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43% von diesem Nahrungsmittel sind Zucker

Foodprofil Kellogs SmacksWie ich auch schon festgestellt habe, sollte man das Kleingedruckte auf Nahrungsmittel-Verpackungen besser nicht lesen. Man weiss sonst plötzlich Dinge, die man lieber nicht gewusst hätte. Der Puffweizen von Kellogs, welcher ab und an bei uns auf dem Frühstückstisch steht, hat es geschafft, dass ich den Sinn der freiwilligen Deklaration, auch bekannt als Foodprofil, anzuzweifeln beginne.

Kellogs Smachs NährwertIch achte vermehrt auf den Zuckeranteil von dem, was ich esse, deswegen habe ich die 14% der empfohlenen Tageszufuhr vorerst als zwar nicht gerade niedrig, aber auch nicht als alarmierend hoch beurteilt. Wenn man dann aber die absoluten Werte, vor allem auch in der bevorzugten Zubereitungsart, anschaut, sieht es plötzlich ganz anders aus:

43 g von 100 g sind Zucker. 43%! (Das konnte ich sogar ohne Taschenrechner ausrechnen.)

Isst man den Weizen mit Milch, dann sind wir sogar auf 19 g pro Portion (30 g). Das macht dann ... 63%. wenn man die Milch dazurechnet ... 12%.

Zurück zur empfohlenen Tageszufuhr: Kellogs scheint (wie Coca Cola) von einem Wert von 90 g auszugehen. Allerdings halten sowohl die Weltgesundheitsorganisation als auch die Schweizerische Gesellschaft für Ernährung bereits 50 g als ungesund.

Dazu kommt, dass diese Frühstücksflocken oft auch von Kindern gegessen werden. Bei ihnen liegt der empfohlene tägliche Bedarf bei etwa einem Drittel der Menge eines Erwachsenen. Zuckerflash und AHDS lassen grüssen.

Weiterlesen:

[Update]

14.01.2010: Frühstücksflocken für Kinder enthalten bis zu 50 Prozent Zucker. Die Hersteller wollen ihn auch als Mittel zur Förderung der Volksgesundheit sehen. Mehr bei NZZ Folio.

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Kommentare (11)  Permalink

Kommentare

Olaf @ 11.03.2009 12:06 CEST
Das Schlimme daran ist, dass man als Kind meist noch Zucker in die Flakes schüttet, damit es "besser" schmeckt. Ich hatte neulich ungezuckerte Flakes, aber ehrlich gesagt ist das auch gewöhnungsbedürftig, aber zumindest ist man nicht auf verlorenem Posten, wenn man seine Ernährung umstellen will.
Thomas @ 12.03.2009 01:42 CEST
In der Tat ist in dem Müsli sehr viel Zucker enthalten. Allerdings stimmt die Prozentberechnung für die Müsliportion nicht. Die angegebenen 19g Zucker setzen sich aus dem im Müsli sowie dem in der Milch enthaltenen Zucker zusammen (Die Milch ist also extra Information angebenen).
Dabei trägt der Milchzucker immerhin laut Kellogs mit ca. 6 Gramm bei. Der Zuckeranteil des Müslis ergibt nur 43*0,3 = 12,9 Gramm.
Wird die Milch miteinbezogen, dann ergibt sich ein Gesamtgewicht von ca. 30 + 125 Gramm = 155 Gramm. Damit liegt der Zuckeranteil also eher bei 12 Prozent in der konsumierten Portion.
Dass, die Milch mit einbezogen wird, lässt sich übrigens auch an der Angabe für den Gesamtgehalt an Kohlenhydraten erkennen. So enthält die 30 Gramm Portion Müsli immerhin 31 Gramm Kohlenhydrate (Milch eingerechnet).
Reto Stauss @ 12.03.2009 11:15 CEST
@Thomas: danke für die Nachhilfe, Du hast natürlich recht. Ist entsprechend angepasst.
Peter @ 12.03.2009 15:53 CEST
Also so Industriemüsli + -zusätze kaufe ich eh schon lange nicht mehr, da weiß man eh kaum , unter welchen Bedingungen die Sachen angebaut und produziert wurden. Lieber Cornflakes vom Bioladen, die schmecken besser. :-) (und sind ohne Zucker!)

mal schauen, wann es in der EU Waren mit Stevia gibt, das wäre ja doch eine gute Alternative zum schädlichen Industriezucker.
Daniel @ 20.03.2009 11:19 CEST
Zucker ist eines der kaum kritisierten, aber gefährlichen Suchtmittel. Und bereits Kinder werden darauf getrimmt, unter Ausnützung der natürlichen Lust auf Süsses. Da können wir nicht genug drauf achten. Uebertreibt man es, kann übermässiger Zuckerkonsum zu Diabetes führen (+ natürl. Uebergewicht ...).

