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Gebaut aus Dreck

Bisher bin ich davon ausgegangen, dass man mit Lehm nur im wassergeschützten Bereich bauen kann, d.h. in erster Linie im Innenbereich. Der Bau von Martin Rauch und Roger Boltshauser belehrt mich jetzt aber eines Besseren: massive Stampflehmwände scheinen auch ohne Regenschutz mittels grosser Dachüberstände zu funktionieren.

Wohnhaus Rauch
Quelle: Martin Rauch

Der Trick sind vorstehende Lehmziegel, die als Tropfnasen funktionieren und ein Auswaschen verhindern. Das Material besteht zu einem grossen Teil aus der Erde des Aushubs.

Die Erdziegel-Presse (Compressed Earth Block [CEB] Press) aus dem Global Village Construction Set stellt die Technologie für jedermann zur Verfügung (nur bauen müsste man das Ding selber). Damit wäre es möglich, ein Haus komplett aus und von einem Stück Land zu bauen.

Hier sieht man die Maschine in Aktion.

[Nachtrag] Die Diskussion bezüglich der Beschaffenheit der Tropfnasen beendet Martin Rauch gleich selber:

Die miteingestampften Ziegelplatten 12X25X3 cm stark sind dunkler Lehm gebrannt auf 970 °C und somit nicht wasserlöslich jedoch wasseraufnahmefähig.
Die Ziegel funktionieren nicht als Tropfnase sondern als Speedbracker für schnell abfließendes Schlagregenwasser. Oder Erosionsbremse, wenn Sie so wollen.
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Kommentare (10)  Permalink

Kommentare

Daniel Huber @ 03.09.2008 16:31 CET
Ich hätte da noch eine kleine Korrektur zu Rauch's Haus. Der Trick funktioniert mit bis zur Sinterung gebrannten Lehmziegeln (Klinker genannt). Der Lehmziegel selbst ist einfach ein getrockneter Lehmstein und würde sich beim ersten richtigen Regen auflösen.

Die Lehmziegelpresse ist mir übrigens viel zu technisch. Die Lehmziegel kann man auch gut mit einem Holzrahmen von Hand (Muskelkraft) herstellen. Klar man muss sie dann noch trocknen, die von der Maschine können anscheinend direkt verwendet werden. Trotzdem hier finde ich weniger ist mehr!
Daniel Huber @ 03.09.2008 16:34 CET
Hier noch das Bild zum Text:

http://de.wikipedia.org/wiki/Bild:RomaniaDanubeDelta_MakingMaterialForCOnstructing0001jpg.JPG
Reto Stauss @ 04.09.2008 07:06 CET
@Hueb: danke für die Berichtigung bezüglich Lehmziegeln.
Rainer Fuchs @ 22.11.2008 00:25 CET
Ich kann nirgends etwas finden, was bestätigen würde, daß es sich um gebrannten Lehmziegel handeln würde. Im Gegenteil: alles was ich finde deutet auf Massivbau mit rohem, in Schalungen direkt verdichtetem Lehm. Die Seite zur Werkstatt von Martin Rauch zeigt es genauer:

"Der Lehm wurde gesiebt, mit ca. 10% Ziegelsplitt erdfeucht vermischt und in Schalungen mechanisch verdichtet."

Also wird lediglich ein kleiner Teil gebrannter Ziegelsplitt in den Lehm zugemischt, die Mischung bleibt roh und wäscht nicht aus und löst sich auch bei Regen nicht auf.
Reto Stauss @ 22.11.2008 15:30 CET
Ich habe eine E-Mail an Martin Rauch gemacht, mal sehen, ob er die Frage klären will ...
Reto Stauss @ 23.11.2008 20:55 CET
... er will. Siehe Nachtrag.
Daniel Huber @ 24.11.2008 08:50 CET
Ich glaube mein Beitrag wurde falsch verstanden:
Ich habe das Buch von Martin Rauch "Rammed Earth". Darin ist die Konstruktionsweise einer solchen Wand klar ersichtlich. Nur die Tropfnasen die Herr Rauch macht sind aus gebrannten Steinen (Dies meinte ich auch in meinem oberen Beitrag). Die restliche Mauer ist ein Lehm-Sand-Kiesgemisch eben das übliche bei Stampflehm oder Pisébauweise. Die Tropfnasen sind bei dem oben erwähnten Gebäude aus einem festen Material, da sie viel zu exponiert und kleingliedrig sind und weggewaschen würden, wenn sie aus Stampflehm oder noch schlimmer wie geschrieben aus Lehmziegeln (diese sind ohne Kiesanteil) wären (hier das Beispielbild: http://www.lehmtonerde.at/_bilder/1.1.jpg) . Die Tropfnasen helfen übrigens einfach die Gebäudehöhe zu unterteilen und das entstehen von grösseren Wasserläufen, die die Lehmwand schädigen könnten, zu verhindern. Es gibt auch Gebäude und Wände ohne diese Tropfnasen, zum einen helfen da Vordächer als Schutz und zum anderen kann man nicht zu hohe Wände ohne diese Unterteilung bauen. Es gibt auch Gebäude bei denen der Stampflehm aussen verputzt ist (meist Kalkputz), dann hat man auch keine Auswaschungsprobleme.
Daniel Huber @ 24.11.2008 08:56 CET
oha... da ist ein Montagmorgenfehler passiert. Da gibts ja schon einen Nachtrag! Sorry dann erübrigt sich mein geschreibsel.
Michael Maag @ 24.11.2008 18:52 CET
Einen Schnitt der beschriebenen Bautechnik, mit den vorstehenden Erosionsbremsen, kann mann sehr gut bei Lehm Ton Erde unter dem Punkt Autobahnlärmschutz sehen.
Reto Stauss @ 28.11.2008 11:00 CET
@Hueb: von Hand machen ist schon recht, aber Marcin hat jetzt auch mit seiner Maschine zwei Wochen für 5000 Blöcke gebraucht. Kannst Du mal ausrechnen, wie lange Du per Hand brauchst und wieviel Platz Du zum Trocknen benötigst ...
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