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Gemeinschafts-unterstützte Produktion - ein Entwurf

benni hat in seinem Kommentar natürlich Recht, dass das, was drüben bei Factor E Farm passiert, nur teilweise Peer-Ökonomie ist, weil nur der Entwurfprozess wirklich für alle offen ist. Aber hier wird auch gleich eine Schwierigkeit sichtbar, welche diesem Wirtschaftsmodell innewohnt: Produktion von materiellen Gütern ist immer lokal, d.h. geografisch verankert und von A bis Z nur in einem Radius sinnvoll, in welchem ein nachhaltiger Transport machbar ist.

Basic OSE Product EcologyDen Entwurf (PDF) des Geschäftsmodells Community Supported Manufactoring (CSM) von Marcin zeigt jetzt aber auch, wie eine Zwischenform der reinen Peer-Produktion aussehen könnte: man beteiligt sich in der Design-Phase (Information kann ortsunabhängig ausgetauscht werden) und unterstützt anschliessend mit finanziellen Mitteln (oder auch mit Naturalien wie Werkzeugen oder Rohstoffen, sofern man die Logistik lösen kann und/oder sich nicht anders beteiligen kann/will).

Dafür erhält man im Gegenzug das Produkt zu den Selbstkosten (ungelöst aus meiner Sicht wieder das Transportproblem) sowie Ausbildung und Support, damit man selber ein Unternehmen mit dem Produkt aufbauen kann.

Es ist noch ein weiter Weg, um zu zeigen, dass Peer-Ökonomie funktioniert, aber die ersten Schritte sind getan. Und auch nochmal der Hinweis auf die Möglichkeit, das Projekt konkret zu unterstützen (auch wenn man keine Compress Earth Block-Presse braucht). Auch via Paypal-Button rechts.

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Kommentare (2)  Permalink

Kommentare

littleblacknemo @ 28.10.2008 14:35 CET
Hallo Reto,

ich bin begeistert, wie die Themen die Du öffentlich anpackst, immer wieder mit dem korrelieren, was mich auch gerade beschäftigt.

Nu also: ich plane ebenfalls eine CS-Produktion, klassischerweise die von Lebensmitteln, vorrangig Gemüse als Abokiste, aber durchaus die Idee Verarbeitung langfristig mit zu integrieren. Besonderer radikaler Aspekt: veganer Landbau, also rein pflanzlich, aus ethischen und umweltpolitischen Gründen.
Problem 1: das Design. Kooperative Ansätze im Design des CS-Konzeptes sind schwierig, besonders dann, wenn die Peers sich bisher nicht kennen und erst für die Idee gewonnen werden müssen. Auch die Anpassung an die Bedürfnisse der Peers bevor das Produkt (die CSA) zur Verfügung steht, ist schwierig zu erfassen. Lösung dafür: Marketingstudie zur Erörterung der Bedürfnislage bei potentiellen Peers.
Problem 2: der Standort. Zwar liegt der Produktionsstandort ideal, zentral im Nordosten der BRD, aber es sind dennoch immernoch erhebliche Entfernungen in die Ballungsgebiete (>90km), wo die Veganer_innendichte höher ist als auf dem Land. Transport und Verpackung ist also ein erhebliches Problem, vor allem ländlich-abgehängte Mikrounternehmen, die aufgrund des kleinen Unternehmensumfangs kein eigenen Transport rentabel organisieren könnten. Eine unmittelbare Verbindung der verschiedenen Aspekte wie Zielgruppe, nachhaltige Mobilität, Stadt-Land-Austausch gibt es für den Standort nicht kurzfristig. Der Kompromiss: evtl. auf Versand setzen, um wenigstens ein Auto auf der Straße einzusparen und Produktströme zu konzentrieren. Der große Vorteil liegt beim Versand darin, dass die Peers dezentral beliefert werden können, Ressourcenschutz könnte durch wiederverwendbare Versandkartons betrieben werden. Darüber hinaus ist das natürlich billiges Outsourcing, selbst dann wenn das Versandunternehmen sich Klimaneutralität durch Emissionshandel ans Revers steckt.
Wie wäre es also mit einer gemeinsamen Überlegung zum Thema klimaneutrale Logistik als nächstes Topic. Ein paar Ideen: Beiladungs- oder Logistikbörsen für Private, Postmoderner Pony-Express oder ähnliches ...

Viele Grüße,

littleblacknemo
Reto Stauss @ 28.10.2008 16:08 CET
@littleblacknemo: hu, hier kommen wir eigentlich an die Grenzen der Diskussionsmöglichkeiten in Blogform ... aber trotzdem ein Versuch:

Problem 0: Du spezialisierst Dich (zu) stark mit veganer CSA. Aber ist vegane Produktion mehr als Bio minus Tierhaltung?

Problem 1: Ein weiterer Weg: bei den Pionieren nachfragen, z.B. Selbstversorgergemeinschaft „Allmende Fläming“ oder Farmer John.

Problem 2: ich glaube, dass das Konzept Mikro-/Agrozentrum wie es P.M. in Neustart Schweiz oder Subcoma vorschlägt, einfacher und nachhaltiger ist: eine Nachbarschaft in der Stadt (Mikrozentrum) schliesst einen Vetrag mit einem Agrozenttrum auf dem Land. Vorteile: fixe Transportwege, welche sich optimieren lassen, die Lagerung und Verarbeitung kann kundennah passieren und man produziert, was gebruacht wird. Allerdings wird es wohl schwierig werden - abgesehen von der Tatsache, dass es noch keine eigentlichen Nachbarschaften gibt -, ein Mikrozentrum zu finden, welches ausschliesslich vegan beliefert werden will. IMHO.

Nachhaltige Logistik: ja, da muss tatsächlich noch etwas Gehirnschmalz eingesetzt werden ... Klima-Neutralität ist nur ein Faktor, der Energie-Aufwand insgesamt muss betrachtet werden. Die 2000W-Gesellschaft liegt immer noch ein Faktor 2 über echter Nachhaltigkeit ...
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