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Utopia in der Krise?

In den Foren der Plattform der strategischen Konsumenten rumort es. In Utopia-kritischen Diskussions-Strängen wird heftig ausgeteilt. Zum Teil langjährige und sehr aktive Mitglieder (hier, hier, hier) werden schwach begründet gesperrt oder melden sich selber ab. Trotz über 40'000 registrierten Benutzern gab es in den letzten vier Wochen gerade mal 150 neue Diskussionen.

Aus meiner Sicht zeigen diese Symptome nur, was das nur mehr oder weniger versteckt kommunizierte Wesen von Utopia ist: Ziel war es nie, eine lebendige, eigenmotiviert und heterogen handelnde Gemeinschaft zu bilden (obwohl die Bezeichnung oft und prominent verwendet worden ist), sondern man wollte eine lautes Instrument, unterstützt von einem möglichst grossen Chor, um im Konzert der Grossen in Politik und Wirtschaft mitspielen zu können.

Damit verpasst die grösste neogrüne Plattform im deutschsprachigen Raum eine einmalige Chance. Das Potential der mehreren hundert unternehmerischen und initiativen Mitgliedern (wendet man die 90-9-1-Regel an) wird weder genutzt, gefördert noch besonders geschätzt (hier, hier). Vielleicht, weil sie den Zielen des Unternehmens entgegenlaufen?

Was könnte man anders, besser machen?

  • Transparenz: die Macher könnten im Detail und immer wieder offenlegen, was aus welchen Gründen gemacht wird. Irgendwie wird man das Gefühl nicht los, dass es eine versteckte Agenda gibt.
  • Die Community in Entscheidungsfindungen miteinbeziehen: wenn man nicht nur Klickvieh, eine lange Mitgliederliste und nette Statistiken (sind sie das wirklich?) braucht, sondern eine Gemeinschaft, welche Entscheidungen trägt - auch nach aussen -, dann sollte sie miteinbezogen werden. Im Minimum sollte Abstimmungen durchgeführt werden, weil man dann weiss, wie die Gemeinschaft tickt und wie man eine allenfalls anderlautende Entscheidung kommunizieren muss.
  • Authentizität: das Vertrauen der Mitglieder würde gestärkt, wenn die Lenker in einen echten Dialog mit den Mitgliedern treten würden (anstatt nur Moderatoren vorzuschieben). Einwegkommunikation war gestern, Öko 2.0 wollen das Gespräch. Das Cluetrain-Manifest nicht gelesen?
  • Das Geschäftsmodell trägt wenig dazu bei, das Vetrauen das Vetrauen von kritischen Mitgliedern zu gewinnen. Online-Werbung nervt (ist auch von gestern), Allianzen mit Unternehmen (zumal mit problematischer Vergangenheit oder fraglicher Grundhaltung) lassen anzweifeln, ob inhaltlich unabhängig gearbeitet wird und werden kann. Alternativen: Freemium? Gemeinschafts-basierte Finanzierung?
  • Nebst der Verfolgung der eigenen Ziele könnten Projekte aus der Community aktiv unterstützt und gefördert werden. Zumindest solche, welche ersterem nicht widersprechen.

Alles in allem ist von Utopia nur der Namen utopisch und es lassen sich praktisch keine neuen Ansätze erkennen, wie man aktiv an einer anderen, neuen Welt mitbauen will. Aber wie ging nochmal das Zitat (sinngemäss): man kann ein System nicht ändern mit den Akteueren, welche es aufgebaut haben.

Nutzen lässt sich die Plattform dennoch: zur Vernetzung. Gerade weil die Reichweite relativ gross ist, finden sich immer wieder interessante Menschen ein, welche sich auch öffentlich präsentieren. Aktiv werden kann man ja auch anderswo.

[Update]

12:03.2009 22:12: Autistisch zu bloggen, birgt Gefahren. Während anderswo der Auftritt von Claudia Langer bei Kerner zumindest als Hoffnungszeichen gesehen wird, haue ich hier wieder auf den Sack. Ganz schlechtes Timing. Aber man tut, was man kann, um den Ruf als Obermotz zu festigen ...

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Kommentare (43)  Permalink

Kommentare

Mattes @ 12.03.2009 10:38 CET
Das klingt jetzt vielleicht etwas zynisch, aber Utopia ist ganz offensichtlich einfach ein gewinnorientiertes Unternehmen, das einfach Web2.0 und den Ökoboom (einer kaufkräftigen gebildeten Mittelschicht) kombiniert hat. Solange deren Geschäftsmodell aufgeht, also Gewinn am Ende rauskommt, sehe ich da für die NutzerInnen von Utopia keine Hebel, die richtungsändernd wirken können. Warum sollten sie auch? Zuviel Mitspracherecht wirkt ja eher hemmend für interessierte Unternehmen, bei deinem Henkebeispiel sieht man das ja ganz gut. Anders sieht es natürlich aus, wenn Utopia noch immer Verlust macht.

Spannend wäre es, so etwas wie Utopia.de zu haben, das nicht zentralistisch und undemokratisch funktioniert, sondern von Finanzierung und Ausrichtung eher einer Art Genossenschaft light ähnelt: communityfinantiert und z.B. eine öffentlich abstimmbare Kriterienliste für angezeigte Produkte/Unternehmen.

Interessant wäre auch die Finanzierung einer Person, die mal bei bestimmten Recherchen richtig in die Tiefe gehen könnte (investigatives Bloggen quasi), z.B. 20 Stunden Arbeit pro Fragestellung/ 2 Fragen pro Arbeitswoche. Die Fragen können dann wieder von der Community abgestimmt werden (Premiumaccount vorausgesetzt) und immer die Frage mit den meisten Stimmen wird bearbeitet.
Burnie @ 12.03.2009 11:35 CET
Mattes, so zynisch ist das gar nicht gedacht und bei dem grosse U wird das seit dem ich die Plattform kenne (Nov07), immer wieder angeführt, kritisch hinterfragt und mancher Thread dazu wurde gelöscht. Sie haben die "modernen Zeiten", die Wende einfach noch nicht mitbekommen und mir kommt es vor, als hätten sie sich einfach das neue Handwerkszeug Web2.0 gekauft und nun wissen sie nicht, wie man damit umgehen soll. Für die alten Strategien ists nicht wirklich passend und so kommt dann da das raus, was wir momentan in der Community dort erleben.
Die Werbepartnerschaften zeigen einem den Rest auf..

Das Forum selbst wird seichter, unkritischer, unwichtiger und einige wenige der Alten stellen sich mit geschwellter Brust vor U und beschützen wo es geht, spielen Moderatoren, ob sinnvoll oder nicht. Die meisten jedoch, die 2008 wichtige Dinge dort geschrieben haben, sind schon weg oder sehr, sehr leise geworden.
Doch das Forum soll sowieso abgeschaltet werden und gegen Gruppen getauscht werden... hies es von Seiten der Macher.

Aber es gibt ja auch Alternativen wie Reto weis!
Mattes @ 12.03.2009 12:05 CET
> Aber es gibt ja auch Alternativen wie Reto weis!

Ich bin gespannt :)
fairskate @ 12.03.2009 15:51 CET
Wiedermal ein sehr guter Artikel Reto! Wie du zu recht anführst ist die Reichweite von Utopia allerdings so groß, dass es nicht sinnvoll ist, wenn einfach alle kritischen Menschen die Plattform verlassen. Dann wird sie endgültig zu einem mächtigen Werbetool für konventionelle Unternehmen, die ihr Image begrünen und ins Nachdenken gekommene Konsument_innen zurückgewinnen wollen.
Also bitte alle weiter kritsche Fragen und Anmerkungen auf Utopia beitragen, auch wenn der Stil und die Haltung der Betreiber nerven.
Guido Franke @ 12.03.2009 16:06 CET
Ich gebe Reto vollkommen recht. Genau aus diesen Gründen habe ich mich aus dem aktiven Utopia-Leben zurückgezogen.
Utopia ist für mich nichts als eine neue Werbeplattform Marke Greenwashing. Ziel war nie die Veränderung/Verbesserung, im Vordergrund stehen eindeutig nur finanzielle Interessen. Bestes Beispiel war das Weltsozialforum (dort werden und wurden wichtige Strategien in Sachen Ökologie und Gesellschaft festgelegt)Utopia würdigte diese Veranstaltung nicht mal mit nur einem Satz (es waren ja keine finanzkräftigen Auftragsgeber für WERBUNG anwesend). Die geringe Aktivität bzw. Anwesenheit der Mehrzahl der Mitglieder Utopias spiegelt nur die Untätigkeit/die falsche Strategie der Verantwortlichen bei Utopia wieder.
Einfach Nachhaltig @ 12.03.2009 17:13 CET (Trackback)
Jetzt mal ganz klassisch und altmodisch einen lesenswerten Linktipp via Blog - irgendwie ist mir aufgefallen, dass das wofür Blogs ursprünglich einmal gedacht waren, nämlich interessante Links im Netz zu kommentieren und anderen mitzutei...
Markus @ 12.03.2009 20:02 CET
Wie hieß es noch so schön in der stratum-Studie: LOHAS sind "eher unpolitisch, harmoniebedürftig, konservativ und ich-bezogen". Ohne dies jetzt irgendwie negativ bewerten zu wollen, zähle ich mich doch teilweise selber zu diesen, dies ist die Zielgruppe, die Utopia gerne ansprechen möchte. Konsumfreudige Hedonisten, die sich gerne das gute Gewissen erkaufen möchten. Aber auch die LOHAS haben nachhaltige Ziele und sind sicherlich ein erster Schritt auf dem Weg zu einem "wirklich" nachhaltigen Leben. Daher ist die Zielsetzung von Utopia diesen Menschen eine Plattform zu bieten, wo sie sich über grüne Produkte und einen nachhaltigen Lebenswandel informieren können sicherlich richtig und wichtig. Sie stellen sicherlich auch die Mehrzahl der Mitglieder, auf Utopia, aber oft inaktiv oder passiv als Inhaltskonsumenten.

Die wirklich aktiven Utopisten, die auch spannende Inhalte, Ideen, Diskussionen etc. liefern, sind leider nicht Teil dieser Zielgruppe und stehen in ihren Aktionen und Meinungen oft konträr zu den Wünschen und Vorstellungen der von Utopia gewünschten Konsumcommunity. Leider reagiert das Utopia-Team hier etwas ungeschickt sperrt User und bringt die treuen und ideenreichen Nutzer gegen sich auf. Anstatt die Chance die sich hier bietet zu nutzen und diese unterschiedlöichen Gruppen miteinander zu verbinden und auf das gemeinsame Ziel eine bessere,lebenswertere Umwelt zu schaffen.
Alfonso PANTISANO @ 12.03.2009 21:00 CET
Ich besuche heute diesen Blog zum ersten Mal und überlege lange, ob ich mich der Diskussion stellen möchte. Mich schickt keiner vor. Wer mich kennt kann unterschreiben, dass ich immer meine eigene Meinung vertrete und diese immer gerne mitteilen. Ich mag konstruktive Diskussionen, auch wenn ich nicht immer alle Meinungen teilen kann.

Um es direkt klarzustellen: ich finde Utopia gut! Und essentiell.

Und trotzdem: Ja, es scheint auch mir so, als gäbe es zur Zeit im Forum von Utopia.de einige Kommunikationsschwierigkeiten. Die einen werden gesperrt, die anderen werden beschimpft, manche versuchen zu schlichten, einige werfen sich Paragraphen um die Ohren etc etc.

Die Ursachen sind mir nicht wirklich bekannt. Doppelte Accounts, unhöfliche und beleidigende Kommunikation im Forum. Es scheint kein Ende zu nehmen. Einige Utopisten greifen Utopia an und lassen kein gutes Haar mehr dran. Andere Utopisten greifen andere Utopisten an und werfen sich einen Ball nach dem anderen zu. Es macht kein Spass so.

