Wie wir gemeinsam den Wandel vom Lebensstandard zur Lebensqualität schaffen
Was könnte und sollte an die Stelle der bisherigen materialistischen Grundorientierung treten? Andreas Giger, Allzweck-Intellektueller und Werte-Forscher (hier im Interview) hat seine Überlegungen und Studien zu neuem Leitwert Lebensqualität in 36 Kapiteln dargelegt.
Dass Geld, Konsum (ja, auch strategischer) und Lebensstandard weder für uns persönlich noch für uns als Gesellschaft auf einer begrenzten Erde zum Glück führen, ist nicht erst seit der Finanz- und Wirtschaftskrise klar. Und dass der Aufruf zum Verzicht eher abschreckt als zu einer Verhaltensänderung motiviert, ist Trivialpsychologie.
Was aber an die Stelle des "Tanzes um das goldene Kalb" treten kann und was wir uns orientieren können, das zeigt "Moses 2.0: Wie wir gemeinsam den Wandel vom Lebensstandard zur Lebensqualität schaffen" hervorragend auf.
Kommentare
Ich muss zugeben, da jetzt nur 15min reingelesen zu haben, aber aus meiner Sicht ist der theoretische Ansatz nicht so fruchtbar: Kann man eine Wertedebatte wirklich ohne die Frage diskutieren, wer die Werte definiert/reproduziert? Was bringt es, den Menschen andere Werte anzupreisen, wenn sie ihrer alltäglichen Realität widersprechen? Unsere Gesellschaft ist auf Konsum und Externalisierung ökologischer Kosten ausgerichtet, weil der private Konsum in allen westlichen Volkswirtschaften die wesentliche Nachfragekomponente ausmacht. Über die Bedingungen der Produktion bestimmt aber eine kleine Minderheit: die Besitzenden. Natürlich ist es ihr Interesse, für sie ungünstige Kosten zu externalisieren: In einer Marktwirtschaft ist das einzige, eherne Ziel eines jeden Unternehmens die betriebswirtschaftliche Gewinnmaximierung.
Was ist die Alternative? Die Frage von ökologischer Veränderung muss mit der Frage sozialer Veränderung verknüpft gedacht werden, beide Themen sind untrennbar verwoben. Ganz simpel formuliert: Es muss erreicht werden, dass ein Großteil der Bevölkerung an der Bestimmung der Produktionskriterien selbst beteiligt ist. Da sie die sozialen/ökologischen Kosten schlecht auf sich selbst abwälzen kann, bringt dies einen (im Gegensatz zum aktuellen Ökoboom wirklich nachhaltigen) Anreiz, Dinge mindestens umweltneutral herzustellen.
(Mit ist klar, dass die Frage, ob jetzt die Poitik die Wirtschaft definiert (wie im verlinkten Text) oder andersrum (wie aus meiner Sicht), auch in den Sozialwissenschaften ungeklärt ist. So herum erscheint mir der Lauf der Dinge aber wesentlich stichhaltiger.)
@Mattes: bezüglich "ein Großteil der Bevölkerung an der Bestimmung der Produktionskriterien selbst beteiligt ist", schau mal hier.
Reto, hab ich schon entdeckt, steht aber leider noch auf meiner TODO-Liste, da inhaltlich näher einzusteigen :)

