Sprachlos
Meine Denkblase ist im Moment so voll, dass ich nichts mehr auf den Boden kriege, sprich der morgendliche Griff hier in den "Gratiszeitungskasten" meistens ins Leere führt. Ich fürchte, nein, bin fast sicher, dass der Weg uns aus der Zivilisation führen wird, wie wir sie heute kennen. Es wird nicht reichen, ein bisschen am System zu schräubeln, weil der Kern faul ist. Wir zerstören unsere - und nebenbei auch viele nichtmenschliche - Lebensgrundlagen.
Wenn wir es nicht schaffen, unser Denken und Handeln innerhalb kürzester Zeit und komplett auf das Ziel, Lebensgrundlagen zu schaffen, auszurichten, dann werden viele schmerzhafte Dinge auf uns zukommen. Die gute Nachricht: es funktioniert auch im kleinen und kleinsten Massstab. Die schlechte: unser System wird sich nicht ändern lassen, nicht in der erforderlichen Zeit.
Kommentare
"...unser System wird sich nicht ändern lassen, nicht in der erforderlichen Zeit."
UND schon gar nicht freiwillig! Die Reichen und Mächtigen werden mit ALLEN Mitteln ihren Reichtum und ihre Macht zu behalten versuchen. Die schlechte Nachricht: Sie haben Armee, Polizei, viele Waffen, Geld, Medien und ein Glaubenssystem (geschürte Angst vor dem Ende der Zivilisation) um ihre Ziele durchzusetzten. Die gute Nachricht: sie werden NICHT gewinnen!
- so die Arbeitsgruppe Alternative Wirtschaftspolitik am kommenden Mittwoch. “Wer glaubt, dass die Krise in ein, zwei Jahren vorbei ist, hat von Ökonomie nicht viel Ahnung”, sagte Heinz-Josef Bontrup, Professor für Wirtschaftsrech...
vielleicht auch nicht... wenn ich z.B. den Fall der DDR-Mauer anschaue, sieht man, dass es auch positive Entwicklungen gibt, die exponentiell verlaufen. Und vielleicht haben wir ja auch einfach ne dunkle Übergangszeit von hundert Jahren und schaffen dann den Schwenk. Ich sehe als Priorität an, langfristige positive Visionen bereitzustellen, damit etwas geschehen kann. Das müsste noch viel mehr und viel konkreter von viel mehr Leuten gemacht werden. Das würde das ganze Denken verändern.
Alle "Hochkulturen" sind gescheitert und zwar alle am selben Muster: Festhalten am Status Quo. Sie waren unflexibel und unbelehrbar. So auch unser sogenanntes System. Es wird in dieser Form, wie es gerade existiert nicht überleben können, da die Ausgangsbedingungen schon falsch sind.
Die Frage die zu beantworten bleibt ist relativ einfach: Schaffen wir (wer das auch immer sein mag) parallel eine neue Form zu entwickeln, die tragfähiger ist und uns den von dir angesprochenen düsteren Zeitabschnitt möglichst kurz zu halten?
Ich sehe das auch positiv: Es wird kein zurück geben, das hat es in der Geschichte auch nie. Es gibt nur einen Weg und der ist oft sehr mit kantigen, mal mit mehr mal mit weniger, mit großen und kleinen Steinen gepflastert. :)
In dem TED-Vortrag von Shai Agassi aus 2009 erwähnt er einen passenden Punkt. Dass Kennedy damals gesagt hat, bis zum Ende des Jahrzehnts haben wir einen Mann auf dem Mond.
Nicht zu 20% und zu 20% bekommen wir ihn zurück. Ziele hochstecken und zu 100% erreichen, dass ist jetzt nötig.
Jeder der sich über sich und sein Umfeld nachhaltige Gedanken macht, dem geht das Hier und Jetzt irgendwann gegen den Strich. Bei Reto war das wohl gestern der Fall. Seiner Meinung nach, müssen wir unser Sein viel schneller zur Nachhaltigkeit...
Zu Beginn der weltweiten Finanzkrise wurde diskutiert, ob diese nun zu einer nachhaltigeren Wirtschaftsweise führt, und ob und wie schnell die Krise eine Chance zum Umbau wird.
Diese Chance wird vollkommen verspielt.
Alle Reaktionen der Regierenden zeigen das sattsam bekannte Muster "mehr vom Gleichen".
Die Ziele der deutschen Bank sind immer noch 25% Rendite (mit welchen Mitteln auch immer - scheissegal)
Die "systemwichtigen" "Schlüsselindustrien" und Großbanken (die sich völlig überraschenderweise auch mit den Großspendern der Parteien decken) werden mit Milliarden und aber-Milliarden vollgepumpt. (Politiker brauchen ja dringend die Altersabsicherung über Vorstands- und Aufsichtratsposten, muss man doch verstehen)
Und so weiter.
Es wird keinen langsamen Übergang geben.
Es wird ein Zusammenbruch, wenn der provisorische Kleister und der hastig aufgesprühte grüne Lack auf dem verrotteten System die Last nicht mehr tragen können.
Ja, derzeit sieht es wohl eher nach Zusammenbruch aus. Ich nehme das so wahr, dass sich "das System" (unser Miteinander, die Industrie, Weltwirtschaft, Politik etc. pp.) von zentral auf dezentral umkrempeln wird/muss. Jeder Einzelne wird sich seiner ganz individuellen Verantwortung stellen müssen. Und diese Verantwortung schließt alles mit ein. Das wird dann Perma-Kultur. :-)
Ob es ein Zusammenbruch wird oder ein (mehr oder weniger gleitender) Übergang liegt letztendlich an der Gesamtsumme "Menschheit" und jeder trägt seinen Teil dazu bei.
Was in sich stabil ist (natürlicherweise bedeutet das: dynamisches Gleichgewicht), wird bestehen bleiben. Was noch krampfhaft und mit allen Mitteln festgehalten und gestützt wird, wird vergehen.
Jamma.
Die Crux an der Geschichte ist jedoch, daß sich unser (ehemals) blauer Planet namens Erde leider in keinem stabilen Gleichgewicht mehr befindet. Wer immer noch die Meinung vertritt, daß sich unsere Erde in ihren seit Jahrmilliarden fest verankerten Bahnen dreht, dem kann ich aus physikalischen Gesichtspunkten sicherlich nicht widersprechen. Jedoch stimmen mich mittlerweile viele Dinge, welche eigentlich immer durch den sogenannten Homo sapiens, sprich den modernen Menschen, zu verantworten sind, sehr nachdenklich.
Wir halten immer noch die Umweltverschmutzung für unser größtes Problem. Keine Frage, es ist eines DER großen Probleme unserer heutigen Gesellschaft. Unser wirkliches Problem nach meinem Dafürhalten ist aber unsere unendliche Arroganz und Ignoranz gegenüber unserer Flora und Fauna. Egal ob wir nun über den globalen Klimawandel, den immer aggressiveren Massentourismus, gentechnische Veränderungen im Erbgut von Pflanzen und (vielleicht) auch schon Menschen diskutieren, wir sind auf dem besten Wege, das Thema Erde zu einem unrühmlichen Abschluß zu bringen.
Noch dreht sich der Planet, aber oft schon in die falsche Richtung. Wir sind der Meinung, auf der Evolutionsstufe ganz oben zu stehen, aber auch Ikarus wollte hoch hinaus. Die Geschichte hat uns schon oft eines Besseren belehrt, aber anscheindend sind wir unbelehrbar.