Es macht absolut kein Spass sich mit Personen zu unterhalten, die sich Rebell, Kotztüte und Walter Gewalt nennen. Ja, das sind die Namen einiger User auf dem Portal Utopia.de und davon gibt es noch einige mehr. Und die Namen sind hier tägliches Programm. Und meiner Meinung nach machen sie Stunk wo es nur geht. Aber warum? Ich habe mir erlaubt in eine Diskussion bei Utopia.de meine Gedanken einzubringen und wurde von einigen radikale User im Forum regelrecht mit öffentlichen und privaten Messages und auch die eine oder andere Beleidigung angegriffen. Das macht mir nichts aus, kann damit gut umgehen. Aber muss das sein?

Utopia wird von Kritikern und u.a. auch hier als gewinnorientiertes Unternehmen kritisiert. Ist das schlimm?! Ich hoffe doch sehr, dass sie an Gewinn denken, denn ohne Geld schaffen sie es nicht ihre Arbeit zu machen und am Ende des Tages ihre Familien zu ernähren. Hand aufs Herz: wer von uns steht morgens auf und hat nicht diesen Grundgedanken im Kopf?

Geldzuwendungen vom Staat sind wohl noch eine Rarität, wenn es sie für Utopia überhaupt gibt. Sponsoren helfen wo sie können aber in Zeiten der Krise ist auch das eine Rarität. Und trotzdem erlauben es sich manche User die von Utopia ausgesuchten Sponsoren anzugreifen und sie erlauben es sich in die Vergangenheit einiger deutscher Unternehmen, die als Sponsoren oder Werbepartner auftreten, zu recherchieren um z.B. eventuelle Nazi-Verbrechen ans Licht zu bringen. Otto, Henkel und Co haben sich ihre Hände verschmutzt, die einen hier und die anderen da, die einen tiefer die anderen weniger - wird geschrieben. Mag sein.

Aber haben diese Unternehmen nicht die Chance verdient, heute im Jahre 2009, also über 60 Jahre später, es besser zu machen?! Wenn ich heute in eine Bäckerei gehe und mir dort ein Brötchen kaufe, frage ich ja auch nicht nach, ob sich der Grossvater der Verkäuferin an der Deportation der Juden beteiligt hat. Das ist Geschichte. Traurige Geschichte, ja. Aber Vergangenheit eben!

Gut, man kann z.B. diskutieren, ob die Arbeitsbedingungen der Mitarbeiter, die an der Herstellung eines Produktes beigetragen haben, sozial gerecht sind oder nicht. Ich gebe zu, man sollte es in jedem Fall hinterfragen.

Der Ton macht die Musik.

Ich habe Utopia immer als ein Unternehmen verstanden. Ein Unternehmen, das mit allen sprechen will. Radikalismus ist nicht immer gesund. Diskussion hilft da oft sehr viel weiter zu kommen. Das gilt für alle, die sich entscheiden, am runden Tisch teilzunehmen. Utopia ist für mich auch keine neue politische Partei. Und Utopia ist auch keine fundamentalistische Gruppierung. So verstehe ich Utopia wenigstens.

Utopia ist für mich ein Ort, an dem der einzelne Verbraucher sich informieren kann. Ein Ort, an dem man lernen kann, was man besser machen kann im Sinne der Klimaveränderung. Vielleicht ist Utopia für alte Hasen nicht schnell genug. Oder nicht radikal und gefährlich genug. Aber für mich und für knapp über 40.000 andere User ist es eine grosse Hilfe in meinem Alltag geworden. Die machen bei Utopia sicherlich hier und da mal einen Fehler, da bin ich mir sicher. Aber ich nehme es in Kauf und gebe ihnen die Zeit mit mir gemeinsam dazuzulernen.

Nochmal, der Ton macht die Musik. Es kann nicht sein, dass Kotztüte und Co. ständig mit einem Angriff nach dem anderen ausholen und so die Arbeit, die echte und erforderliche Arbeit von Utopia, behindern. Es kann auch nicht sein, dass einige User schon gar nicht in den Forum gehen, weil sie Angst haben, dass die gleichen drei vier User zum Gegenschlag ausholen.

Was am Ende zählt ist, dass ich und viele anderen da draussen dank Utopias Arbeit gelernt haben, was wir täglich besser machen können, um die Folgen des Klimawandels beherrschbar zu halten. Ich habe zum Beispiel vehement die letzten Monate genutzt, um auf die Wasserverschwendung von Starbucks aufmerksam zu machen. Mit Erfolg! Das Selbstbewusstsein bekam ich durch meine Vorbereitungszeit zur Utopia Konferenz, die ich im letzten November moderiert habe.

Mag sein, dass das für Kotztüte und Co. nicht genug ist, aber dann befinden sie sich wahrscheinlich auf der falschen Platform, glaube ich. Steine werfen hat noch nie etwas Gutes bewirkt, ausser kaputte Fensterscheiben und die eine oder andere Platzwunde. Das ist bestimmt nicht das Umfeld, dass sich Utopia wünscht. Ich jedenfalls fühle mich damit nicht wohl. Und ich hoffe, dass Utopia diesen leichten Sturm übersteht. In Zeiten des Klimawandels muss man solche Folgeerscheinungen in Kauf nehmen. Leider.

Und wenn Kotztüte, Walter Gewalt und Co. sich nicht einfach produktiv und ökologisch wertvoll einbringen können, dann kann ich ihnen, um weiteren Müll zu vermeiden, nur folgendes empfehlen: Schaltet bitte Eure Computer aus.
Guido Franke @ 12.03.2009 21:19 CET
Alles was zählt ist die Tat!
Claudia Langer @ 12.03.2009 22:34 CET
Lieber Reto Stauss,

zuallererst möchten wir uns bedanken für Deine Anerkennung Utopia`s als „neogrüne Plattform im deutschsprachigen Raum“. Auch über das Aufzeigen unseres Community-Potentials sind wir glücklich. Ebenso wie Du sind wir begeistert, dass sich auf Utopia tausend bunte, kluge, engagierte und talentierte Menschen tummeln. Eines unserer Ziele ist es, eine Informationsplattform zu sein, die es Gleichgesinnten ermöglicht zu netzwerken. Es freut uns, dass Du - und viele andere Utopisten - diese Möglichkeiten erkannt hast und nutzt. Damit haben wir eines unserer Ziele erreicht.

Womit wir bei Deiner Vermutung über die Utopia- Agenda, den heimlichen Zielen wären. Ja, unsere Ziele sind geheim: Wir wollen Utopia zu einem offenen und freundlichen Ort für Menschen machen, die sich für das Thema Nachhaltigkeit interessieren. Jetzt ist die Katze aus dem Sack – das Geheimnis. Wir wollen Menschen aufmerksam machen, anstoßen, Veränderungen im Bewusstsein und daher im Verhalten bewirken. Wenn man es genau nimmt, war das unsere Agenda von Beginn an – ein Vorhaben zu dem wir immer öffentlich gestanden haben.

Dann ist da noch die Frage hinsichtlich des Geschäftsmodells. Ja, wir wollen Gewinn erwirtschaften. Das aus dem einfachen Grunde, weil wir nachhaltig arbeiten wollen. Das bedeutet für uns, dass wir uns selbst finanzieren möchten, ohne vom guten Willen einiger Spender abzuhängen. Letzteres ist immer eine Hängepartie, die mit Bettelgängen und großer Existenzunsicherheit verbunden ist. Warum sollten wir unsere Nutzer und uns dem aussetzen? „Online-Werbung nervt (ist auch von gestern)“, ja das ist richtig, den einen oder anderen nervt es, manch anderer guckt drüber hinweg. Was allerdings auch von gestern ist, ist der Glaube, dass man mit guten Zwecken kein Geld verdienen darf. Wir glauben genau das Gegenteil. Erst wenn wir Unternehmen zeigen, dass es sich lohnt, nachhaltig zu wirtschaften und sich für die Themen ökologische und soziale Gerechtigkeit einzusetzen, werden eben diese Unternehmen zuhören, denn sie sind gewinnorientiert. Diese Gewinnorientierung haben wir nicht erfunden, aber wir gehen damit um. Wir wollen zeigen, dass beides geht: Nachhaltigkeit und Profit. In Amerika heißt das Social Entrepreneurship und ist weit verbreitet. In Deutschland wird soziales Unternehmertum hingegen noch belächelt. Wir möchten dazu beitragen, dass sich das ändert.

Auch die Kooperation mit Unternehmen ist für uns selbstverständlich, wenn wir nachhaltig etwas bewirken wollen. Unternehmen sind mächtig in Deutschland – nicht nur finanziell, sondern auch politisch. Nur wenn Unternehmen im Boot sind, lohnt es sich wirklich, den Kurs zu ändern. Unternehmen müssen begreifen, dass es richtig und wichtig ist, sich mit dem Thema Nachhaltigkeit ernsthaft auseinanderzusetzen. Deshalb brauchen wir die Unterstützung von Unternehmen, die mit dieser Auseinandersetzung bereits glaubhaft angefangen haben. Sie zeigen, dass es geht, dass es sich lohnt. Uns ist durchaus bewusst, dass wir dabei eine Gratwanderung vollführen. Diese haben wir allerdings bisher sehr aufrecht und ohne Absturz vollzogen. Gerade weil wir kein Greenwashing betreiben wollen, ermöglichen wir unseren Nutzern den Austausch mit Unternehmen (z.B. durch die Unternehmensprofile). Es können Fragen gestellt und Firmen (egal ob es sich dabei um Partner handelt oder nicht) herausgefordert werden.

Leider müssen wir Dir auch in Sachen Nutzer-Aktivität widersprechen. Die Anzahl der Diskussionsbeiträge ist im Utopia-Forum in letzter Zeit nicht gesunken, sondern auf gleichem Niveau geblieben. Nach wie vor beteiligen sich zahlreiche Nutzer an der bunten Welt Utopia`s und tauschen Gedanken und Informationen aus, leisten Hilfestellung und fragen nach. Das freut uns und das unterstützen wir. Die Behauptung des Artikels, dass die Aktivität der Utopisten sinkt, wird auch durch unsere kürzlich durchgeführte Nutzerumfrage widerlegt. An einem Donnerstag Vormittag haben wir die Umfrage verschickt und innerhalb von drei Stunden 650 Antworten erhalten. Nach 36 Stunden waren es bereits 1.500 Utopisten, die unseren umfangreichen Fragebogen ausgefüllt und uns ehrliches, hilfreiches und konstruktives Feedback gegeben hatten. Das registrieren wir durchaus als großes Interesse und Aktivität von Seiten der Nutzer.

Ein Ergebnis der Nutzerumfrage hat uns eine momentane Problemtik verdeutlicht: Wir möchten, dass alle Utopisten im Forum willkommen sind und sich trauen, Ihre Meinung, Ihren Standpunkt zu posten. In unserer Nutzerumfrage wurde uns ganz klar mitgeteilt, dass sich viele Utopisten eben dies nicht traut. Deshalb haben wir eingegriffen ganz einfach um den geschützten Raum, den es braucht um einen offenen Meinungsaustausch zu garantieren, aufrecht zu erhalten. Ja, es wird heftig ausgeteilt. In welchem Forum ist das nicht der Fall? Gegen das Austeilen ist auch nichts einzuwenden, wenn es denn respektvoll und konstruktiv geschieht. Einige wenige Nutzer vergreifen sich im Ton und in der Wortwahl. Auch das geschieht in jedem Forum. Da es uns jedoch wichtig ist, einen geschützten Raum anzubieten, in dem JEDER Nutzer willkommen ist, setzen wir Nutzer, die den nötigen Respekt missen lassen oder lediglich trollen wollen, durchaus auch mal vor die Tür. Unser Ziel ist es dabei nicht, Kritiker mundtot zu machen, denn es gibt noch genug Kritiker, die uns auf die Finger schauen, Fragen stellen, herausfordern. Das wird auch so bleiben. Dafür sind wir dankbar, denn nur so können wir lernen. Kritik ist also hier nicht de Punkt, sondern die Art und Weise, in der kommuniziert wird. Respekt ist für uns oberstes Gebot.

