Eneuerbare Energie kann keine Konsumgesellschaft aufrecht erhalten
Bernd Ohm bringt es in "Die Energiewende ist auch eine Kulturwende" auf den Punkt: Bioenergiedörfer und erst recht auch Energiestädte sind auch nur ein bisschen Flicken an einer überlebten Zivilisationsform, welche nicht aufrecht zu erhalten ist. Egal, ob die Rechnung im Detail stimmt, aber die übergeordnete Aussage ist klar: mit dem heutigen Energiekonsum steuern wir Richtung Zerfall.
Wir müssten reduzieren und zwar massiv, aber die heutige Führungsriege in Politik und Wirtschaft wird sich nicht aus der fossilen Abhängigkeit befreien (wollen/können). Leider wird sich keine breite Lobby für Konzepte wie die Transition Towns oder Neustart Schweiz finden, deswegen sollten wir uns alle auf ungemütliche Jahre vorbereiten. Das industrielle sowieso wie auch das digitale Zeitalter gehen zu Ende.
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Kommentare
Stimmt. "Peak-Oil" macht uns eben auch deutlich, wie verdammt billig die Energie war (ist), die sich aus Erdöl gewinnen lässt. Die Verfügbarkeit zu einem fast Nulltarif war es, die das zwanzigste Jahrhundert zu den technologischen aber eben auch wirtschaftlichen Aufschwüngen gebracht hat.
Das war die erschreckende Message von "Oil Crash", die sich mir eingeprägt hat.
http://www.oilcrashmovie.com/film.html
Hoffen wir, dass uns die digitale Sphäre noch lang genug erhalten bleibt, um Anpassungskonzepte wie Transition Towns, Permakultur und Basisdemokratie einigermaßen zu verbreiten.
Wer mal was wirklich beunruhigendes zum Thema lesen will, sollte sich mal Derrick Jensens "Endgame" vornehmen. Gibts inzwischen auch auf deutsch.
Auf der Website zum Buch gibts ne Menge Auszüge der englischen Original-Version:
http://www.endgamethebook.org/
Bei youtube und anderswo findet man Videos von Lesungen zum Buch. Jensen hat trotz des harten Themas immer auch Humor. 2 Highlights:
http://de.youtube.com/watch?v=BrvfTpWP-g8
http://de.youtube.com/watch?v=zwhL4Lc1VNo
Ebenfalls bei ölschock : Es gibt keine einfache Alternative mit Vergleich der verschiedenen Energiebilanzen oder Erntefaktoren.
Das ist auch das Kernproblem an der ganzen Lohas-Idee: Bloßer gelenkter Konsum ändert nichts wesentliches. Zum einen ist Konsum immer auch Verbrauch, und zwar mindestens von Energie (ok, Umwandlung in Wärme, kann man ja nicht verbrauchen...). Zum anderen ignoriert diese Perspektive den Punkt, dass bestimmte Probleme einfach auf anderer Ebene als der des persönlichen, privaten Einkaufens angegriffen werden müssen. Das ist einfach die Grenze des Marktes, solche grundlegenden Veränderungen müssten koordiniert und auf gesamtgesellschaftlicher Ebene geschehen.

