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Im Gespräch: Michèle Schaub

Zufälligerweise bin ich während der Fairen Woche auf das Buch "Banala und Biona fahren zur See - der lange Weg der Bananen" (kurze Rezension bei fair unterwegs) aufmerksam gemacht worden und weil mich die Geschichte dahinter interessiert hat, habe ich Michèle Schaub, die Autorin, um ein paar Antworten gebeten. Für den Blog-Karneval reicht es leider nicht mehr ...

Bitte erkläre kurz, wer Du bist und was Du machst.
Michèle Schaub27 schöne Lebensjahre liegen bereits hinter mir, an die ich mich im Allgemeinen sehr gerne zurückerinnere. Aufgewachsen bin ich im Kanton Baselland, wo ich auch die Schulen durchlief. Während des Gymnasiums durfte ich im Rahmen eines Schüleraustauschs ein Jahr in Feuerland/Argentinien verbringen – ein Jahr, das mich sehr geprägt hat. Ushuaia, eine Hafenstadt, wurde schnell zu meinem zweiten Zuhause.

Nach der Matur orientierte ich mich an Schweizer Unis für ein Studium. Doch bevor die Uni begann, unternahm ich eine Frachtschiffreise zurück nach Argentinien, u.a. um die Grösse der Welt zu erleben (im Gegensatz zum Fliegen). Zum Studium landete ich dann schlussendlich in Fribourg, wo ich vergleichende Religionswissenschaften und VWL studierte. Ein konkretes Berufsziel fehlte mir aber und so kam es, dass ich mich sehnsüchtig an die Frachtschiffreise zurück erinnerte.

Dann der nächste Schritt: ein Schnupperpraktikum bei einer Hamburger Reederei und ein Jahr später ein insgesamt einjähriges Praktikum auf See parallel zum Studium in Fribourg. Beides war 2006 beendet, und so konnte ich vor genau zwei Jahren hier in Warnemünde mein Zweitstudium beginnen: Nautik. Noch ein Jahr fehlt bis zum nautischen Patent – und dann? Sicher NICHT auf ein konventionelles Schiff!

Die obligate Frage: was verstehst Du unter Nachhaltigkeit?
Unter Nachhaltigkeit verstehe ich, die Natur leben zu lassen. Die Natur darf und soll sich verändern, aber eben: SIE soll sich verändern, nicht WIR sie!

Du hast ein Kinderbilderbuch verfasst, welches Geschichten über den Transportweg von Bananen erzählt und auch darüber informiert. Auch der faire Handel ist ein Thema. Wie kommt man dazu, ein solches Buch zu machen?
Die Idee für das Buch ist an Bord eines kleinen Containerschiffes entstanden, auf dem ich meine ersten vier Monate Praktikum verbrachte. Es war eine harte Zeit: Schroffe Menschen, die andere Leiden liessen (auf gut Deutsch: deutsche Offiziere, die die unterstellten Philippinos zur Sau machten), eisiger Winter in der Ostsee und trotzdem sechs Stunden am Stück Wache an Deck, Container zählen, Container befestigen ... und irgendwann fragte ich mich mal: Weshalb machst du das?

Die Antwort war in dem Moment: weil irgendwelche Menschen aus Land A Produkte aus Land B wollen. Denn Spass, was natürlich auch nicht selten war, hatte ich in diesen Momenten überhaupt nicht. Hier soll angemerkt werden, dass ich ja freiwillig da war, mit der Aussicht auf ein besseres Leben an Bord nach meinem Praktikum. Meine ausländischen Freunde, die Philippinos, waren aber da, um ihre Familien zu ernähren und um in ihrer Heimat nicht in Armut zu leben. Zudem hatten die meisten keine guten Aufstiegschancen.

Da verspürte ich die Idee, dass ich einem Publikum, breiter als mein Freundeskreis, anhand einer Geschichte erzählen möchte, wie der grosse Teil der Konsumprodukte in den Einkaufsladen gelangen. Wer denkt schon beim Einkauf daran, dass die Bananen zur See gefahren sind?