Wir danken Dir für Deine Verbesserungsvorschläge. In einigen der Punkten sehen auch wir Verbesserungsbedarf, in anderen weniger. Wir wissen, dass unseren Nutzern Transparenz sehr wichtig ist, wie uns selbst auch. Ja, in diesem Bereich müssen wir noch besser werden. Deshalb sind wir dabei, Formate zu entwickeln, die unseren Alltag, unsere Anliegen und unsere Aktivitäten für Utopisten transparenter gestalten.

In Sachen Entscheidungsfindung haben wir uns bisher durchaus bemüht, unsere Nutzer einzubeziehen. So haben wir beispielsweise die Utopisten gebeten uns Vorschläge für die Weiterentwicklung der Plattform zu machen. Viele dieser Vorschläge fließen in den neuen Webauftritt Utopia`s ein. Auch unsere Nutzerumfrage ist ein Beispiel wie wir User einbeziehen. Die große Beteiligung hat uns geholfen die Bedürfnisse der Utopisten besser zu verstehen, Probleme zu erkennen und für uns offene Fragen zu beantworten. Es gibt noch viele andere Dinge die wir tun – von Stammtischen, über Forumsdiskussionen, direkte Ansprachen bis hin zum Utopia-Award – um Utopisten direkt in die Entwicklung Utopia`s einzubeziehen. Doch auch im Bereich Entscheidungsfindung werden wir nach weiteren Möglichkeiten suchen. Es ist allerdings auch klar, dass Utopia keine basisdemokratisch geführte Plattform ist, sondern dass es sich dabei um ein Projekt handelt, bei dem es Mitarbeiter, Gründer und Gesellschafter gibt, die bestimmte Entscheidungen fällen und Regeln vorgeben. Diese Gründer, Gesellschafter und das Utopia-Team haben genau das im Sinn, was ich bereits erläutert habe: Utopia zu einem offenen und freundlichen Ort des Austauschs zu machen, ein Ort der Leute anregt, interessiert und informiert. Wer dazu Lust hat ist willkommen und eingeladen zum Mitgestalten. Wer allerdings eine völlige Neuorientierung Utopia`s erreichen möchte, wird scheitern.

Authentizität – nun gut. Wer das Utopia Team kennengelernt hat weiß, wieviel Herzblut und wirkliche Überzeugung aller Mitwirkenden täglich in die Plattform einfließt. Wer uns kennt, der weiß, dass wir verdammt authentisch sind. Kann man dies durch mehr direkte Kommunikation mit den Nutzern verstärken? Ja natürlich. Leider fehlen den „Lenkern“ (wie Du sie so schön nennst) zeitliche Ressourcen, um so in den Austausch treten zu können, wie sie es denn gerne täten. Deswegen haben wir ein Team, dass uns unterstützt, und für genau diesen Austausch verantwortlich ist. Es sei aber gesagt, dass sich die „Lenker“ bemühen, öfter ansprechbar zu sein. Vielleicht finden wir auch hier bald ein geeignetes Format, welches trotz Zeitmangel eben dies ermöglicht.

Und nun zu guter Letzt zu den Projekten aus der Community: wir können weder zeitlich, noch finanziell oder ressourcen-technisch die Breite der uns regelmäßig vorgeschlagenen Projekte aus der Community unterstützen. Wir sind keine Aktionsplattform, können es nicht sein. Auch wenn Du es anzweifelst, so wollen wir eine „lebendige, eigenmotiviert und heterogen handelnde Gemeinschaft“ bilden. Eigenmotiviert – das ist der Schlüssel. Wir bieten das Netzwerk, umsetzen muss jeder selbst oder Utopia nutzen, um geeignete Unterstützung zu finden. Das dies funktioniert, haben Projekte in der Vergangenheit bewiesen.

Ja, wir wollen einen grossen Chor, denn wir wollen verändern, wir wollen aufmerksam machen, wir wollen gehört werden. Nur wenn wir dies erreichen, macht das Engagement aller Utopisten einen Sinn. In diesem Chor sind auch kritische Stimmen gerne willkommen, ja sie werden gebraucht, dürfen und sollen uns sogar vorantreiben. Allerdings ist uns wichtig, dass nicht nur Missstände aufgezeigt, sondern dass auch Lösungen vorgeschlagen werden. Das ist konstruktiv, das ist es, was uns hilft, was wir brauchen. Es ist einfach, Kritik zu üben, zu zeigen, was alles schief geht. Schwerer ist es, konstruktiv und kreativ zu sein, Möglichkeiten zu erdenken, wie man es besser machen kann. Da hören wir zu. Das ist es, was wir wollen. Wir lieben diesen Chor mit all seinen Facetten, Herausforderungen und Gegensätzen. Wir glauben an diesen Chor und wir glauben an uns – dass wir alle zusammen etwas Großes bewegen können – auch ohne Revolution, auch (oder erst recht) ohne Anti-Haltung.

In diesem Sinne: auch mitmachen ist erlaubt, nicht nur beobachten. ;-)
Claudia
Reto Stauss @ 12.03.2009 22:48 CET
@Mattes: grundsätzlich finde ich es nicht verwerflich, wenn ein Unternehmen auf die grüne Welle reitet, aber immer mit offenem Visier. Man kann Entscheidungen fällen, welche nicht allen gefallen, aber wenn man die Gründe nicht transparent macht, dann killt das Vorschussvertrauen. Und bezüglich Geschäftsmodell: genau was Du erwähnst, hatte ich mal vorgeschlagen. Natürlich gab es keine offizielle Reaktion darauf.

@Burnie: Hauptproblem von Utopia ist das Verständnis von Gemeinschaft, welches sie haben. Sie wollen keine Online Community, sondern ein oberflächliches Social Network a la Facebook. Wirkliche Initiative aus der Gemeinschaft ist nicht nötig, sondern sogar störend. Finde ich auch ok, _wenn man es so kommuniziert_. Was man natürlich nicht ernsthaft kann ...

@fairskate: ganz so pessimistisch bin ich nicht bezüglich der Absichten von Utopia. Ich denke, die Macher haben schon eine lohasige Einstellung, aber - wie immer wieder betont - keine "fanatische" oder "fundamentalistische". Aber Utopia wird irgendwann das Geld ausgehen, weil das Geschäftsmodell nicht funktioniert, nicht funktionieren kann, wenn man glaubwürdig bleiben will.

@Guido: ich kann die Enttäuschung von allen verstehen, welche viel Zeit (und mehr) in die Plattform investiert haben. Und sie sich jetzt nicht als das entpuppt, was man ursprünglich erwartet hatte.

@Markus: ja, ich finde es eben auch schade, dass Utopia das Potential der Gemeinschaft nicht erkannt hat. Jetzt laufen die Lead User davon ...

@Alfonso: Bist Du echt? Ich meine, authentisch? Meinst Du, was Du schreibst? Gibt es da im echten Leben einen Alfonso PANTISANO, der genau das meint, was in diesem Text steht? Das ist sind echte Fragen, keine Ironie.
Alfonso PANTISANO @ 12.03.2009 22:57 CET
Ob ich authentisch bin?! Meine ich was ich schreibe?! Ich bin das zu einhundert Prozent.
Daniel @ 12.03.2009 23:43 CET
Ich bin zwar kein aktiver Nutzer vom Utopia-Forum, aber aus dem was ich über andere Netz-Communities weiß, würde ich sagen, dass der "Sturm" bzw. die Krise, die Utopia gerade durchlebt eine typische und kritische Phase in der Bildung einer solchen Community darstellt.

Zum einen ist da das Problem der Trolls, also von Störern wie Kotztüte und Co., die absichtlich ander Mitglieder durch Flaming stören und den Frieden in Gefahr bringen.

Auf der anderen Seite, und das sollte nicht verwechselt werden, scheint gerade ein Selbstfindungsprozess der Mitglieder stattzufinden, in dem sie ihr Verständnis der Plattform mit dem anderer Mitglieder und dem der Betreiber von Utopia abgleichen (dies hat Markus oben angesprochen).
Gerade bei einem so breiten Anspruch, den Utopia hat, und dem ohnehin schon schwierigen Nachhaltigkeitsthema ann es hier große Unterschiede geben. Sowas hat natürlich eine gewisse Eigendynamik, welche den Interessen der Betreiber (und deren Sponsoren) zuwiderlaufen kann.
In der Frage, wie damit umzugehen ist, sind Sperrungen sicherlich nicht der richtige Weg. Vielleicht können ja aber Nutzer und Betreiber gemeinsam Wege finden, zu akzeptablen Formen der Kommunikation zu finden, die Kritik zulassen (die ist im Netz ja leider manchmal sehr hart).
Dabei können die Betreiber entweder transparent sagen "wir haben die und die Ziele und möchten die und die Nutzer ansprechen" oder sie bleiben bei dem breiten Anspruch und lassen sich darauf ein, die Nutzer selbst mitbestimmen zu lassen. Dadurch wird ein Stück Kontrolle abgegeben, aber das ist ja vielleicht auch Sinn des Web 2.0.
Beides kann dazu führen, dass einige Nutzergruppen abwandern.
Reto Stauss @ 13.03.2009 00:02 CET
Liebe Claudia

Ich gehe mal davon aus, dass Du bist, für die Du Dich ausgibst. In dem Sinne herzlichen Dank für die schnelle und umfangreiche Stellungnahme!

> Womit wir bei Deiner Vermutung über die Utopia- Agenda, den heimlichen Zielen wären. ...

Das war nicht exakt das, auf was ich hinauswollte: schau, es bleibt einfach ein ungutes Gefühl, wenn man als (Online-)Persönlichkeit viel von sich preisgibt, sei es in Form eines Profiles oder Beiträgen, diese Daten irgendwie gesammelt und verwertet werden. Was damit genau passiert, weiss ich nicht. Utopisten sind Menschen! Und sie wollen nicht "genutzt" werden, um in irgendwelchen Kundensegmenten zu landen, damit schlau Werbung ausgeliefert werden kann. Stichworte: doubleclick.com und all die anderen Tracker, welche beim Laden einer Seite aufgerufen werden.

Un das andere ist die Frage, wie glaubwürdig man sein kann, wenn man einerseits als unabhängiges Verbraucherportal auftritt und andererseits wirtschaftlich von Herstellern abhängig ist.

> Dann ist da noch die Frage hinsichtlich des Geschäftsmodells. Ja, wir wollen Gewinn erwirtschaften.

Das ist legitim, keine Frage.

> Was allerdings auch von gestern ist, ist der Glaube, dass man mit guten Zwecken kein Geld verdienen darf.

Auch damit bin ich völlig einverstanden. Davon habe ich auch nicht geredet.

> Uns ist durchaus bewusst, dass wir dabei eine Gratwanderung vollführen. Diese haben wir allerdings bisher sehr aufrecht und ohne Absturz vollzogen. Gerade weil wir kein Greenwashing betreiben wollen, ermöglichen wir unseren Nutzern den Austausch mit Unternehmen (z.B. durch die Unternehmensprofile). Es können Fragen gestellt und Firmen (egal ob es sich dabei um Partner handelt oder nicht) herausgefordert werden.

Das wird nicht von allen so beurteilt.

> Leider müssen wir Dir auch in Sachen Nutzer-Aktivität widersprechen. Die Anzahl der Diskussionsbeiträge ist im Utopia-Forum in letzter Zeit nicht gesunken, sondern auf gleichem Niveau geblieben.

