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Prinzipien nachhaltiger Projekte

Silke Helfrich ("Wem gehört die Welt? Zur Wiederentdeckung der Gemeingüter") hat auf dem CommonsBlog eine Liste von Prinzipien zusammengestellt, welche nachhaltige Projekte auszeichnen:

  1. Hilft die Initiative/das Projekt den Menschen, ihre Zeit so gut wie möglich zu nutzen? (Zeiteffizienz besser vielleicht noch: Entschleunigung)
  2. Stärkt sie die Beziehungen zwischen den Menschen? (Beziehungsorientierung)
    Gibt es einen klar identifizierbaren sozialen Nutzen (oder, falls dieser nicht klar identifizierbar sein sollte, zeichnet sich diese Richtung ab)? (Gemeinwohlorientierung)
  3. Produziert das Projekt/die Initiative mehr für die community/Gesellschaft/Umwelt, als es ihnen nimmt, einschließlich einer ausgeglichenen Gewinnverteilung und sozialer Reinvestition? (Vermeidung von Über- und Unternutzung)
  4. Ist die Initiative und ihr Ergebnis auf lange Sicht nachhaltig? Fügt es der Resourcenbasis mehr hinzu als sie ihr nimmt oder belässt sie sie in ungeminderter Qualität? (Nachhaltigkeit)
  5. Sind die Handlungen und Verfahren transparent, inklusive der daraus entstehenden Produkte sowie der damit verbundenen Prozesse und Folgen? (Transparenz)
  6. Gibt es konkrete Maßnahmen, die die soziale Intention und das gewünschte Ergebnis schützen und pflegen? (Monitoring)
  7. Ist das Projekt/Vorhaben zumindest neutral für Menschen, die es nicht benutzen? (z.B. es mindert nicht die Ressourcen für andere Nutzer) (Unschädlichkeit)
  8. Reduziert es Zugangshürden? Macht es Dinge einfacher? Ist es „zugänglich“ im weitesten Sinne des Wortes? Bietet es den Ausgegrenzten und an den Rand Gedrängten Zugang zu zusätzlichen Ressourcen, gibt es Ihnen eine Stimme? (Zugangsgerechtigkeit, Einschluss statt Ausschluss)
  9. Gibt es keine ungerechtfertigten und/oder künstlichen Grenzen des Zu- oder Weggangs vom Projekt? (Freiwilligkeit)
  10. Respektiert es die Menschenrechte und den kulturellen Kontext? (Wenn dies in Opposition zueinander steht, glauben wir, dass die Menschenrechte Vorrang haben.) (Respekt der Menschenrechte)
  11. Respektiert es die Vielfalt? (Vielfalt)
  12. Trägt es dazu bei, verdientes Vertrauen und Zusammenarbeit aufzubauen? (Kooperation)
  13. Stärkt es eine sozial nützliche und nachhaltige Nutzung der Daten und Informationen, die es erzeugt? (Offene Standards, freie Technologien)
  14. Bietet es Möglichkeiten des Tauschs von Werten, die dem Kontext angemessen sind und nutzt es diese? (Kulturelle Relativität)
  15. Sind die Entscheidungverfahren transparent, demokratisch und partizipativ bzw. sind sie von den Betroffenen akzeptiert?(Selbstorganisation, Demokratie)
  16. Bietet es einen Hebel/ erleichtert es lokale ownership (kulturelle Aneignung) und wirtschaftliche Entwicklung? (Rückgebundenheit)
  17. Ist es auf andere Dimensionen übertragbar? (Skalierbarkeit)
  18. Folgt es den best-practices von Nutzer-generiertem Design? (Exzellenz)

Die Diskussion ist offen.

Kommentare (5)  Permalink

Kommentare

piet @ 13.11.2009 11:27 CET
Ja, meine 13.000 Band und lose Blaetter Sammlung erfuellt alle Erfordernisse, soweit sie auf Kopffutter Bezug haben.

i bin gewissenschaftler, gewissenhaftungschaftler, gewissenwissenranschaffer, pass ich mit meine 13.000 buecher in euer projekt/dorf/haus???? -- meine gemeinschaftlichte leistung entsprechend ermaessigte miete kann ich zusaetzlich leisten.
Matti @ 16.12.2009 15:07 CET
Bieten Sie mir ein Auskommen und körperlichen Schutz?
Sophie @ 03.05.2010 15:06 CET
Ich frag mich immer zu..

x Sind die Entscheidungverfahren transparent, demokratisch und partizipativ bzw. sind sie von den Betroffenen akzeptiert?(Selbstorganisation, Demokratie)

..ob eine zu hohe Akzeptanz nicht ihrer Zukunftsfähigkeit im Weg steht. Denn was sich selbst organisiert und wo Entscheidungen partizipativ getroffen werden, ist der Konsens für das Jetzt und Heute so ausgeprägt, dass die Dimension Nachhaltigkeit und Zukunftsfähigkeit zu kurz kommt.

Was denkt ihr darüber?
Dominik @ 03.05.2010 15:11 CET
Ich bin auch skeptisch, vor allem wenn ich mit dem Chefredakteur der allewelt Österreich spreche, der diese Regionen laufend bereist. Ein normaler Bericht über die dortigen Verhältnisse klingt für unser immer gleich haarsträubend.

Und die Geiz-ist-geil Mentalität (also der Konsum-Cocktail aus Materialismus und Relativismus) wird wohl so schnell nicht verschwinden, weswegen ein 100% fair traded für mich erstmals nicht glaubwürdig klingt.

Es wäre wirklich super, wenn diese Versprechen Realität werden würden!

lg Dominik
Martin W. @ 07.05.2010 21:06 CET
@ Sophie: Das finde ich ja interessant.
Verstehe ich deine These richtig, dass demokratisch getroffene Entscheidungsprozesse zu träge sind, um notwendig raschen Wandel herbeizuführen?
Macht mich schon nachdenklich, denn dies liefe ja auf die Forderung nach einer Öko- Diktatur hinaus, die mir ungefähr soviel Angst macht wie zu langsame Entscheidungsprozesse der demokratischen Systeme hin zu mehr Zukunftsfähigkeit.
Aber ganz so pessimistisch bin ich eigentlich noch gar nicht: Ich denke schon, dass viele Menschen bereit sind, für sich Nachteile, Kürzungen, Verzicht zu akzeptieren, um ihren Nachkommen ein besseres Leben zu ermöglichen. Was mir allerdings schon auffällt: Genau dieses Denken beobachte ich mehr bei der älteren, sagen wir mal der Kriegsgeneration der 75+X Generation.
Bei all dem, was wir heute an Wissen und MÖglichkeiten mehr haben als früher, fallen uns -glaube ich- bestimmte Werte und Haltungen schwerer, sogar die Begriffe findet man in der öffentlichen Diskussion kaum noch, nennen möchte ich Bescheidenheit, Aushalten von Schwierigkeiten (wir wollen immer nur Lösungen..), Geduld.
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