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Green new deal. Makulatur Gesellschaftsvertrag.

Das geflügelte Wort der Stunde: der grüne New Deal.

  • Utopia als Verbrauchermacht-Bündler will nach dem Vorbild des „Pacte ecologique“ ein Erklärung entwickeln, welche jedermensch durch (virtuelle) Unterschrift unterstützen kann. Zur Bundestagswahl 2009 soll öffentlich einsehbar sein, welche Kandidaten den "Vetrag" unterstützen und damit "wählbar" sind. Dazu hat Utopia die schlossene Gemeinschaft verlassen und bloggt auch darüber. Ein bisschen holt man zwar Leserfeedback ab, aber mir stellen sich die Nackenhaare, wenn ich "Ergebnis des Redaktionsbrainstormings" lese. Was mich auch wieder daran erinnert, dass die Plattform ein Unternehmen ist ...
    Etwas ähnliches hat übrigens Greenpeace mit Klimawahl (scheinbar nicht mehr erreichbar) letztes Jahr in der Schweiz gemacht.
  • Im Zusammenhang mit dem Umweltgipfel in Polen wird auch immer wieder von einem "Grünen Deal" gesprochen. Der Chef des UN-Umweltprogramms, Achim Steiner, versteht darunter vor allem politische Auflagen für die Wirtschaft, die wegen der Finanzkrise ausgeschütteten Mittel für einen ökologischen Umbau zu verwenden. (Und übrigens sieht auch er letzlich nur einen Ausweg: weniger konsumieren, auch wenn er sich davor drückt, es so deutlich auszudrücken).
  • BankTrack fordert in „Bank to the Future“ einen einen radikalen ökologischen und sozialen Neuanfang zur Überwindung der Finanzkrise und für eine wirklich nachhaltige Weltwirtschaft.

Allen Vorschlägen gemeinsam ist, dass der Staat rettend mit Geld einspringen soll, das System aber nicht wirklich in Frage gestellt wird. Ein bisschen mehr Kontrolle der Wirtschaft, ein bisschen mehr Umweltschutz, ein bisschen Umstellen auf erneuerbare Energiequellen - alles Pflästerli-Politik.

Grundproblem ist das Anreizsystem in der kapitalistischen Marktwirtschaft ("Mehr, billiger!") in Kombination mit der Fortschrittsgläubigkeit ("Die technologische Lösung ist nah!"), welche keine Grenze kennt. Obwohl praktisch Konsens, löst "Konsumverzicht" verbreitet Denkblockaden aus. "Weniger" ist keine Option.

[Update] Die Berliner Erklärung zu "New Deal for Sustainability" fordert, dass die finanzielle Rettung des Bankensystems an soziale und ökologische Bedingen verknüpft werden soll. Im Gegensatz dazu konnte sich das Schweizer Parlament nicht dazu durchringen, der UBS Auflagen zu machen.

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Kommentare (4)  Permalink

Kommentare

Till @ 02.12.2008 15:02 CET
Die deutschen Grünen haben auch einen "ökokeynesianischen" Beschluss für einen "Grünen New Deal" gefasst -- siehe dieses pdf.
Reto Stauss @ 02.12.2008 15:12 CET
@Till: scheint die gleiche Leier zu sein ...
Michael Maag @ 02.12.2008 15:13 CET
Eigentlich wäre es ja ganz einfach:

- Care for the Earth - Kümmere Dich um die Erde

- Care for the people - Kümmere dich um die Menschen

- Share the surpluses and set limits to growth and consumption - Verteile die Überschüsse und begrenze das Wachstum und den Verbrauch.

Bill Mollison, Ethik der Permakultur

Um Karl Gamper zu zitieren: Es ist alles gesagt. Jetzt braucht es Beispiele.
Michael Maag @ 02.12.2008 17:23 CET
Ein besonders krasses Beispiel für die beschränkte und lebensferne Art der Verwaltung, wenn auch US-amerikanisch, so doch in der Denkweise auch in Europa:
Everything I Want to Do Is Illiegal
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