Ich habe nicht geschrieben, dass die Anzahl gesunken sei, sondern nur festgestellt, dass die Anzahl der neuen Diskussionsbeiträge für die Grösse der Mitgliederbasis erstaunlich niedrig ist.

> Die Behauptung des Artikels, dass die Aktivität der Utopisten sinkt,

Wo wird das behauptet?

> Gegen das Austeilen ist auch nichts einzuwenden, wenn es denn respektvoll und konstruktiv geschieht. Einige wenige Nutzer vergreifen sich im Ton und in der Wortwahl. Auch das geschieht in jedem Forum.

Richtig beobachtet.

> Da es uns jedoch wichtig ist, einen geschützten Raum anzubieten, in dem JEDER Nutzer willkommen ist, setzen wir Nutzer, die den nötigen Respekt missen lassen oder lediglich trollen wollen, durchaus auch mal vor die Tür.

Etwas seltsam dünkt mich einfach, wenn dies Mitgliedern passiert, die schon lange aktiv dabei waren. Die Frage ist, was sie dazu getrieben hat, dass sie "ausfällig" wurden ... aber das kann man nur im Gespräch von Mensch zu Mensch erfahren.

> In Sachen Entscheidungsfindung haben wir uns bisher durchaus bemüht, unsere Nutzer einzubeziehen. So haben wir beispielsweise die Utopisten gebeten uns Vorschläge für die Weiterentwicklung der Plattform zu machen.

Das ist zwar wichtig, aber ein Nebenschauplatz.

> Es ist allerdings auch klar, dass Utopia keine basisdemokratisch geführte Plattform ist, sondern dass es sich dabei um ein Projekt handelt, bei dem es Mitarbeiter, Gründer und Gesellschafter gibt, die bestimmte Entscheidungen fällen und Regeln vorgeben.

Das ist legitim.

> Wer dazu Lust hat ist willkommen und eingeladen zum Mitgestalten. Wer allerdings eine völlige Neuorientierung Utopia`s erreichen möchte, wird scheitern.

Ja, schade.

> Authentizität – nun gut. Wer das Utopia Team kennengelernt hat weiß, wieviel Herzblut und wirkliche Überzeugung aller Mitwirkenden täglich in die Plattform einfließt. Wer uns kennt, der weiß, dass wir verdammt authentisch sind. Kann man dies durch mehr direkte Kommunikation mit den Nutzern verstärken? Ja natürlich. Leider fehlen den „Lenkern“ (wie Du sie so schön nennst) zeitliche Ressourcen, um so in den Austausch treten zu können, wie sie es denn gerne täten.

Authentizität entsteht leider nicht durch das Schreiben darüber, sondern durch Dialog und Begegnung. Ihr, die Lenker, seid einfach weit weg von der Basis. Aber das ist natürlich nicht für alle ein Problem.

Und wenn ihr als Lenker nicht mehr in den Dialog mit den Mitgliedern treten könnt, dann seid ihr schlicht zu gross. Oder habt eine suboptimale Struktur.

> Deswegen haben wir ein Team, dass uns unterstützt, und für genau diesen Austausch verantwortlich ist. Es sei aber gesagt, dass sich die „Lenker“ bemühen, öfter ansprechbar zu sein. Vielleicht finden wir auch hier bald ein geeignetes Format, welches trotz Zeitmangel eben dies ermöglicht.

Das Format wäre bereits da: das Forum.

> Wir sind keine Aktionsplattform, können es nicht sein.

Ja, das wird langsam offensichtlich. Viele hatten dies gehofft. Weil Veränderung eben immer auch von unten ausgeht.

> In diesem Sinne: auch mitmachen ist erlaubt, nicht nur beobachten. ;-)

Tja, das ist meine Rolle hier. Und leider mag ich nicht einfach Chormitglied sein, sondern ich glaube, dass die Zukunft im eigenmotivierten und eigenverantwortlichen Handeln liegt. Dezentral, klein, agil. Die meisten Probleme, welche wir haben, sind durch "unmenschliche" Grösse enstanden.

Es geht nicht um Quantität, es geht um Qualität.

Nochmal, Claudia, danke für Deine Stellungnahme! Einige Dinge sind klarer geworden.

Und auch klar ist, dass wir in unterschiedlichen Welten leben, aber ich hoffe, es gibt immer wieder Brücken ...
Reto Stauss @ 13.03.2009 00:08 CET
@Claudia: was mir gerade noch einfällt: bist Du nicht bei Kerner?
Claudia Langer @ 13.03.2009 00:14 CET
Ja, bin oder besser war ich. Ist nicht live. Aber jetzt gerade zu sehen.
Burnie @ 13.03.2009 00:32 CET
Hi Claudia,

danke für die umfänglichen Worte hier.

Kurz zu deiner Aussage: "Nur wenn Unternehmen im Boot sind, lohnt es sich wirklich, den Kurs zu ändern. Unternehmen müssen begreifen, dass es richtig und wichtig ist, sich mit dem Thema Nachhaltigkeit ernsthaft auseinanderzusetzen. "

Ich dachte und bin davon überzeugt, dass wir als Verbraucher die Macht haben zu entscheiden, was wir kaufen und damit die Macht, den Unternehmern (zumindest den Teil der es noch nicht verstanden hat) zu zeigen, dass sie mit uns keine Gewinn und nicht mal mehr Umsatz machen, wenn sie nicht saueber, - "nachhaltig" produzierte Güter herstellen!
Christina @ 13.03.2009 09:22 CET
Lieber Reto,
danke für deine gute Analyse und dein Nachhaken!

Liebe Claudia,
danke für deine Antworten.

so eine schnelle Reaktion von Dir und so ein "Ernst nehmen" der Fragen und Fragenden und einen Dialog auf Augenhöhe, wünscht sich wohl auch "Deine" Community, von der ein großer Teil eben NICHT NUR GRÜN KONSUMIEREN will.

Utopia zieht Menschen an, die selbst denken, die nicht nur schon mal anfangen wollen, sondern schon viel weiter sind und GEMEINSAM noch viel weiter kommen möchten.

Deine Antworten, die du hier gegeben hast, wären auch im Forum von Utopia.de notwendig.

Utopia scheint mir in Richtung Community ein riesiges Kommunikations- und Wahrnehmungsproblem zu haben.

Nach außen/außen (wie hier): alles paletti,
PR und dialogorientiert.

Nach innen/außen (Community): wenig befriedigende Antworten, kein souveräner Umgang mit Kritik, Sperren von kritischen Profilen.

Es entsteht der Eindruck, dass Kritik nicht erwünscht ist und einfach nur platt gemacht wird.

Ihr solltet Euch nicht wundern, dass die Kritik provokanter wird, wenn echte Antworten auf konstruktive Kritik und Fragen der Mitglieder ausbleiben.

Auch ehemals sehr dialogorienterte,"friedliche" und konstruktive User äußerten und äußern inzwischen sehrsehr deutliche Kritik.

Hierbei geht es nicht um sogenannte "Trolle", die einfach nur stören wollen. Auch die gab es natürlich schon auf Utopia wie in jedem Forum auch, mit denen ist die Community selbst sehr gut fertig geworden.

Wenn Utopia ausschließlich eine "KONSUM-Community" ist, wie Markus so schön formuliert hat, solltet Ihr Eure Kommunikation auch klar daraufhin abzielen.


Ihr würdet die Kritik und Enttäuschung vieler User vermeiden können und hättet nicht diese aktuelle Glaubwürdigkeitskrise.

Beste Grüße
Christina
Ina (Blogpaten) @ 13.03.2009 10:35 CET
Sehr interessante Diskussion mal wieder hier bei Dir, Reto. Vielen Dank auch an Claudia Langer, die hier ebenfalls mitdiskutiert.

Die Punkte "Gewinn erwirtschaften" und "Kooperationen eingehen" finde ich hierbei sehr interessant.

Ich glaube Firmen setzen (noch) zu sehr auf quantitative Faktoren (Klickstatistiken), bevor sie überhaupt erst ein ernsthaftes Interesse signalisieren, Kooperationen einzugehen. Dies fördert dann imho wiederum das Entstehen von solch suboptimalen Strukturen, wie ich sie eben auch bei großen Plattformen sehe. Die Initiatoren verlieren den direkten Dialog zur Basis, schaffen das zeitlich nicht mehr. Das ist schade!

Ich finde gerade auch die Feststellung von Claudia Langer: "Wir sind keine Aktionsplattform, können es nicht sein." sehr interessant.

Dabei wäre es doch prima, wenn gerade Aktionen neben mehr Aufmerksamkeit auch finanziell durch solche Plattformen gefördert werden könnten. Auch konkrete Aktionen auch kleine Aktionen die über ihren Projektstand authentisch berichten (also richtig guten Content liefern), müssten hier von den erzielten Werbeeinnahmen profitieren können. Auch könnte man Kanäle zu anderen Aktionsplattformen öffnen. Da könnte man doch mal drüber diskutieren und gemeinsam neue Wege erproben.

Ich würde mich freuen und es interessant finden, wenn @Claudia Langer zu diesem Punkt auch etwas aus ihrer Sicht antworten könnte oder fällt das schon unter "Neuorientierung" und ist daher Off-Topic?

Mich beschäftigt auch seit langem folgende Frage von Sebastian, den ich hier mal zitieren möchte: "Warum Menschen, die etwas sinnvolles tun, laut vorherrschender Meinung schlechter bezahlt werden sollten als die Hersteller von Handyklingeltönen etc., ist eine weitere Frage, für die ich bisher keine befriedigende Antwort gefunden habe…)" (Quelle: http://blog.helpedia.de/gemeinnutziger-sektor/verwaltungskosten-im-gemeinnutzigen-sektor/)

Es ist schwierig für ein kleines "niedrigschwelliges" Projekt Kooperationspartner vor Ort zu finden. Eine Bündelung vieler "niedrigschwelliger" Projekte zunächst unter einem "Dach" halte ich da durchaus für sinnvoll, wenn es darum geht überhaupt erst in einen "sichtbaren" Bereich zu kommen. Nur muss dieses "Dach" dann eben auch offen und gut vernetzt sein. Ein offenes Dach also wäre in diesem Falle sogar gut, da kann es dann Kooperationspartner reinregnen. ;-)
RockRebell @ 13.03.2009 10:47 CET
Schön.
So langsam wird die Beschreibung Utopias von der Utopia-AG auch für Langsamdenker wie mich nachvollziehbar, danke für das Statement, Claudia.

@Alfonso: Ich weiss nicht, welchen "Rebell" Du meinst. Mich sicherlich nicht, da wir uns noch nicht "unterhalten" haben.

Liebe Grüsse

Udo
Jochen (netzwirken) @ 13.03.2009 14:19 CET
Danke für Eure Diskusiion hier. Jedes Puzzelstück hilft eine neue Welt zu definieren. Es ist bestimmt noch lange hin um Konsens zu erreichen (will man das überhaupt ;-)?), doch es freut mich, dass an so vielen Orten die ersten Schritte gemacht werden und gestritten wird. Tja - Definitionen und (Selbst)verständnis von Neuem (Denken und Handeln): Vorgestern wurde z.B. auch in Köln auf der ersten Regionalvorstellung des GENISIS Institut wieder heftig um die Begrifflichkeit "Social Business" diskutiert...
Doch Toll: Wir sind auf dem Weg :-) !
Mattes @ 13.03.2009 14:23 CET
Alfonso:

> Utopia wird von Kritikern und u.a. auch hier als gewinnorientiertes Unternehmen kritisiert. Ist das schlimm?!