Bananen habe ich deswegen gewählt, weil

  • jeder sie kennt
  • Form und Farbe ansprechend sind
  • sie noch konventionell, aber auch schon Bio / Fair Trade kultiviert, bzw. gehandelt werden
  • sie in Europa nicht angebaut werden (da bei einem Buch auch immer noch ein Werbeeffekt vorhanden ist, und ich Produkte aus Übersee, die auch hier produziert werden könnten, überhaupt nicht fördern möchte, wollte ich ein „echtes“ Importprodukt nehmen.)
  • der Name gut passte: Banane => Biona für die „Bio-Banana“, Banala für die „banale Banana“

Das Buch ist weder ein reines Kinder- noch Erwachsenenbuch; es ist weder rein Sach- noch Fantasiebuch. Es behandelt zwar die konkrete Thematik Bananen, aber als Symbol für jegliche Art von Importprodukten, die auf dem Seeweg zu uns kommen. Es malt die Seefahrt nicht schwarz – im Gegenteil – doch es zeigt das Leben an Bord und weist darauf hin, was die Schiffe im Allgemeinen doch für Dreckschleudern sind. Dies alles machte es auch so schwer, einen Verlag zu finden. Doch jetzt ist der Schritt geschafft und ich bin gespannt auf die Reaktionen der Leser!

Der faire Handel wurde gerade im Blog-Karneval "Fairtrade" diskutiert - zum grössten Teil kontrovers. Wie hast Du den fairen Handel erlebt, wo siehst Du Positives / Negatives?
Fairer Handel – gerechter Handel. Was heisst gerecht? Eine Freundin meinte mal: „Die Philippinos sollen nur Billiglohnarbeiter sein. Unsere Vorfahren mussten schliesslich auch mal durch den Dreck, damit wir jetzt unseren Wohlstand haben. Das ist nur gerecht so!“ Das ist zum einen eine Tatsache, zum andern eine sehr subjektive Meinung. Gerecht empfinde ich diese Einstellung nicht.

Gerecht ist ein sehr subjektiver Ausdruck. Meine persönliche Definition lautet: Gerecht ist ein Handel dann, wenn beide Handelspartner mit vollständigem Wissen über die positiven und negativen Konsequenzen ihres Tuns und aus vollkommen freier Entscheidung heraus sich mit dem Handel einverstanden geben können, ohne Druck, Erpressung oder Angst fühlen zu müssen.

Aber zurück zur Frage: Erlebt habe ich selbst den Handel weder am Ursprung der Produktion, noch beim Verkauf – ich hab vor allem den Weg dazwischen erlebt. Den Transportweg würde ich jedoch nicht als fair einstufen, denn z.B. arbeiten viele Asiaten wirklich nur, um ihren Kindern eine gute Bildung zu ermöglichen. Ein Beispiel, das mir besonders aufgefallen ist: Die Philippinos bekommen nur ihr Überstundengeld cash auf die Hand, zum Lohn haben sie während des ganzen Vertrages keinen Zugang. Das Überstundengeld ist aber so minimal, dass es zwar für philippinische Verhältnisse viel sein mag, doch als Taschengeld auf einem Schiff im Ostseeraum ist es nichts – nur ca. 120$ bei niedrigen Dienstgraden. Davon sollen Telefonkarten, persönliche Utensilien, etc. zu nordeuropäischen Preisen bezahlt werden? Kein Wunder, dass der illegale Handel von Spirituosen und Zigaretten vom Duty Free Einkauf an Bord und Verkauf in den skandinavischen Häfen boomt ...

Heute wird der Ruf nach lokalen Produkten wieder lauter. Einerseits entfallen mit regionalen Herstellern lange Transportwege, andererseits entfallen damit für viele (Klein)Bauern in der zweiten und dritten Welt eine Absatz- und Verdienstmöglichkeit. Wie sollen wir mit diesem Dilemma umgehen?
Wie oben angemerkt, hab ich bei der Produkteauswahl für mein Buch ein aussereuropäisches Produkt bevorzugt. Der Apfel wär ein Beispiel, was auf die Frage zutrifft. Auf einer Reise mit dem Containerschiff nach Südamerika hatten wir Äpfel – europäischen Äpfel! – in Kühlcontainern geladen. Auf der Rückreise hatten wir panamesische Äpfel geladen. Fällt da nicht etwas auf? Völliger Irrsinn.

Meines Erachtens müssten wir uns in erster Linie einen Kopf machen, weshalb wir diesen Ländern unsere Überschussprodukte (zu viel zu günstigen Preisen) auf den Markt schmeissen, so dass sie ihre nicht verkaufen können. Das passiert nicht nur mit Lebensmitteln, auch mit allen anderen Produkten, von denen wir Überschuss haben. So gehen die Märkte in Entwicklungsländern kaputt.

