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Ein selbstorganisierendes Transportsystem

Solange Menschen mehr produzieren, als sie selber verbrauchen, und sie miteinander kommunizieren wollen, wird es (Waren-)Transporte geben. Die heutigen Systeme sind alle nur mehr oder weniger effizient und nachhaltig, einige Auswüchse himmelschreiend. Werfe ich zum Beispiel einen Brief im Dorf mit Ziel Nachbardorf ein, dann wird er in eines drei Briefverteilzentren gekarrt und von dort ins Nachbardorf. Statt zwei, drei Kilometer also 70.

Problem ist die zentralisierte Intelligenz. Wenn es gelingen würde, jede Sendung so schlau zu machen, dass sie den Weg selber organiseren könnte, dann könnte dies Transportkosten, -dauer und -wege optimieren (wenn auch die Latte hoch hängt). benni formuliert genau so ein System jetzt drüben auf keimform.de im Detail aus: Peericle. Damit liesse sich auch die Effizienz des auf viel zu grossen Fahrzeugen basierenden Individual-Verkehrs steigern.

Eventuell wäre (als Vorläufer) auch eine weniger technologische und damit investions-intensive, dafür mehr organisatorische und durch soziale Mechanismen gestützte Form realisierbar. Anstelle von ausgeklügelten Sicherheitssystemen (welche nie wasserdicht sind), könnte ein transparantes Reputationssystem Missbräuche verhindern. Aber natürlich ist persönliche Post und (wertvolle) Ware ein heikles Gut ... weitere Ideen sind gefragt. Oder Investoren.

[Nachtrag] Inzwischen macht sich benni bereits selber Gedanken zu einer Low-Tech-Variante.

[Nachtrag II] Auch bei Fressnet gibt es ähnliche Überlegungen: die Mitnahmezentrale.

[Update]

26.01.2010: Das Thema kommt immer wieder hoch: UsExpress – A Business Idea

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Kommentare (3)  Permalink

Kommentare

olaf @ 21.11.2008 16:53 CET
im prinzip wäre zur identifikation ja rfid geeignet. in diesem sektor gibt es sowieso sehr interessante entwicklungen in letzter zeit (schau mal bei deb-ug.de vorbei, in der letzten ausgabe waren mehrere artikel drin). das problem an solchen lösungen (auch peericle) sind die kontrollmechanismen, die einfach missbraucht werden können. da ist definitiv noch die suche nach alternativen nötig.
ansonsten ist das system durchaus bedenkenswert! mich stört sowas auch maßlos, dass ich einen brief erst in die pampa schicke, damit er dann nicht allzuweit entfernt wieder ankommt.
Mattes @ 25.11.2008 14:39 CET
@olaf: Da stimm ich dir zu. Zentrale Systeme wie die Post leben ja zum großen Teil von Vertrauen: Lieferungen wie Briefe, Postkarten, Päckchen, Warensendungen werden von den Absendenden in der Erwartung, dass sie ankommen, an die Institution gegebe. Wer mal in/nach Ländern Südamerikas Pakete verschickt hat, der/die weiß, dass das nicht garantiert ist :)

Und selbst bei versicherten Sendungen stellt sich mir die Frage, wer die dann versichert?

Zur Identifikation: Das macht die Post (DHL/deutsche Post)) ja bereits mit diesem unscheinbaren gelb/orangenem Barcode, zumindest bei Briefen. Das ist ja letztlich nur die Digitalisierung des Adressaufdrucks.
Florian Mayr @ 26.12.2008 19:17 CET
Wir haben ein ähnliches Problem, wenn wir mit unseren Produkten in den Lebensmitteleinzelhandel (LEH) wollen: es gibt für TK-Ware des Distributors nur 2 Zentren, eines in Berlin und eines in Kassel. Wenn wir also ein Glas Bioeis beispielsweise von Wiesbaden nach Mainz schicken wollten – dazwischen fliesst lediglich der schlappe Rhein – müsste das Produkt erst den Umweg über Berlin machen, wo der Grosshandel sein Lager hat.
Möchte man das ganze wiederum klimaneutral anbieten, kommt man durch die 1000 Extra-Kilometer in Teufels Küche, auch was den Endpreis für die Konsumenten betrifft.
Das hat uns sehr betrüblich gemacht, mussten wir daran doch lernen, dass "bio" in der Umsetzung weit einfacher ist als "regional".
Unsere konzeptionelle Antwort darauf ist die Errichtung von einzelnen Produktionsstätten in jeder Metropolregion, die dann wiederum die Volumenbestandteile vor Ort regional dazukaufen, das Eis frisch herstellen und im Idealfall den LEH und NFH (Naturkostfachhandel) anschliessend direkt beliefern. Damit fallen zwar die großen Abnehmer automatisch aus der Belieferungskette, was wiederum für die kleinen regionalen Märkte ein positives Differenzierungsmerkmal darstellen kann.
Mal schauen, ob wir in 2009 Partner für dieses Vorhaben finden können.
Ideen herzlich willkommen!
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