Nein. Aber es definiert die Handlungsspielräume und Grenzen der Struktur, in diesem Fall von utopia.de. Utopia.de existiert, um zu Gewinn zu machen (=der Zweck). Die inhaltliche Ausrichtung ist eine Neogrün-Community (=das Mittel). Wenn das Mittel nicht den Zweck hervorbringt, dann wird das Mittel verändert, nicht der Zweck. So funktioniert das mit Unternehmen in einer Marktwirtschaft nunmal.

Nochmal: Das ist nicht als Vorwurf gedacht, sondern als sachliche Beschreibung der strukturellen Sachzwänge von Utopia.de.

Eine gewinnorientierte (=betriebswirtschaftlich denkende) Struktur ist per Definition ungeeignet für gemeinwohlorientierte (=volkswirtschaftlich denkende) Ziele. Darum sind z.B. in Deutschland die Schulen in öffentlicher Hand. Es gibt nur eine relevante Ideologie, die diese Zusammenhänge in Frage stellt, das ist die Neoklassik/ der Neoliberalismus. Der ist spätestens Mitte der 90er akademisch gescheitert, aktuell sehen wir auch seinem praktischen Untergang zu.

Alternativen sind z.B. eine Communityfinanzierung (Premium-Accounts, Merchandising, Genossenschaftsmodell, ...) oder Zuwendungen von Stiftungen und ähnlichem. Auch Gewerbe, wenn es nur einen kleinen Teil des Unterhalts auchmacht. Oder ein Mix aus allem.
Jochen (netzwirken) @ 13.03.2009 14:46 CET
@Mattes: "Eine gewinnorientierte (=betriebswirtschaftlich denkende) Struktur ist per Definition ungeeignet für gemeinwohlorientierte (=volkswirtschaftlich denkende) Ziele."

Dem möchte ich ausdrücklich widersprechen - darin sehe ich gerade die großen Chancen die sich uns nun bieten:

http://www.genisis-institute.org/57.html

http://de.wikipedia.org/wiki/Social_Business

http://www.schwabfound.org/sf/SocialEntrepreneurs/index.htm
Ina (Blogpaten) @ 13.03.2009 15:08 CET
Hallo Jochen,

ich sehe das auch als Chance.
Ihr versucht das ja auch mit netzwirken. Aber die Kooperationspartner rennen einem ja nicht gerade die Tür ein, weil man eben für die viel zu klein und unbedeutend ist, als das sie sich davon einen Mehrwert (im Sinne von Öffentlichkeitswirksam, Image usw.) versprechen. Das ist meine Erfahrung.

Viele ziehen daraus die Schlußfolgerung, abgeschottete Communities zu bauen und zunächst einmal wie verrückt Mitglieder zu sammeln, um überhaupt erst wahr genommen zu werden.

Wie seht Ihr das?
Mattes @ 13.03.2009 15:17 CET
Jochen,
wie willst du den Widerspruch theoretisch oder empirisch begründen? Es klappt praktisch nirgendwo effektiv. Guck dir doch nur die Entwicklung der Gas- und Strompreis in Deutschland nach der Liberalisierung an. Die Qualität der Stromnetze in den USA. Die Qualität und Preislage der privatisierten Wasserversorgung in Südamerika. Die Erfahrungen praktisch aller Staaten, die Eisenbahnen und Fluglinien privatisiert haben (Bsp: Neuseeland). Die blühenden Landschaften in Mecklenburg-Vorpommern (in Deutschland das Bundesland mit der stärksten Liberalisierung des öffentlichen Lebens, Rostock hat z.B. die erste in Deutschland privatisierte Wasserversorgung. Kannst ja mal die Wasserpreise vergleichen. Oder die Qualität an den vermarkteten Schulen. Oder die Lehrergehälter (sind nicht verbeamtet). Oder...).

Klar, wenn der Staat sich aus den Bereichen freiwillig zurückzieht, dann ist ein Unternehmen mit einer halbwegs sozialen Agenda natürlich besser als überhaupt keine soziale Agenda, aber an der grundsätzlichen Tatsache ändert sich nichts: Das Soziale ist per Definition dem Gewinn untergeordnet. Soziales (oder Ökologisches) ist für Unternehmen nur relevant, wenn es quantifiziert, also in Währungseinheiten gemessen werden kann _und_ wenn sie als Nachfrage am Markt auftreten können. Das ist glaub ich selbst auf neoklassischer Seite unbestritten.
Jochen (netzwirken) @ 13.03.2009 15:20 CET
@Ina
Eines unserer Mottos (von einem meiner Partner favourisiert), wie ich u. a. auch diesen neuen "Markt" für mich definiere:
"Ich muss nicht unbedingt gewinnen, aber ich muss ehrlich sein. Ich muss nicht unbedingt erfolgreich sein, aber ich muss nach dem Licht streben, das in mir ist."
(Benjamin Franklin *1706 +1790 / Politiker, Schriftsteller, Erfinder, Naturphilosoph)
mahony @ 13.03.2009 15:20 CET
der auftritt in JBK war einfach ne katastrophe.. mir ist immer noch nicht klar was die da machen bei utopia.. das ist mir zuviel luft, die hat es gestern abend wieder nicht geschafft mal auf den punkt zu bringen, zudem ist die webseite jetzt seit start das gleich disaster.. die haben nach 2 jahren immer noch nix gelernt und gestern abend gab es wieder kein hineinkommmen... die webseite war während der sendung blockiert.. das war doch nicht live die sendung, da hätten die doch vorbereitet sein müssen..
Jochen (netzwirken) @ 13.03.2009 15:37 CET
@Mattes
Leider muss ich Dir Recht geben, wenn Du noch vom "Jetzt" im Großen Ganzem redest.
Aber ist es ein Grund diese Realitäten zu akzeptieren und zu kapitulieren?
Ich glaube diese Kapitulation wird von vielen Menschen immer mehr negiert und es werden immer mehr neue Wege gesucht, ausprobiert und realisiert. Natürlich ist zur Zeit eine Zeit des "trial and error"

Darum bestimmt auch hier die Diskussion um Utopia, die ich aber auch mit Claudias und Utopias Motto beantworten möchte: "Wir fangen dann einfach schon mal an!"...
Es ist klar, dass der Weg noch länger dauern wird, doch ich empfinde immer mehr Lust und das Erkennen eines "Muss"...

Und um einmal das "nirgendwo" aus Deinem: "Es klappt praktisch nirgendwo effektiv" zu streichen ein Beispiel: http://www.grameen-info.org/ - mehrere 10 Mio. Menschen sind durch eine "Bank" aus der Armut gerettet worden
Mattes @ 13.03.2009 15:51 CET
Jochen,

(Nur vorab: ich kapituliere nicht, im Gegenteil! Ich kritisiere nur diese konkrete Methode.)

Klar, Grameen ist bekannt. Fällt aus meiner Sicht unter die Kategorie "wenn der Staat sich aus den Bereichen freiwillig zurückzieht, dann ist ein Unternehmen mit einer halbwegs sozialen Agenda natürlich besser als überhaupt keine soziale Agenda"... - als (autoritäre, die Menschenrechtsdebatte möchte ich hier jetzt nicht ansprechen) Alternative: schau dir mal die Geschichte Russlands und Chinas an. Gerade China ist beeindruckend: Da gab es zu Beginn praktisch nur Subsistenzbauern, die im Winter reihenweise starben. China hat in 25 Jahren mehr als 60% der gesamten eigenen Bevölkerung aus der Armut geholt. Durch externe Studien bestätigte 60%! Das Land hatte zu Beginn praktisch keine Industrie oder Devisen.

Nochmal: mein Argument ist nur, das die Kopplung von Unternehmen und sozialen/ökologischen Zielen ineffektiv ist. Es gibt noch massig (auch nichtautoritäre ;)) Wege, diese Welt zu optimieren. Utopia.de als Genossenschafts-ähnliches Modell z.B. - schon ist man die Tücke mit der Gewinnorientierung, die gegen die Interessen der Mitglieder steht, los.
Jochen (netzwirken) @ 13.03.2009 16:17 CET
@Mattes
Natürlement sehe ich keinen hier, der Retos Blog liest als "Kapitulierenden" ;-)

Ich repektiere Deine berechtigten Zweifel und Argumente.
Ich meine jedoch, wie schon gesagt, dass gerade die Verknüpfung von ökonomischen Prinzipien mit ökosozialen Zwecken die größte Chance für Veränderung sein kann.

Ich glaube, gerade in Deutschland wird diese Diskussion noch die nächten Monate brauchen. Vielleicht kommt es daher, dass wir uns so lange unser "Super-Luxus-Sozialsystem" leisten konnten und das "Gutes Tun" nun bei uns die Tradition des "Reinen und Weißen" haben muss. Viele ökologische und soziale Probleme haben halt der Staat oder die NGO / NPO zu lösen.

Doch ich schaue in den angelsächsischen Raum und sehe Fakten, dass es dort keine Berührungsängste gibt und soziales Unternehmertum eine der größten Bewegungen ist. Traditionell ist es dort ein Wirtschaftszweig und die Erkenntnis, das "Gutes Tun" auch Geld kostet und die darin arbeitenden "Player" Geld verdienen möchten. Ich glaube, was uns fehlt ist einfach die Transparenz und die Erkenntnis, dass es nun mal Geld kostet - aber die großen Organisationen haben leider nur das Image des "Gutmenschentums" gepflegt. Und wir machen dann zu Weihnachten unsere "Ablassspende" ;-)
Doch de facto ist es anders, wenn mal mal genai hinschaut: Jede große Organiation ist ein wirtschaftliches Unternehmen, hat seinen GmbH-Ableger, verkauft Image an Unternehmen....

Für mich muss einfach ein Paradigmenwechsel kommen: Transparenz und Ehrlichkeit: Klar sind wir ein Unternehmen und wollen wir Geld verdienen - aber unser Unternehmnszweck ist "das Gute".

Zu Utopias Aufstellung und Geschäftsmodell kann ich mir keine Beurteilung erlauben - da bin ich zu wenig informiert und sollte diese Diskussion dem Utopia Team überlassen.

Für unser kleines StartUp netzwirken kann ich nur sagen: Wir sind ein Social Business, haben bisher nur einen "SROI" (Social Return of Invetsmen" - aber wollen dies jedoch auch bald ändern. Und zwar nicht nur für die eigene Tasche, sondern für die Zig-anderen Ideen, die wir noch umsetzten wollen...
Hans @ 13.03.2009 16:20 CET
Bravo Reto! Ich kann Dir voll und ganz zustimmen!

@Claudia Langer
Und zu Frau Langer: Die Kunst von Utopia ist das Erfinden von Sprechblasen! Dass Utopia Geld verdienen soll und muss, ist doch völlig selbstverständlich; das sollte auch niemanden stören. Ich habe nur massive Probleme, Ihnen die nach außen hin postulierten Beweggründe dafür abzunehmen.

Der von Ihnen so beschworene "Authentizitäts-Funke" springt jedoch nicht auf mich über, weder auf der Utopia-Website noch im Newsletter. Was ich sehe ist stets der angestrebte "Tanz mit den Großen" aus Politik und Wirtschaft, aber keinen einzigen Tropfen "Herzblut" bei all den (guten) Dingen, die da ständig getan werden. Ich rätsele seit Bestehen von Utopia, woran es liegen mag, dass dieser Funke nicht überspringt, vor allem, weil mir das bei all den anderen, die sich für nachhaltigen Konsum im weitesten Sinne engagieren, nicht so ergeht. Sie werden sicher eine passende Anwort für mich darauf haben. (Aber bitte einleitend nicht so aufdringlich "liebevoll einsäuseln" wie den Reto!)