Dieses Problem wird sich lösen, sobald die Spritpreise steigen, bzw. sobald die IMO (International Maritime Organisation) durchgesetzt hat, dass billiges Schweröl nicht mehr auf Schiffen verbraten werden darf. Dann werden Importprodukte eh viel teurer. Die Konsequenz ist eine Art "natürlicher Schutzzölle“. Diese werden dann bewirken, dass die Märkte in Entwicklungsländern mehr und mehr Ruhe gelassen werden. Natürlich wird es auch für diese Länder schwieriger zu exportieren, um an unsere Devisen zu kommen. Ob da dann die Grenze der Globalisierung erreicht sein wird? Es bleibt auf jeden Fall spannend!

Die Projektonauten konkretisieren im Moment ihre Vision kooperativen, fairen und ökologischen Wirtschaft (Thomas Diener hier im Gespräch). Kurz gesagt: Konsumieren soll wieder zu einem Akt auf Vertrauensbasis zwischen zwei Menschen werden. Wie siehst Du diese Vision aus der Perspektive Deiner Erfahrungen?
In meinem persönlichen Leben ist diese Art von Konsumgedanke schon verfestigt. Lieber geh ich im kleinen Bioladen, oder meinetwegen im konventionellen Tante Emma Laden einkaufen, als mich von der Kassiererin im Supermarkt durch die Kasse schleusen zu lassen. Dass sich kleine Kreise oder auch weltweite Netze organisieren können und sich vertrauen können, an das glaube ich! Doch die gesamte Menschheit zu verändern ist eine Illusion. Ein gewisser Darwinismus ist leider in zu vielen Köpfen Realität ...

In Gedanken hab ich mir schon oft eine schönere Welt ausgedacht, doch in Gesprächen mit Menschen aus verschiedenen Ecken der Welt und mit verschiedensten Interessen, bin ich schon so oft auf andere Wertesysteme gestossen, so dass ich die Hoffnung auf eine gemeinsame Wertegrundlage, auf die sich alle menschlichen Handlungen und Denkweisen aufbauen, sozusagen verloren hab.

Und doch fühle ich, dass wir alle in dieser Welt etwas tun können, wenn auch nur im Kleinen.

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Kommentare (6)  Permalink

Kommentare

Cecilie A. @ 19.10.2008 23:37 CET
Guten Abend,
leider fühle ich mich aus Gründen der Richtigstellung genötigt mich hier zu melden. Ich möchte keine Grundsatzdiskussion über Gut und Böse anzetteln, denn das steht mir garnicht zu. Wohl aber möchte ich aus eigener fundierter Erfahrung richtig stellen, dass die Bezahlung der Mitarbeiter von den Philippinen bei den meisten Reedereien in NW-Europa nicht schlecht ist. Zugang zum Gehalt hat keiner an Bord (egal welcher Pass), denn auch das Geld der Europäer wird nach hause geschickt. Wohl aber kann ein jeder "Cash-Advance" vom Kapitän bekommen. Natürlich haben kleine Schiffe auf kurzen Routen nicht immer so viel dabei, bekommen aber jede 1-2 Wochen Geld im Hafen, wenn benötigt. Es kommt vor, dass der an Bord ausgezahlte Anteil eines Filipinos nur 3US$ beträgt, dazu muss man aber die gesamte Gehaltsabrechnung kennen, auf welcher dann vermerkt ist, dass er entweder sein ganzes Geld nach Hause schickt oder schon vorher "Cash-Advance" genommen hat. Nicht erwähnt wird hier auch, dass diese Mitarbeiter von den Steuern ausgenommen sind (nein, Europäer müssen auch Steuern zahlen, wenn sie 8 Monate im Jahr auf See sind). Besucht man seine Mitarbeiter auf den Philippinen, dann wird man sehen, dass Matrosen grosse Villen besitzen (manchmal auch 2), die Kinder auf Privatschulen gehen und jeder ein grosses Auto vor der Tür hat. Natürlich sind unsere Häuser stabiler und unsere staatlichen Schulen besser, aber als 2.Offizier kann man sich in Deutschland kein Haus leisten und besser auch keine Familie, wenn die Frau nicht arbeitet (oder der Mann-auf jeden Fall beide). Relativ unfair fand ich die Anspielung auf Offiziere, die die Filipinos "zur Sau machen". Ich kenne die Umstände (auch das Schiff)und eine solche Situation sollte man nicht verallgemeinern. Ich denke, dass es gerechtfertigt ist jemandem die Meinung zu sagen, wenn er keine angemessene Leistung erbringt. Natürlich muß der Respekt erhalten bleiben, die Angelegenheit sachlich und nicht persönlich geregelt werden. Dieses war eine Situation, wie ich sie nicht nochmal erlebt habe. Das ändert nichts daran, dass es zurecht kritisiert werden darf, aber es ist nicht auf jedem Schiff Programm sich an Mitarbeitern abzureagieren. Als letztes noch zum Thema Befördererung: In besagter Reederei (auf welche man sich oben bezieht) fahren mehr kaum Kapitäne aus Deutschland. Es sind einige Filipinos als Kapitäne und Offiziere eingestellt (weit mehr als Deutsche), sowohl in der Maschine als auch an Deck. Und einige sind in eben dieser Reederei befördert worden.
Michèle Schaub @ 21.10.2008 17:24 CET
Guten Tag, Cecilie A.,

