beitrag ist ursprünglich auf "Nachrichten aus dem altmärkischen Unkraut" erschienen.
Dieser Tage erhitzt ein kleines Land im Herzen Europas die Gemüter seiner Nachbarn: die Schweiz und ihr jüngstes Beispiel eidgenössischer Direktdemokratie, die Volksabstimmung zum Minarettverbot.
Während die Diskussion über das Ergebnis dieses in meinen Augen fatalen Referendums auf allen Ebenen noch hitzig im Gange ist, stellt sich für den norddeutschen Betrachter vor allem aber die Frage: was ist los mit der Schweiz?
Einem Tag wie diesem vermögen 350 Seiten nur wenig Widerstand entgegenzusetzen: arbeits-, kinder- und sonnenfrei. Auch sonst bar jeglicher Zwänge. Abgesehen vom Feuern, das sich aber wohltuend gegen Lesesteifigkeit auswirkt.
Liegt es an den Bergen? Oder an der UBS (welche kein Image-Problem hat)? Oder dem Gold-gefüllten Tresor im Keller eines jeden Eidgenossen? Die Rosinenpicker und Spassbremsen im Zentrum und doch ausserhalb Europas scheinen den calvinistischen Hang zur Askese mit masochistischem Vergnügen zu pflegen: der Untergang ist nah und wir entgehen ihm nur in Sack und Asche.
Vor einer Woche hatte ich schon mal darauf hingewiesen und jetzt informiert auch der Verleger: das Buch "Neustart Schweiz" wird am Montag, 27. Oktober ab 18 Uhr im Käfigturm, Bern, offiziell vorgestellt.
Planwirtschaft hat nicht funktioniert, Marktwirtschaft ist zum kleineren Übel geworden und der Zustand der Wirtschaft verbietet nicht, über Alternativen nachzudenken. Ein paar Reförmchen und zusätzliche Regeln werden die grundlegenden Fehler im heutigen System mittel- und langfristig nicht überdecken können. Zeit für einen Wechsel?