Viele Grüße,

Hans
Ina (Blogpaten) @ 13.03.2009 16:31 CET
@Jochen (netzwirken),
feines Zitat :-)
Was mich interessieren würde: welche Erfahrungen habt Ihr dabei gemacht, um Kooperationspartnern zu finden, die Geld für die Challenges spenden? Das ist doch an sich eine gute Sache. (im Sinne von CSR für die Firmen) Warum ist es so schwer, geeignete Kooperationspartner zu finden? Oder ist es das gar nicht? Danke!
Jochen (netzwirken) @ 13.03.2009 16:53 CET
@Ina
Förderer für eine challenge zu finden ist natürlich unsere große Herausforderung.
Im Mom. sind wir dabei uns erst einmal hinter den Kulissen zu professionalisieren, da die beiden ersten challnges so erfolgreich gelaufen sind und uns fast mit dem Erfolg überfordert haben...

Aber auch wenn wir es weiter erst einmal ein wenig schwer haben werden, sind wir zuversichtlich, dass es imer einfacher werden wird. Da sind wir bei den ökonomischen Prinzipien: Wir müssen mit netzwirken weiter totale Transparenz, Ehrlichkeit und unseren Willen und unsere Absichten zeigen - unsere Idee Attraktiv und Verständlich gestallten. Dann sollten wir bestimmt auch die User finden, die mit dem kostenlosen Klick auf netzwirken mit Ihrer Meinung etwas Gutes bewirken möchten. (Ich mach ja fast schon Marketing hier ;-) )Und dann wird es einfacher werden: Je mehr Internetnutzer netzwirken nutzen, desto einfacher wird es Förderer durch Fakten zu gewinnen, desto einfacher höhere Fördersummen für die Projekte zu erhalten, desto mehr mediale Aufmerksamkeit, desto mehr "Netzwirker"... :D
Also: Im Mom. noch schwierig, aber wir hängen uns rein - zumd. unsere Thematiken werden durch die höhere Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit, bei den Unternehgmen immer mehr verstanden...

Nu bin ich aber erst einmal aus der Disk. raus: 1.: es geht ja schon fast hier Off Topic, sorry Reto, weiter mit Utopia. 2.: Mein Hund und ich wollen ein paar Sonnenstrahlen nutzen :-)
Ina (Blogpaten) @ 13.03.2009 17:25 CET
Danke Jochen :-)

Genau das ist ja der "Knackpunkt". Zitat:

"Je mehr Internetnutzer netzwirken nutzen, desto einfacher wird es Förderer durch Fakten zu gewinnen, desto einfacher höhere Fördersummen für die Projekte zu erhalten, desto mehr mediale Aufmerksamkeit, desto mehr "Netzwirker"... :D"

Das trifft doch so im Prinzip auf alle Communities zu. Es geht zunächst immer um die notwendige Göße einer Community. Dabei wird die dezentrale Vernetzung, die ja auch stattfindet, vernachlässigt bzw. ist oft nicht erwünscht. (Abschottung der Communities nach außen)

Anm: ich möchte hier weder kritisieren noch die Leistung und das Engagement schmälern, dass in Community-Arbeit steckt, sondern suche lediglich nach Alternativen, die auch dezentrale und offene Communities für Kooperationspartner interessant machen, bzw. versuche herauszufinden, wieso das Potential dezentraler Vernetzungsstrukturen so wenig erkannt und gefördert wird.

Dynamische dezentrale Vernetzungsstrukturen scheinen eben (noch) kein Fakt zu sein, der Kooperationspartner überzeugt.

Vielen Dank für Eure Gesprächsbereitschaft zu diesem Thema.
fairskate @ 13.03.2009 19:49 CET
Ich denke, eine nachhaltige Wirtschaft braucht eine Wirtschaftsordnung, die ausreichende ökologische und soziale Standards gesetzlich verankert und Anreize zu ihrer Übertreffung gibt. Freiwillige Nachhaltigkeitsbeiträge (CSR) reichen nicht.

Natürlich gibt es schon heute Unternehmen, die Mensch und Umwelt als hauptsächliche Unternehmensziele haben und lediglich einen ausreichenden und nicht einen maximalen Gewinn anstreben. Das funktioniert aber nur in der Nische, die durch entsprechend ausgerichtete Konsument_innen geschaffen wird. Durch das gestiegene Bewusstsein wird diese Nische derzeit potentiell größer. Gleichzeitig wird diese Nische aber auch umso kleiner, je mehr diese "öko-sozialen Unternehmen" von Trittbrettfahrern bedrängt werden, die sie mit niedrigeren Preisen aber eben auch niedrigeren Standards unterbieten und in deren eigentlichem Hauptgeschäft Mensch und Umwelt unvermindert ausgebeutet werden.

Utopia kooperiert mit solchen Unternehmen und macht es damit denen, die ernsthaft versuchen mit einer öko-fairen Produktion im Markt zu überleben, unnötig schwer. Utopia erweckt den Eindruck, dass z.b. bei Kleidung zwischen Otto und slowmo kein allzu großer Unterschied besteht. Dabei ist dieser gewaltig. slowmo produziert so fair und ökologisch wie es derzeit möglich ist. Otto produziert und verkauft hauptsächlich umweltschädlich produzierte Sweatshopware und dazu eine kleine Linie, die ökologisch, aber eben auch nicht sozial, etwas anständiger ist.

Da Otto nicht börsennotiert ist, könnten sich die Anteilseigner durchaus dafür entscheiden, auf einen Teil ihres Gewinns zu verzichten und dafür anständiger zu produzieren sowie unnütze und zugleich umweltschädliche Produkte ganz aus dem Sortiment zu nehmen. Tun sie aber nicht und werden sie wohl auch niemals tun, wenn sie nicht gezwungen werden. Vermutlich halten sie sich selbst mit ihre Trippelschritten schon für Weltverbesserer_innen. Ich würde ihnen das auch gar nicht vorwerfen. Don't hate the player, hate the game.

Wie die meisten Unternehmen ist Otto mit dem alleinigen Ziel "Gewinn" in den Markt eingestiegen. Diesem Ziel nicht nur andere hinzufügen, sondern sogar andere Ziele über dieses zu stellen, fällt konventionellen Unternehmen unglaublich schwer. Jens Clausen spricht hier von einem "organisational imprinting", also einer Prägung der Grundstruktur.
http://deposit.ddb.de/cgi-bin/dokserv?idn=975601105&dok_var=d1&dok_ext=pdf&filename=975601105.pdf
(Bei börsennotierten Unternehmen kommt noch der Renditedruck durch die Aktionäre/Fonds hinzu.)

Utopia hilft durch seine Kooperationen solchen Unternehmen, die den zeitlich ja auch sehr dringenden weitgehenden Wandel weder wollen noch schaffen können, ein grünes Image aufzubauen. Das reduziert den Druck für wirkliche Veränderungen, sowohl bei den Unternehmen, als auch - und das halte ich für viel verhängnisvoller - auf die Politik. Deshalb bleibe ich dabei, dass Utopia Gefahr läuft nicht nur Potentiale zu verspielen, sondern dem notwendigen Wandel im Weg zu stehen.

Auch wenn Claudia Langer immer wieder betont, dass wir nur wenig Zeit für den Wandel haben, ich fürchte die Utopia-Maher_innen haben weder die Dringlichkeit noch die Tiefe des notwendigen Wandels wirklich begriffen. Trotzdem schon mal anzufangen ist absolut richtig. Aber es wird Zeit, die Strategie an aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen zu Klimawandel, PeakOil und eben auch der Umsteuerbarkeit von konventionellen Unternehmen auszurichten. Dann würden die Utopia-Macher_innen vielleicht auch verstehen, warum ihre Kritiker_innen die Trippelschritte der Werbepartner als absolut unangemessen empfinden. Für dieses klein-klein haben wir schlicht keine Zeit. Wer nicht schneller und weiter kann, kann eben auch nicht Teil der Lösung sein.

Dass heißt nicht, das wir diese Unternehmen schließen müssen. Mit einer neuen Eigentumsstruktur ist eine neue Ausrichtung schon denkbar, mit der jetzigen aber eben kaum. Allerdings wäre für einen solchen Neuanfang auch eine neuer Name nett und dann ist halt vom alten nicht mehr viel übrig. Aber wäre das schlimm?
AP @ 15.03.2009 03:50 CET
@ Frau Langer:
ein Kommentar zu Retos vorsichtiger Anmerkung wäre sehr spannend:
"Das war nicht exakt das, auf was ich hinauswollte: schau, es bleibt einfach ein ungutes Gefühl, wenn man als (Online-)Persönlichkeit viel von sich preisgibt, sei es in Form eines Profiles oder Beiträgen, diese Daten irgendwie gesammelt und verwertet werden. Was damit genau passiert, weiss ich nicht. Utopisten sind Menschen! Und sie wollen nicht "genutzt" werden, um in irgendwelchen Kundensegmenten zu landen, damit schlau Werbung ausgeliefert werden kann. Stichworte: doubleclick.com und all die anderen Tracker, welche beim Laden einer Seite aufgerufen werden."

Und natürlich gab es viele Antworten auf die Umfrage per Mail, weil viele sich erhofft haben, dass es möglichst viele ebenfalls kritische Stimmen geben würde und man so einen Umdenkprozess in Gang setzen könnte. Ich möchte wetten, dass ein recht hoher Prozentsatz der Antwortenden noch eine Weile zuschaut ob das Boot den Kurs ändert und sonst aussteigt...
Reto Stauss @ 15.03.2009 21:32 CET
@Jochen: SROI => Note to self.

@Mattes, Jochen: spannende Diskussion, ob es Social Business oder anderen Formen von wirtschaftlicher Organsiation eine Änderung bringen kann. Blieben wir dran. Und abschweifende Diskussionen sind Keinformen ...

@Hans: der fehlende Authentizitätsfunke fehlt auch, weil sich Utopia - wie das Beispiel von Claudia Langer wieder zeigt -, sich nicht als Menschen, sondern aus Aushängeschilder zeigen. Und nicht wirklich an einem Dialog interessiert sind.

@Ina: dezentrale Vernetzung, Dein Thema, mein Thema. Bleiben wir ebenfalls dran.

@fairskate: ja, tatsächlich ist es bedauerlich, dass Utopia nicht die kleinen, "kompromisslosen" Unternehmen fördert. Nicht zuletzt ist "Grösse" ein Grund für die Probleme, welche wir heute haben.
Jan Schoenmakers @ 16.03.2009 17:24 CET
Spannende Diskussion, aber ich kann die Aufregung über/auf Utopia nicht nachvollziehen.

Für mich war Utopia von Anfang an in erster Linie ein Ratgeber und (im positiven Sinne) eine Lobby. Ein Ratgeber zum Thema strategischer/nachhaltiger Konsum, in dem gut recherchierte Reviews verschiedener Konsumkategorien Orientierung geben. Und eine Lobby für Nachhaltigkeit, in der die mediale Aufmerksamkeit und Community-basierte Macht der Plattform genützt wird, um Unternehmen (und in zweiter Linie der Politik) Anreize zu mehr Nachhaltigkeit zu geben, Player hervorzuheben, die als Vorbild dienen können und andere zu kritisieren, die zu wenig tun.

Dass man dazu auf Utopia diskutiert - im Forum und in Gruppen, ist ein prima Zugewinn, der Utopia lebendiger macht und die Möglichkeit gibt, Themen im Dialog/in der Diskussion zu vertiefen. Doch eine basisdemokratische Community oder Aktionsplattform habe ich darin nie gesehen und mir ist nicht ganz klar, wie man Utopia als eine solche missverstehen kann. Für soetwas gibt es schließlich andere Arenen wie CAMPACT, reset.to oder moveGreen.