Danke für Ihren Kommentar. Ich weiss nicht, ob wir uns kennen, ob wir zur selben Zeit auf dem besagten Schiff unterwegs waren, ich weiss nicht, wer Sie (oder du?) sind, hab aber eine gewisse Vermutung. Wie auch immer: Ich wäre froh, wenn sich bei einer solchen Art von Kommentar die Person zu erkennen gibt, denn es handelt sich um mehr als nur eine Meinung. Vielleicht das nächste Mal.
Nun möchte ich aber auf den Kommentar eingehen und dazu klarstellen, dass es sich hier um ein Interview und um Beobachtungen handelt. Es ist kein Sachtext, der auf Recherchen beruht, sondern subjektive Beobachtungen.
Ich gebe zu, dass ich mich, was die Stimmung an Bord des einen Schiffes betrifft, ziemlich direkt ausgedrückt hab. Es war für mich damals eine Zeit, in der ich Ungerechtigkeit feststellen musste, was z.B. die Arbeitszeiten betrifft (Überstunden, die über eine gewisse, bezahlte Anzahl hinausgehen, dürfen auf den offiziellen Formularen nicht erscheinen) oder das bereits aufgeführte Beispiel, dass die ausbezahlten Überstundenlöhne je nach Herkunft unterschiedlich sind, obwohl im Fahrtgebiet alle dem gleichen Preisniveau gegenüberstehen. Das ist mit dem Grundgehalt, welches ja in den entsprechenden Ländern ausgegeben wird, selbstverständlich eine andere Sache!
Was die Aufstiegsmöglichkeiten betrifft, so schrieb ich, dass die meisten Philippinos keine guten Aufstiegsmöglichkeiten haben. Damit meine ich, dass der Aufstieg meist viel, viel länger dauert als bei uns Nordwesteuropäer. Ich möchte in meinem Interview übrigens nicht die Reederei ankreiden. Reedereiintern hatte ich immer ein sehr positives Gefühl, was Sie (du), falls wir uns persönlich kennen, auch wissen.
Aber interessant und passend zum Interview finde ich die Anmerkung, dass ein europäischer 2. Offizier sich relativ gesehen weniger leisten kann, als ein Philippino mit demselben Dienstgrad. Für die Arbeit, die geleistet wird, ist es auf jeden Fall traurig, dass man mit dem Gehalt in Deutschland (und schon gar nicht in der Schweiz) nicht mal eine Familie ernähren kann. Dies hebt natürlich die ganze Diskussion auf eine andere Ebene, die ich wohl besser im Interview aufgeführt hätte, was vielleicht unkritischer gewesen wäre. Wenn man sich den Stress an Bord genauer betrachtet, ist es doch lediglich eine Kettenreaktion. Menschen, die eigentlich ganz friedlich sind, stehen unter Druck und lassen ihren Stress an andern aus. Der Druck rührt meines Erachtens von wirtschaftlichen Zwängen. Wieso arbeiten auf einem kleinen Feeder (Schiff, das auf kürzeren Strecken die Ladung fährt, sozusagen die kleineren Häfen „füttert“) nur so wenige Menschen, wo es doch Arbeit zu genüge gibt, vor allem im Winter? Zudem ist der Raum sehr beschränkt, und somit ist es fast logisch, dass die Stimmung schnell mal kippt. Ein Beispiel, was ich hier bezüglich Stress und (wirtschaftlichem) Druck zur Veranschaulichung anfügen möchte, ist folgendes: Wir mussten im Winter im Dunkeln aus dem Hafen Hamburg auslaufen. Die Container waren noch nicht alle gelascht (u.a. auch Aussenbordcontainer), doch die Zeit drängte. Somit musste ein philippinischer Matrose und ich diese Arbeit auf der Elbe erledigen. Wer die Situation kennt, der weiss, wie gefährlich dies ist. Und siehe da: Einige Monate später war dies verboten. Ein Philippino von einem anderen Schiff ist auf der Elbe bei einer solchen Aktion über Bord gegangen. Daraufhin hatte das Schiff dann plötzlich Zeit, unsere Lascharbeiten abzuwarten, bevor wir ablegten.
Einen weiteren Diskussionspunkt, den ich bei dieser Gelegenheit gerne anführen möchte, bezieht sich nochmals auf die Aufstiegschancen. Es ist eine Tatsache, dass Europäer hauptsächlich in den höheren Dienstgraden fahren. Deutsche Matrosen gibt es sozusagen nicht mehr. Ich kenne jedoch Deutsche, die sehr gerne „nur“ als Matrosen fahren würden, doch wären sie zu teuer. Ich kämpfe nicht dafür, dass asiatische Kollegen komplett alle deutschen Handelsschiffe besetzen sollen. Im Gegenteil, ich wäre froh, wenn es mehr Arbeitsplätze für Deutsche, bzw. Europäer gäbe. Nur, wenn Asiaten eingestellt werden (auch in anderen Branchen), dann sollten sie auch gleich behandelt werden. Ein kritischer Leser wird hier anmerken, dass wir aber so z.B. den Philippinos mehr Konkurrenz bieten und sie somit in ihre Armut zurückdrängen würden. Aber meine Gegenfrage dann: Geschieht die Anstellung dieser Leute heutzutage aus Liebe zum asiatischen Mitmenschen oder doch nicht eher auf wirtschaftlichem, effizienten Handeln? Vielleicht mag ja der eine oder andere auf diesen Punkt eingehen und sich melden.
Ich hab mich im Interview vielleicht nicht gewählt ausgedrückt und anscheinend klangen meine Aussagen auch verallgemeinernd, doch ich hoffe, dass es auch ein bisschen verständlich ist, dass bei solchen oben beschriebenen Vorkommnissen Wut aufkommt. Ich denke, meine Erfahrung war kein Einzelfall, doch hab ich ja selbst zwei andere Schiffe kennen lernen dürfen (auf Grosser Fahrt jedoch), auf denen ich sehr viele, sehr positive Erfahrungen sammeln durfte. Auf diesen positiven Erfahrungen basiert übrigens auch der Tonfall im Buch.
Kay Gödde @ 18.06.2009 08:52 CET
Sehr geehrte Frau Schaub,