Wir nehmen jeweils Müesli ohne Zucker, ab und zu gibt's mal ein 'ungesundes' Knuspermüesli.
Dafür aber manchmal Dörrfrüchte aus Afrika (natürl. aus fairem Handel, z.B. gebana.com).
Till @ 23.03.2009 12:00 CEST
Der Blick auf die Zutatenlisten ist beim Einkaufen tatsächlich ganz schön erhellend -- es gibt z.B. kaum eingelegte Gurken ohne Glukose-Fructose-Sirup oder wahlweise Zuckeraustauschstoffe, und auch bei Yoghurt dauert es oft eine ganze Weile, eines zu finden, in dem Yoghurt und Obst drinne ist, und nicht noch x andere Dinge. Ich finde es aber schon sinnvoll, dass das immerhin inzwischen alles angegeben werden muss, und neuerdings auch Prozentanteile der Zutaten abschätzbar sind.
Amy (RESET – For a Beter World) @ 23.03.2009 18:48 CEST
Zum persönlichen Geschmack: Es ist nicht jedermanns und jederfraus Sache, aber ich habe in letzter Zeit Porridge für mich entdeckt. Bio-Haferflocken wahlweise in Milch (geht bei mir nicht) oder Wasser in die Mikrowelle. 3-5 Minuten "köcheln", dazu dann Früchte oder Rosinen. Ein warmes Frühstück, dass insbesondere im Winter attraktiv ist und bei dem man selbst die Kontrolle über die Zuckermenge behält.

Zur allgemeinen Diskussion: Gestern habe ich im Guardian einen hochinteressanten Artikel ("Running on empty carbs and the middle-class myth of healthy eating") gelesen, der einige der Ernährungsmythen aufdeckt und einige Studien und neue Erkenntnisse aus der medizinischen Forschung vorstellt. U.a. hat der Autor herausgefunden, dass a) die "versteckten Suchtstoffe" Zucker und Salz die Gesundheit äußerst negativ beeinträchtigen und hier die Dosierung dieser Stoffe häufig selbst von wohlmeinenden und aufgeklärten Menschen unterschätzt werden. b) Stellte sich heraus, dass das, was wir nicht essen, häufiger einen negativeren Einfluss auf die Gesundheit hat, als die guten Sachen, die wir idR ausreichend zuführen.

Die fatalen Irrtümer, denen wir bei unserer Ernährung immer wieder unterliegen, untersucht u.a. das Food & Brand Lab der Cornell University, das immer wieder erstaunliche und erstaunlich dem gesunden Menschenverstand zugängliche Ergebnisse publiziert.

Wie hoch aktuell das Thema ist, zeigt sich momentan an den Feststellungen zur Wahrnehmung des Öko-Test-Siegels und des kürzlich verliehenen Goldenen Windbeutels.
Reto Stauss @ 23.03.2009 23:29 CEST
@Till: Deklaration ist absolut notwendig, keine Frage. Leider stellt man aber nur zu oft fest, dass man nix kriegt, das nur drinn hat, was man will ...

@Amy: Griessbrei steht auch auf unseren Speisezettel! Allerdings eher für das kleine Abendessen, und dann meistens mit Datteln "gesüsst".
Mats @ 06.04.2009 13:56 CEST
Trotz aller Kritik - man sollte aber auch nicht vergessen, dass Zucker ein wichtige Funktion hat bei Haltbarmachen. Natürlich kann ich trocknen, natürlich kann ich salzen, aber ich kann eben auch zuckern, um den osmotischen Druck auf die Mikroben zu erhöhen.
Reto Stauss @ 06.04.2009 13:58 CEST
@Mats: unebstritten gehört Zucker zu den Lebensmittelbestandteilen, welche wir benötigen oder zumindest vertragen. Es ist einfach alles eine Frage des Masses.
Christian Hintermann @ 05.08.2010 15:20 CEST
Das Problem vom Kleingedruckten auf Lebensmittelpackungen ist noch, dass vertuscht wird, was wirklich drin ist. Der Konsument ist ja kein Chemiker und weiss nicht, was die verschiedenen Angaben bedeuten. Dazu kommt noch, dass es viele legale Stoffe gibt, die eigentlich ungesund sind wie E 621, Glutamat, das in Schweden schon lange verboten ist, da es ungesund ist. Es regt den Hunger an und Wissenschaftler behaupten, dass es auch schlecht für das Gehirn ist. Stichwort: Verdummung.
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