Es ist so richtig altgrün, sich an Werbung oder Kooperationen mit Unternehmen zu stören, aber im gleichen Atemzug Unterstützung/Finanzierung seitens Utopia für Initiativen der Mitglieder zu fordern. Gesetzten Falls Utopia würden sich als Aktionsplattform sehen, die solche Initiativen fördern will (was ja eben NICHT im Vordergrund steht): Woher sollten die Gelder denn kommen, mit denen gefördert wird, wenn nicht durch Wirtschaften am Markt, z.B. durch Werbung oder Merchandising? Es geht ja eben nicht um das Sammeln mildtätiger Spenden, sondern um den Nachweis, dass Nachhaltigkeit ein lohnenswerter Markt, eine gute Investition ist!

Es ist ein großer Zugewinn, dass es Utopia gibt, so wie es ist - man sollte nicht versuchen, daraus etwas machen zu wollen, das es nicht sein kann und will.
Claudia Langer @ 16.03.2009 19:24 CET
Lieber Reto, liebe Mitschreiber,

@Reto: "der fehlende Authentizitätsfunke fehlt auch, weil sich Utopia - wie das Beispiel von Claudia Langer wieder zeigt -, sich nicht als Menschen, sondern aus Aushängeschilder zeigen. Und nicht wirklich an einem Dialog interessiert sind."

Ich bin unbedingt am Dialog interessiert und wollte dies auch durch meine Antwort auf Deinen ursprünglichen Beitrag zeigen. Da mein Tagesablauf vollgepackt ist mit Terminen und Verpflichtungen, ist es mir leider nur punktuell möglich, mich in die hiesige Diskussion einzuklinken. Dennoch ist es mir ein Bedürfnis, zu einigen Punkten Stelllung zu nehmen und Fragen zu beantworten:

„es bleibt einfach ein ungutes Gefühl, wenn man als (Online-)Persönlichkeit viel von sich preisgibt, sei es in Form eines Profiles oder Beiträgen, diese Daten irgendwie gesammelt und verwertet werden. Was damit genau passiert, weiss ich nicht. Utopisten sind Menschen! Und sie wollen nicht "genutzt" werden, um in irgendwelchen Kundensegmenten zu landen, damit schlau Werbung ausgeliefert werden kann. Stichworte: doubleclick.com und all die anderen Tracker, welche beim Laden einer Seite aufgerufen werden.“

Es werden keine persönlichen Daten von Nutzern für die Auslieferung von Werbung gesammelt oder ausgewertet noch wird dies in Zukunft geschehen. Schon gar nicht werden Daten an Firmen weitergegeben – in keiner Form - egal ob eine Partnerschaft besteht oder nicht.

Weiter schreibst Du: "Und was andere ist die Frage, wie glaubwürdig man sein kann, wenn man einerseits als unabhängiges Verbraucherportal auftritt und andererseits wirtschaftlich von Herstellern abhängig ist."

Genau das sind wir nicht: abhängig von Herstellern. Das ist der Grund, weshalb wir uns wirtschaftlich auf eigene Beine stellen wollen, um unabhängig zu sein. Da wir mit verschiedenen Unternehmen zusammenarbeiten (die sich unserer Meinung nach alle auf den Weg gemacht haben) besteht keine Abhängigkeit von einem einzelnen Hersteller. Dies ermöglicht es uns, kritisch und neutral zu bleiben. Stiftungen und NGOs haben das Problem der Abhängigkeit von Spendern, die gerade jetzt in der Finanzkrise stark zu spüren ist. Genau diesen Druck haben wir nicht und arbeiten deshalb weiterhin hart daran, finanziell auf eigenen Beinen zu stehen. Für Utopisten hat das einen ganz klaren Vorteil, den wir auch unbedingt weiter garantieren möchten: alle Mitglieder der Community können sich weiterhin kostenlos austauschen und informieren.

In Sachen Gratwanderung ohne Absturz: nun ja, wir empfinden dies so, und das ist letztlich das, was wirklich zählt. Denn es ist unser Gewissen, mit dem wir uns abends ins Bett legen und in den Spiegel schauen. Ich persönlich - wie auch alle anderen Utopia-Mitarbeiter - lege sehr viel Wert auf dieses Gewissen. Das mögen manch andere vielleicht anderes sehen, aber man kann es nie allen Recht machen. Wir handeln täglich nach bestem Wissen und Gewissen.

Dich wundert, dass Mitglieder abwandern, die schon seit langem dabei sind. Ein Utopist hat darüber sehr schön im Forum geschrieben: am Anfang sind vielleicht einige Menschen voller Freude auf den Zug aufgesprungen, weil sie gelesen haben, dass es uns darum geht, die Welt zu einem besseren Ort zu machen. Allerdings haben sie dabei übersehen, wie wir dies machen wollen. Jetzt, wo sie es verstehen oder erkennen, sind sie enttäuscht. Enttäuscht, weil wir ihre Erwartungen nicht erfüllen. Wir haben allerdings von Beginn an ganz klar unsere Ziele und Strategie, um eben diese Ziele zu erreichen, aufgezeigt: http://www.utopia.de/utopia/ziele

Wie bereits im letzten Post erwähnt, sind alle, die sich mit diesen Zielen und dieser Strategie identifizieren, eingeladen, Utopia mit zu gestalten. Aber eine Debatte über eine Änderung der Strategie oder der Ziele ist müßig, denn der Weg des nachhaltigen Konsums und des Dialogs mit Unternehmen ist unser Weg und den werden wir weiter gehen.

Du – wie auch einige andere hier im Blog und im Utopia-Forum – beklagst die Entfremdung des Utopia-Managements von der Community. Du sagst: "Authentizität entsteht leider nicht durch das Schreiben darüber, sondern durch Dialog und Begegnung. Ihr, die Lenker, seid einfach weit weg von der Basis. Aber das ist natürlich nicht für alle ein Problem."

Nein, das ist ganz klar nicht für alle ein Problem, wenn man nach unserer Nutzerumfrage und persönlichem Feedback vieler Utopisten geht. Trotzdem sind uns auch jene Nutzer wichtig, die diese Entfremdung zu spüren scheinen. Die geringe Personalkapazität unseres Teams macht es einfach nicht möglich, dass sich das Management regelmäßig ins Utopia-Forum einklinkt. Wir haben dafür hervorragende und sehr engagierte Leute wie Anna Lena und unsere Moderatoren, die sich aufrichtig bemühen, Fragen der Community zu beantworten.

"Authentizität entsteht leider nicht durch das Schreiben darüber, sondern durch Dialog und Begegnung.“

Ja, da stimme ich Dir zu. Das bedeutet aber nicht, dass das Management diesen Dialog übernehmen muss. Wir sind oft auf Reisen, kümmern uns ums Geschäft, denn das ist die Grundlage, um überhaupt Utopia.de und daher auch die Community am Leben zu erhalten. Wir bemühen uns, für Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit zu sorgen, denn wir wollen, dass die Utopisten gehört werden, auch ausserhalb Utopias. Auch darin sehen wir ein Engagement für die Community. Wann immer wir Menschen persönlich treffen (auch unsere Kritiker), bekommen wir positives Feedback in Sachen Authentizität. Auch wenn wir es gerne würden, es ist uns leider trotzdem nicht möglich, alle 40.000 Utopisten kennenzulernen. Aber wir bemühen uns, aufrichtig. Wir sind an einem Dialog interessiert und möchten auch mit unseren Kritikern zusammenarbeiten. Um dies zu zeigen und auch um auf Rufe einiger Nutzer nach mehr Präsenz in der Community einzugehen, werden wir demnächst ein regelmäßiges virtuelles Sprechzimmer einrichten, in welchem sich jeweils ein Utopia-Mitarbeiter den Fragen der Community stellt. Das kann nicht immer ich sein, denn das ist zeitlich unmöglich. Aber auch ich werde hin und wieder im Sprechzimmer anzutreffen sein. Ausserdem werde ich in den nächsten Wochen mehr posten Wir hoffen, dass dies als ein „Hände reichen“ interpretiert wird, als das es auch gemeint ist.

"Und leider mag ich nicht einfach Chormitglied sein, sondern ich glaube, dass die Zukunft im eigenmotivierten und eigenverantwortlichen Handeln liegt."

Wie bereits in der ersten Antwort erwähnt, möchte Utopia durchaus eigenmotivierte und auch eigenverantwortliche Nutzer. Leider ist es noch immer so, dass die Masse die Macht hat. Daher macht es Sinn, sich zu organisieren, wenn man etwas verändern möchte. Du bist also weiterhin herzlich zum Mitmachen eingeladen.

"Die meisten Probleme, welche wir haben, sind durch "unmenschliche" Grösse enstanden."

Die meisten Veränderungen sind allerdings ebenfalls durch Größe entstanden - auch positive Veränderungen.

"Und auch klar ist, dass wir in unterschiedlichen Welten leben, aber ich hoffe, es gibt immer wieder Brücken ..."

Was wäre die Welt langweilig, wenn jeder die gleichen Ansichten hätte. Und ich persönlich mag Brücken sehr gerne. ;-)

@Burnie: "Ich dachte und bin davon überzeugt, dass wir als Verbraucher die Macht haben zu entscheiden, was wir kaufen und damit die Macht, den Unternehmern (zumindest den Teil der es noch nicht verstanden hat) zu zeigen, dass sie mit uns keine Gewinn und nicht mal mehr Umsatz machen, wenn sie nicht saueber, - "nachhaltig" produzierte Güter herstellen!"

Ja, wir glauben an die Macht der Verbraucher, deswegen haben wir genau diesen Weg gewählt. Aber wir glauben auch, dass wir die Unternehmen ins Boot holen müssen, weil uns nur noch wenig Zeit bleibt. Unternehmen sind mächtig. Wenn sich große und einflussreiche Unternehmen ändern, kann dies eine Kettenreaktion der ganzen Industrie zur Folge haben. Deswegen wollen wir die großen Unternehmen überzeugen und kommunizieren gerade mit diesen. Denn sie haben Einfluss und sie können Dinge schnell bewegen, oft noch schneller als die Politik selbst. Wir glauben, dass viele Unternehmen inzwischen zu genau dieser Veränderung bereit sind - sei es weil sie Marktanteile wittern, sei es weil die Shareholder Druck machen oder weil die Unternehmen auch ihren eigenen Untergang in einer nicht nachhaltigen Welt realisieren.Der Grund ist uns realtiv egal, wenn sie sich denn wirklich und aufrichtig ändern. Wir wollen, dass Unternehmen nachhaltig wirtschaften – ernsthaft und langfristig. Das ist unser Weg, einer von vielen, die notwendig sind, um den Kraftakt eines gesellschaftlichen Wandels Richtung Nachhaltigkeit zu schaffen.

@Christina: "So eine schnelle Reaktion von Dir und so ein "Ernst nehmen" der Fragen und Fragenden und einen Dialog auf Augenhöhe, wünscht sich wohl auch "Deine" Community, von der ein großer Teil eben NICHT NUR GRÜN KONSUMIEREN will. [...] Deine Antworten, die du hier gegeben hast, wären auch im Forum von Utopia.de notwendig."

Wie Du weißt, reagiere ich durchaus im Utopia-Forum wie auch in anderen Bereichen der Plattform. Hauptsächliche Ansprechpartnerin ist und bleibt allerdings Anna Lena. Da ich es genauso sehe wie Du, was meinen ersten Post hier angeht, haben wir im Utopia-Forum meine Antworten nochmal gepostet und auf diesen Blog hier verlinkt. Wie bereits erwähnt, wollen wir den Dialog und werden demnächst auch eine regelmäßige Sprechstunde (siehe oben) anbieten. Auch ich werde mich in den nächsten Wochen mehr einbringen, aber dies wird nur zeitlich begrenzt möglich sein, da der Fokus meiner Aufgaben woanders liegt, liegen muss, um unsere Existenz zu sichern.

"Utopia scheint mir in Richtung Community ein riesiges Kommunikations- und Wahrnehmungsproblem zu haben."