über Ihr Interview mit den Aussagen über den "Feeder" bin ich maßlos enttäuscht und fühle mich u.a. auch persönlich angegriffen, will dieses hier in der Öffentlichkeit aber nicht weiter ausführen...

Gruss und viel Erfolg beim weiteren Werdegang

Kay Gödde
David Kunz @ 16.07.2009 22:21 CET
Hey Michèle, keine Angst - kein böser Kommentar von mir zu Deinem Interview. Erinnerst Du Dich, St. Petersburg im Winter 2004/05? Du hast also Deine Aufzeichnungen weiterverarbeitet, gratuliere. Aber sag, wie komme ich denn zu Deinem Buch?
Beste Grüsse
Kathrin @ 04.10.2009 00:32 CET
Hoi Michèle

Da wir leider Kontakt verloren haben, habe ich dich ge-google-t. Mit grossen Interesse habe ich das Interview gelesen und gratuliere dir ganz herzlich zum Buch!
Ich hätte gerne persönlich geschrieben, habe aber deine Kontaktangaben nicht mehr. Mich findest du über kathrinfeliz.blogspot.com.

E liebe Gruess,

Kathrin Büschi
Klaus @ 20.01.2010 22:47 CET
hallo,

seit Jahren fahre ich auf großer Fahrt und muss Ihren Ausführungen wiedersprechen. Mir scheint Sie haben eine sehr naive Sichtweise und haben noch keine richtigen Erfahrungen über den Bordaltag und die Arbeit mit den Fipsen sammeln können.
Sollten Sie eines Tages in der Handelsschiffahrt zur See fahren wird sich Ihre Sichtweise und Ihre Meinung sicher stark verändern müssen, ansonsten werden Sie in diesem Beruf (auf SEE!) nicht lange erfolg haben... Ich empfehle Ihnen einen Arbeitsplatz an Land.
Ihr Buch beschreibt den Entstehungsprozess der Banane bis zum Verschicken des Produktes auch sehr fragwürdig und realitätsfern, wiederspricht das nicht ihren Werten und Vorsätzen?
Viel Erfolg
MfG
KM

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