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Sport ist Mord

Unsere Körper sind Bewegungsapparate und Arbeitsmaschinen. Unsere Gesellschaft wird aber immer stärker automatisiert, unsere Arbeitswelt verschiebt sich immer mehr in den tertiären Sektor. Ein Dilemma, das sich auf zwei Arten auflöst: Degeneration und Fitnesswahn.

fffriendly "Rathauskriterium",
Quelle: piqs.de

Wer unsere Errungenschaft passiv geniesst, verfettet, wird krank an Körper und Geist. Wer aktiv Ausgleich sucht, schafft sich teure Geräte, Klamotten und Abos an, um den Körper in der scheinbar mehr gewordenen Freizeit zu fordern. Diäten und Fitness-Center boomen. Bedürfnisse werden kreiert und Industrien, die diese befriedigen, entstehen. Seltsame Welt.

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Kommentare (8)  Permalink

Kommentare

Bernd Sonnensegel @ CET
Ach Sport ist doch kein Mord es tut jedem Gut wenn er sich etwas bewegt solange man es nicht übertreibt;-)
M. Wehning @ 23.06.2008 20:12 CET
Ist das, lieber Reto, dein etwas verkappter Beitrag zur EM?

Bernd kann ich mich anschliessen: Alles in Maßen, aber entscheidend finde ich, dass der Mensch genetisch auf Bewegung programmiert ist. Immer, wenn ich mich aufraffe, joggen zu gehen oder mich anders zum Schwitzen zu bringen, bin ich anschließend besser gelaunt als vorher.
Noch schöner finde ich, wenn ich diese Bewegung mit einer sinnvollen Tätigkeit verbinden kann (Weg zur Arbeit mit dem Rad, handwerkliches Arbeiten ...)
Ohne mich näher mit dem "Transhumanismus" beschäftigt zu haben: Muss man so etwas wie ein gesundes Körpergefühl unbedingt philosophisch begründen?
Jens @ 23.06.2008 20:31 CET
> Dann macht Schweiss auch wieder Sinn.

Na, nicht nur dann. Macht auch Sinn wenn der Schweiß einfach nur aus Spaß an der Bewegung entsteht. Ich habe nur den Eindruck, dass so manche Leute sich am liebsten die Schweißdrüsen entfernen lassen würden, weil das ja so ekelig ist und riecht. Oder sie bei anderen Leuten gerne entfernt haben würden. Das Oberklischee der entfremdeten Bewegung ist für mich der unglaublich durchtrainiert aussehende Mensch, der mit dem Auto zum Training fährt und sich so einnebelt, dass er außerhalb der eigentlichen Trainingsräume nie einen Hauch Schweißgeruch absondert.

Bewegung wieder in den Alltag einbauen halte ich für ne ganz entscheidende Sache. Ich stelle mir dabei nicht unbedingt den liegestützemachenden Formularantragsbearbeiter vor, der sich in der Mittagspause im Büro verausgabt, sondern die einfachen Sachen wie: nimm die Treppe, auch wenn's ne Rolltreppe oder einen Fahrstuhl gibt. Nimm das Fahrrad. Mach dir bewusst, wie du sitzt, wie du gehst, nimm deine Bewegungen war. Und statt dich in die Gerätehalle zu begeben, mach die anstrengende Yogavariante, oder mach Karate (traditionelles), mach was, wo es auch um Körpererfahrung geht, nicht nur um's Sich-Mal-Bewegen.

Huch, das ist jetzt aber lang geworden. ;-)
Olaf @ 30.06.2008 11:26 CET
Reto, hast du als Schweizer einen Blick auf nachhaltiges Verhalten/Wirtschaften/etc. beim Ausrichten der EM geworfen?
Reto Stauss @ 30.06.2008 12:11 CET
@Martin: Nee, das war jetzt nicht auf die EM gemünzt (mein Beileid übrigens ;-). Und Transhumanismus geht in eine ganz andere Richtung, nämlich Human Engineering ...

@Jens: ja, Bewegung, Anstrengung, Schweiss gehören eigentlich zusammen. Und mit letzterem stossen wir auch wieder auf unsere übertriebenes Hygieneverhalten, mit all den Folgen.

@Olaf: die Nachhaltigkeitscharta habe ich mal gelesen, aber irgendwie kann ich das Gefühl nicht abschütteln, dass dies alles nur ein grünes Mäntelchen für einen Megaanlass ist, welcher per se nicht nachhaltig sein kann ... es aber vielleicht auch nicht sein muss.
Marc @ 04.07.2008 09:59 CET
Ich finde auch dass das mehr bringt wenn man gesunde Bewegungsabläufe in den gesamten Tag intergiert. 2 Mal in der Woche ne Stunde ins Studio und ansonsten wegen 200 Meter das Auto nehmen um zum Bäcker zu fahren bringt nichts...
Patron @ 04.08.2008 10:22 CET
Der Spruch geht doch noch weiter: "Sport ist Mord - aber nur wenn man es richtig macht!" :D

Im Ernst, es ist ja nicht nur so, dass im Freizeitsport ein Ausgleich für den Mangel an Bewegung im Berufs- und Alltagsleben gesucht wird. Nein, es wird auch gleich noch das Leistungsprinzip aus der Arbeitswelt übernommen, sei es, weil man gar nicht mehr anders kann als sich diesem Prinzip zu unterwerfen, oder auch weil sich bei der Arbeit nicht die erwünschte Befriedigung durch Höchstleistung erzielen lässt.

Bestes Beispiel: das Laufen. Niemand läuft doch mehr einfach ein Bisschen so zum Spass. Nein, ein jeder will gleich ein Marathonläufer werden, möglichst bald, möglichst schnell, mit möglichst wenig Aufwand. Was noch vor 2 Jahrzehnten eine Freizeitbeschäftigung von wenigen hunder war, zieht jetzt 10.000ende in die Innenstädte zum großen Lauf mit Event-Charakter.

Ach wenn all diese Leute doch einfach Morgens mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren würden, anstatt sich in albernen bunten Klamotten und Schuhen für 250€ den Bewegungsapparat zu ruinieren.
Sven @ 26.09.2010 19:17 CET
Ich würde den Fitnesswahn weniger auf Bewegungsmangel im Arbeitsleben zurückführen, sondern viel mehr auf ein Schönheitsideal, das den äußerlichen Anschein von Gesundheit und ewiger Jugend in den Mittelpunkt stellt. Dass sich die Menschen nach Erfüllung dieses Ideals viel mehr sehnen als nach Ausgleich eines eventuellen Bewegungsmangels, zeigt der Erfolg von Konzepten wie "Schlank in 7 Tagen" und "Waschbrettbauch in 4 Wochen". Die Fitnessstudios wären leer, wenn solche Dinge funktionieren würden.
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