Das nehmen wir nicht so wahr (mit dem „riesigen“), weil es die Masse der Utopisten nicht bestätigt. Wir spüren jedoch sehr wohl, dass einige Nutzer unzufrieden sind, daher auch unser Bestreben, mehr Dialogmöglichkeiten anzubieten und stärker präsent zu sein. Wir hoffen sehr, dass dies auch angenommen wird.

"Nach innen/außen (Community): wenig befriedigende Antworten, kein souveräner Umgang mit Kritik, Sperren von kritischen Profilen. Es entsteht der Eindruck, dass Kritik nicht erwünscht ist und einfach nur platt gemacht wird. Ihr solltet Euch nicht wundern, dass die Kritik provokanter wird, wenn echte Antworten auf konstruktive Kritik und Fragen der Mitglieder ausbleiben."

Wir haben keine Kritiker gesperrt, sondern Nutzer, die beleidigend gegenüber anderen und Utopia waren, jegliche Argumente Andersdenkender verbal niederprügelten oder gegen die AGB verstoßen haben. Das geht nicht, dass wollen wir nicht. Es ist doch interessant, dass gerade die verbalen Angreifer Meinungsfreiheit fordern, aber selbst nicht gewähren wollen, sondern stets zum Angriff unter die Gürtellinie übergehen. Gegen Provokationen haben wir nichts, sondern gegen Diffamierungen und Beleidigungen.

"Ihr würdet die Kritik und Enttäuschung vieler User vermeiden können und hättet nicht diese aktuelle Glaubwürdigkeitskrise."

Glaubwürdigkeitskrise, das sehen wir nicht so. Wie erwähnt finden wir, dass wir erhobenen Haupts gearbeitet und uns für Utopia und dessen Nutzer eingesetzt haben. Eher als Problem der Glaubwürdigkeit, sehe ich es als ein Problem der Kommunikation mit einigen Nutzern. Das wir diesbezüglich nach Lösungen suchen, habe ich ja schon weiter oben beschrieben. (Und auch meine Antwort hier soll zeigen, dass ich, dass wir den Dialog wollen.)

@Ina: "Dabei wäre es doch prima, wenn gerade Aktionen neben mehr Aufmerksamkeit auch finanziell durch solche Plattformen gefördert werden könnten. Auch konkrete Aktionen auch kleine Aktionen die über ihren Projektstand authentisch berichten (also richtig guten Content liefern), müssten hier von den erzielten Werbeeinnahmen profitieren können. Auch könnte man Kanäle zu anderen Aktionsplattformen öffnen. Da könnte man doch mal drüber diskutieren und gemeinsam neue Wege erproben."

Ja Ina, das fände ich auch toll, wenn wir gute Aktionen der Utopisten sowohl finanziell als auch in der Umsetzung unterstützen könnten. Leider fehlen uns diesbezüglich die finanziellen und personellen Kapazitäten. Wir sind selbst noch dabei, Utopia auf eine solide wirtschaftliche Basis zu stellen, um überhaupt die Weiterexistenz der Plattform zu gewährleisten. Das kostet viel Energie, Arbeitsaufwand und Ausdauer. Solange können wir „nur“ die Vernetzung von Utopisten anbieten und hoffen auf diese Weise gute Projekte zu unterstützen (indem wir Öffentlichkeit generieren, andere Utopisten sich als Helfer für Projektideen finden usw.). Haben wir eine solide Basis erarbeitet, können wir über den Ausbau des Utopia-Angebots nachdenken (z.B. aktive Unterstützung von Projekten). Aber erst müssen wir den ersten vorm zweiten Schritt tun. Und der erste Schritt braucht (wie im wirklichen Leben) Zeit.

"Mich beschäftigt auch seit langem folgende Frage von Sebastian, den ich hier mal zitieren möchte: "Warum Menschen, die etwas sinnvolles tun, laut vorherrschender Meinung schlechter bezahlt werden sollten als die Hersteller von Handyklingeltönen etc., ist eine weitere Frage, für die ich bisher keine befriedigende Antwort gefunden habe…)"

Nein, Menschen die sich für gute Dinge einsetzen sollen unserer Meinung nach nicht schlechter bezahlt werden. Auch das ist ein Grund weshalb wir das Modell des Social Entrepreneurships verwendet haben, um zu zeigen, dass der Einsatz für gute Zwecke auch angemessen entlohnt werden soll (in diesem Falle unsere Mitarbeiter). Man darf und sollte Geld verdienen, wenn man beruflich Gutes tut.

@Alfonso: "Utopia.de existiert, um zu Gewinn zu machen (=der Zweck). Die inhaltliche Ausrichtung ist eine Neogrün-Community (=das Mittel). Wenn das Mittel nicht den Zweck hervorbringt, dann wird das Mittel verändert, nicht der Zweck. So funktioniert das mit Unternehmen in einer Marktwirtschaft nunmal."

Kurze Korrektur: Utopia existiert NICHT vorrangig, um Gewinn zu machen, sonder um einen Beitrag zum Aufhalten des Klimawandels zu leisten. Dies tun wir durch das Bündeln von Verbrauchermacht und den Dialog mit Unternehmen. Zusätzlich und zweitrangig, wollen wir zeigen, dass soziales Unternehmertum funktioniert. Dazu gehört es, Gewinne zu erzielen. Wir sind dabei ganz klar NICHT auf Gewinnmaximierung aus. (Wenn wir dies gewollt hätten, hätten wir in ein anderes Business investiert. ;-)

"Eine gewinnorientierte (=betriebswirtschaftlich denkende) Struktur ist per Definition ungeeignet für gemeinwohlorientierte (=volkswirtschaftlich denkende) Ziele."

Man muss da wohl ganz klar zwischen Gewinnmaximierung und Gewinn unterscheiden. Ich glaube durchaus, dass gewinnorientierte Unternehmen gemeinwohlorientierte Zwecke zum Ziel haben können, genau das wollen wir ja auch zeigen. Andere Beispiele wie die Teekampagne von Prof. Faltin und Hess Natur beweisen es ebenfalls. Es wäre ja auch furchtbar, wenn wir uns damit zufrieden geben würden, dass Unternehmen per se keine gesellschaftlich wertvollen Ziele verfolgen können, weil es nicht mit der Gewinnorientierung vereinbar lässt.

@Mahony: "der auftritt in JBK war einfach ne katastrophe.. mir ist immer noch nicht klar was die da machen bei utopia."

Wir haben leider wenig Sendezeit bekommen, da der Fokus eindeutig auf Herrn Gabriel lag. Daran kann ich jedoch auch nicht wirklich etwas ändern.

"zudem ist die webseite jetzt seit start das gleich disaster..."

Ja, glaub mir das ist ein leidiges Thema und ich wünschte so eine Neuprogrammierung wäre auch von heute auf morgen umzusetzen. Ist sie aber eben mit den Mitteln, die wir zur Verfügung haben, nicht. Nun ist es ja nicht mehr lang, die neue Plattform wird im zweiten Quartal online gehen.

@Hans: "Ich habe nur massive Probleme, Ihnen die nach außen hin postulierten Beweggründe dafür abzunehmen."

Wo genau liegt denn Ihr Problem? Das habe ich nicht verstanden. Der "Authentizitäts-Funke", von dem ich im ersten Post sprach, war persönlichen Treffen zugeordnet. Vielleicht ergibt sich ja auch bei Ihnen dazu mal die Gelegenheit. Eingeladen sind Sie.

@Fairskate: "Da Otto nicht börsennotiert ist, könnten sich die Anteilseigner durchaus dafür entscheiden, auf einen Teil ihres Gewinns zu verzichten und dafür anständiger zu produzieren sowie unnütze und zugleich umweltschädliche Produkte ganz aus dem Sortiment zu nehmen. Tun sie aber nicht und werden sie wohl auch niemals tun, wenn sie nicht gezwungen werden."

Genau für solche Fragen versuchen wir den Dialog mit den Unternehmen herzustellen, z.B. in den Sedcards.

"Für dieses klein-klein haben wir schlicht keine Zeit. Wer nicht schneller und weiter kann, kann eben auch nicht Teil der Lösung sein. Dass heißt nicht, das wir diese Unternehmen schließen müssen. Mit einer neuen Eigentumsstruktur ist eine neue Ausrichtung schon denkbar, mit der jetzigen aber eben kaum. Allerdings wäre für einen solchen Neuanfang auch eine neuer Name nett und dann ist halt vom alten nicht mehr viel übrig. Aber wäre das schlimm?"

Nun gut, dass ist Dein Weg. Wir gehen einen anderen. Am Ende wird sich zeigen, wer mehr erreicht hat – die Revolution, falls sie denn überhaupt kommt oder der Dialog.

@AP: "ein Kommentar zu Retos vorsichtiger Anmerkung wäre sehr spannend"

Oben gegeben. Wir haben nicht und werden nie Nutzerdaten sammeln oder zu Werbezwecken weitergeben.

Ich hoffe, ich konnte einiges klären und anregen. Und nun zu den anderen Dingen im Kalender...

Viele Grüße
Claudia
fairskate @ 17.03.2009 00:11 CET
@Claudia: Von Revolution habe ich kein Wort geschrieben und glaube auch nicht, dass eine solche unsere Probleme lösen kann, erst recht nicht innerhalb der verbleibenden Zeit um Schlimmeres (wie Klimakriege) abzuwenden.

Ich habe ja schon geschrieben, dass ich es für ein Projekt wie Utopia legitim und richtig finde, schon anzufangen, bevor man sich mit den Problemen richtig umfassend vertraut gemacht hat. Spätestens jetzt wird es aber Zeit, da euch offensichtlich die natur- wie sozialwissenschaftlichen Grundlagen fehlen, um die Kritik an eurem Vorgehen zu verstehen. Das zeigt sich auch an deinen Antworten/Reaktionen hier.

Dass soll überhaupt kein Vorwurf sein. Du kommst aus einem anderen Bereich und ich finde es erstmal total mutig, dass du so ein Projekt angefangen hast. Bevor ich in 2 Studiengängen Berge von Literatur zu den Themen Umweltpolitik und nachhaltige Unternehmensführung gelesen habe, habe ich sowohl über die Reformierbarkeit konventioneller Unternehmen als auch über die der Dringlichkeit auch noch ganz anders gedacht.

Zur Reformierbarkeit noch ein kleines Beispiel:
Die alte Umweltbewegung war in Teilen ähnlich optimistisch wie du als die Werner & Mertz GmbH in den 1980ern mit der Öko-Reinigungsmittellinie Frosch auf den Markt kam. Nicht nur waren und sind die Produkte selbst ökologisch unzureichend und weit unter dem machbaren (dem was echte Öko-Anbieter seit Jahren machen). Auch über 20 Jahre später macht das Unternehmen seinen Gewinn zu wohl über 90 Prozent mit richtig umweltschädlichen Produkten, von denen man viele technisch gesehen auch längst anders herstellen könnte und von denen nicht wenige zudem schlicht überflüssig sind.
daniel @ 19.03.2009 09:26 CET
@retos beitrag:
und weil ich diesen eindruck bereits nach wenigen Monaten hatte, bin auch ich schon 2008 wieder ausgetreten. ich lasse mich ungern instrumentalisieren ;-)
Guido Franke @ 19.03.2009 17:55 CET
Mal eine Grundsatzfrage: Wäre es nicht besser, wenn die Bürger (sei es in Initiativen usw.) selbst in neue Ideen, Projekte und Firmen investieren, die die Lebensqualität der Gemeinschaft fördern und steigern, als über Utopia, Gelder in Unternehmen zu stecken, die die jetzige Situation erst hervorgerufen haben und prächtig dabei profitierten?
Frans @ 22.03.2009 00:38 CET
Vorschlag: copy paste --> Utopia.de
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