BlogBilderBücherDossiersSuchenSchlagworteÜberKontakt
Kulturelle Revolutionäre

Kategorien

Schlagworte

Permakultur

Heizen mit Holz

Eigenbau

Barthühner

Selbstversorgung

mehr ...

Zum Thema

Gerne gelesen

.ch Blogger

Login

Am Ende des Lebenszyklusses

Der Schuhmacher, welcher diese Art von Schuhen früher selber herstellte, verwarf die Hände, als er meine abgelebten Arbeitsstiefel sah: die Laufsohle klebt nicht mehr, die Nägel der Brandsohle lösen sich und die eine Kappe ziert ein tiefer Hieb von der Sense.

Schuhe am EndeReparaturfähigkeit hat also seine Grenzen, irgendwann wird der Aufwand unverhältnismässig. Ansonsten aber ist der Schuh ein Paradebeispiel für ein nachhaltiges Produkt: lokale Produktion, lokale Rohstoffe (wohl bis auf den Gummi), reparierbar (die Laufsohle wurde mehr als einmal geflickt), haltbar und robust, problemlos entsorgbar, teilweise sogar biologisch abbaubar.

Die treuen Treter, welche mir 15 Jahre in Armeediensten und bei der Arbeit bestens gedient haben, werden bald ausgemustert. Keine Ahnung, ob man heute noch Arbeitsschuhe in dieser Qualität bekommen kann, aber solange es noch Restbestände im Zeughaus (für lächerliches Geld) zu kaufen gibt, bin ich zufrieden.

Langlebigkeit ist bei heutigen Schuhen kaum mehr ein Herstellungskriterium, weil von den Konsumenten nicht mehr gefordert(?). Wichtiger ist die Optik, welche irgendwelchen Trends entsprechen muss ... aber es stinkt mir extrem, wenn mir so ein Teil nach einem Jahr von den Füssen fällt.

Ähnliche Beiträge:
Wie wir uns an die Spitze der beliebtesten Arten dieser Erde setzen könnten
Fauliger Geruch und klebende Essensreste
Kompostierbar verschickt
Kompostierbare Verpackungen
9 Vorschläge zur Abfallvermeidung und warum wir ihnen nicht folgen
Kommentare (5)  Permalink

Kommentare

Amy @ 30.07.2008 08:33 CET
Ich glaube schon, dass Langlebigkeit für Konsumenten heutzutage eine Rolle spielt. Allerdings: Die Produktzyklen werden immer kürzer, und die neuesten Trends immer schneller "uncool". Nachhaltige Investments auch in Produkte des Alltagslebens sind heute nicht (mehr) oberste Priorität bei der Anschaffung.

Sicher sind das auch Auswirkungen der Wegwerfgesellschaft. Außerdem glaube ich, dass es bei der heutigen Produktvielfalt für viele Verbraucher schwierig ist, den Überblick zu bewahren – nicht jede Anschaffung und jeder Kauf kann mit Stiftung Warentest & Co. vorbereitet werden.

Andererseits gibt es aber auch immer mehr Käuferschichten, die es sich kurzfristig nicht leisten können in hochwertige/fair gehandelte/ökologische/… Produkte zu investieren und daher langfristg draufzahlen (müssen). Nicht umsonst verkaufen Discounter wie Aldi und Lidl immer häufiger auch Produktsparten, die keine Lebensmittel oder Haushaltsbedarf sind, Kleidungsstücke und Schuhe z.B.

PS: Meine "guten" Winterschuhe halten jetzt auch schon seit fast 4 Jahren. Das empfinde ich schon als hohes Lebensalter. Einmal waren sie schon beim Familienschuster in der Heimat – mal sehen wie oft das noch geht. :)
Philippe @ 30.07.2008 08:33 CET
Bei meiner 10-jährigen Lederjacke ging vor einem Jahr der Reissverschlusss kaputt. Das Unglaubliche: Niemand wollte ihn mir flicken. Zu viel Aufwand, wurde mir von Schneidern und Lederateliers bescheiden. Ich musste mich mti blutendem Herzen von meinem Stück trennen. So weit sind wir schon...
Reto Stauss @ 30.07.2008 10:17 CET
@Amy: Ja, ein Produkt auszuwählen ist tatsächlich ein Problem. Meiner Meinung nach führt hier einzig und alleine das ominöse "Empfehlungsmarketing" weiter, d.h. man weiss aus erster oder zweiter Hand, dass ein Produkt taugt.

Etwas, was notabene von bestimmten Social Networks bereits geprobt wird. Allerdings funktioniert das von Mund-zu-Mund immer noch besser ...

Und bezüglich der Nichtleistbarkeit von hochwertigen Produkten: wir geben lohnanteilsmässig immer weniger für z.B. Nahrungsmittel aus (heute noch ca. 10%?). Erhöht man den Anteil wieder, kann man sich auch plötzlich besseres leisten ... anderes wird dafür wieder zu Luxus ...

@Philippe: wir haben im Bereich Lohnkosten ein massives Problem (die Kehrseite eines hohen Lebensstandards?), Arbeit ist dringendst zu vermeiden, besser man setzt soviel wie möglich auf massenindustriell Gefertigtes. Ansonsten wird es schnell teuer. Das sehe ich auch auf der Baustelle: lieber werden schnell montierbare Halbprodukte montiert als handwerklich von A bis Z gearbeitet.

Seltsame Welt: menschlicher Arbeitsaufwand ist zu vermeiden ...
olaf @ 30.07.2008 20:30 CET
Ich versuche trotz der "miesen" Qualität normaler Schuhe, sie so lange wie möglich zu tragen. Allerdings tut das den Füßen auch nicht immer gut. Den Sommer verbringe ich daher barfuß. Ist wohl am besten für meinen Alltag, selbst wenn ich schief angeschaut werde.


Der Link zum Zeughaus ist kaputt.
Reto Stauss @ 31.07.2008 06:42 CET
@Olaf: ja, bin auch viel barfuss unterwegs, allerdings geht das eher schlecht auf der Baustelle. Und danke für den Hinweis auf den kaputten Link, müsste jetzt gehen.
Keine (weiteren) neuen Kommentare erlaubt.