BlogBilderBücherDossiersSuchenSchlagworteÜberKontakt
Kulturelle Revolutionäre

Kategorien

Schlagworte

Permakultur

Heizen mit Holz

Eigenbau

Barthühner

Selbstversorgung

mehr ...

Zum Thema

Gerne gelesen

.ch Blogger

Login

Alles eine Frage der Energie

Gast-Beitrag Dies ist ein weiterer, feiner Gastbeitrag von Martin Wehning.

Kürzlich habe ich zum Beitrag „Die Theorie des Trotzdem“ einen – wie ich fürchte- etwas dunklen Kommentar geschrieben. Vielleicht kann ich den Grundgedanken noch einmal „ausleuchten“.

Ich glaube, das größte Energieeffizienzsteigerungspotenzial liegt zwischen unseren Ohren. Mein Eindruck ist, dass für viele Menschen Energie einfach da ist. Man weiss nicht, wie sie erzeugt wurde, man weiß nicht, wieviel Energie verbraucht wird, welche Konsequenzen dies (meist anderswo) hat oder was sie kostet.

Nun bin ich in physikalischer Hinsicht eine ziemliche Niete. Meine Fragen zu solchen Themen entsprechen wohl denen eines pfiffigen 9-Jährigen. Aber ich fange an, mich dafür zu interessieren, weil ich den Bezug zwischen Theorie und Praxis für mich herstellen will.

Ich will nicht nur über die “großen Menschheitsfragen“ debattieren, sondern möchte und muss mich immer wieder fragen, was mein ganz persönlicher, oft sicher mickriger Beitrag hierzu sein kann. Und ich merke, dass es da bestimmte Hürden gibt, die meine Energie nicht so gut fließen lässt.

Da gibt es z.B. dieses Denken: „Lohnt sich das überhaupt?“. „Einen Gemüsegarten anlegen rechnet sich doch gar nicht. Das Gemüse kannst du doch viel günstiger kaufen.“ Oder, ganz ähnlich: "Wieso willst du denn bei diesem Projekt mitmachen, da hast du doch finanziell gar nichts von". Also ein eigentlich groteskes ökonomisches Denken, wonach sich ein Engagement nur rechnet, wenn er sich in Euro, resp. Franken zählen lässt.

Nun gibt es immer wieder Situationen, wo ich dieser Logik zähneknirschend folge, aber vom Grundsatz her sehe ich es so: Die eigene (Lebens-) Energie ist ein kostbares Gut, das ich sorgsam pflegen muss. Alles, was mich zu sinnvollen Aktionen motiviert, ist gut, was mich davon abhält (Bequemlichkeit, Denkfaulheit, ungute Gewohnheiten), schlecht. Und wenn ich eine ehrenamtliche Arbeit mache, „lohnt“ sich dies zwar keinesfalls finanziell, dafür aber für mich persönlich in vielerlei Hinsicht.

Mein „Utopia“ - um diesen etwas strapazierten Begriff noch mal einzubringen - ist eines, in dem mehr, aber auch weniger gearbeitet wird. Mehr, weil Arbeit Menschen Sinn, ja sogar Erfüllung geben kann und weniger, soweit es um nicht-menschengerechte, hirnzerbröselnde und nur am Profit orientierte Jobs geht.

Den Blick über den eigenen Tellerrand, also das Bewusstsein für die positiven und negativen Effekte des eigenen Lebens finde ich manchmal anstrengend, manchmal nicht leicht möglich, aber trotzdem immer lohnend und bereichernd. Wie sich dies in Euro umrechnen lässt, interessiert mich nicht.

Ähnliche Beiträge:
In Trippelschritten zum Selbstversorger
Der Tisch meiner Tante
Verschwendung als Lebensform
Wohin mit der Kohle?
Vollautomatisch verdummen?
 Permalink

Kommentare

Keine (weiteren) neuen Kommentare erlaubt.