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Peer-Produktion als dritter Weg?

Planwirtschaft hat nicht funktioniert, Marktwirtschaft ist zum kleineren Übel geworden und der Zustand der Wirtschaft verbietet nicht, über Alternativen nachzudenken. Ein paar Reförmchen und zusätzliche Regeln werden die grundlegenden Fehler im heutigen System mittel- und langfristig nicht überdecken können. Zeit für einen Wechsel?

Ein interessanter Ansatz kommt aus einer Ecke, welche nicht eben als überaus realitätsverankert bekannt ist: der Geeks. Ja, das sind die Pizza fressenden, Schwarzsüssgetränk saufenden Bleichgesichter mit den eckigen Augen und angewachsenen Tastaturen, welche vor dem Bildschirm zu Hause sind und sonst kein Sozialleben haben. Aber diese weltweit vernetzte Gruppe hat etwas geschafft, was die Software-Branche komplett umkrempelt: quelloffene, kollaborativ entwickelte Programme für nahezu jedes Anwendungsgebiet. Und wir reden hier nicht von Klingelton-Editoren, sondern heute kann man ein Unternehmen komplett mit Free Open Source Software (FOSS) betreiben.

Wie, fragt man sich, lässt sich jemand dazu bewegen, ohne finanzielle Entschädigung zu einem Projekt beizutragen? Das fragen sich natürlich nicht nur FOSS-Projekte, aber die Antwort auf die Frage in diesem Kontext lautet: Reputation und ein zu erwartender Nutzen durch das Geschaffene, welcher über das eigene Leistungsvermögen hinausgeht. Zudem ist man freiwillig dabei, man macht nur, was man gerne tut und man trägt zu etwas bei, das einem eigenen Bedürfnis entspricht.

Beitragen statt tauschenKann, was mit geistigen Gütern funktioniert, auch mit materiellen Produkten funktionieren? Genau dies hat Christian Siefkes in "Beitragen statt tauschen. Materielle Produktion nach dem Modell Freier Software." (hier als PDF herunterladbar) genauer ausgeleuchtet und kommt zum Schluss: ja, es ist möglich. Peer-Ökonomie könnte das Zeug haben, den Sprung in die "Drecksarbeit" zu schaffen. Und würde damit eine Menge der Probleme, welche wir heute haben, lösen: falsche Anreize, welche zu Ressourcen-Verschwendung führen, asoziale Auswirkungen durch Effizienzsteigerung um jeden Preis, das Profitieren von Einzelnen, usw.

In der Praxis sind noch einige Herausforderungen zu lösen (mal abgesehen davon, dass ich bestimmte Teile des Konzeptes schlicht nicht kapiert habe ...). Aber erste Versuche gibt es bereits: auf der Factor E Farm werden nach Open Source Ecology, welche meiner Meinung nach Peer-Ökonomie-Merkmale trägt, Produkte entwickelt und gebaut.

Weitere Besprechungen:

Und dieses Wiki scheint der Ursprung des Buches zu sein: Freie Gesellschaft.

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Kommentare (2)  Permalink

Kommentare

Benni Bärmann @ 24.10.2008 11:41 CET
"Dritter Weg" ist leider ein etwas verbrauchtes Wort in dem Zusammenhang. Wenn man es kurz und knackig liebt würde ich sagen: Peer Produktion ist dezentrales bedürfnisorientertes Wirtschaften.
Reto Stauss @ 24.10.2008 12:37 CET
@Benni: knackige Definition, aber nicht wirklich geeignet für einen Titel, oder? Wir müssen schliesslich laut schreiend nach Aufmerksamkeit heischen, damit uns jemand hört ...
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