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Kritischen Massen bewegen und sind gefährdet

Ich meckere ja immer über fehlenden kritischen Massen, dazu zwei Hinweise aus den Kommentaren, auf welche ich eingehen möchte:

  • Amei Poensgen hat mich auf Avaaz ("Stimme") aufmerksam gemacht, einer Organisation - online notabene - mit über drei Millionen Mitgliedern weltweit. Bevorzugtes Mittel sind E-Mail-Kampagnen, je nach Spendenlage auch konkrete Unterstützung vor Ort.

    In Zeiten von Spam scheint E-Mail eher ungeeignet zu sein, um Aufmerksamkeit zu erheischen, aber wenn 50'000 Nachrichten auch an eine allgemeine Regierungs-Adresse gesendet werden, dann wird das wahrgenommen. Die aktuelle Kampagne hat Streubomben im Visier, da die Schweiz auch Dreck am Stecken. Mal sehen, ob sich Micheline Calmy-Rey von meiner netten Aufforderung beeindrucken lässt.
  • Im Austausch mit Kap Horn (nee, der heisst nicht wirklich so) ist mir noch zwei weitere, wichtige Aspekte im Zusammenhang mit Organisationen mit kritischen Massen aufgegangen: Grösse macht angreifbar und Macht korrumpiert. Desto kleiner und "unorganisierter" eine Masse ist, desto kleiner ist die Angriffsfläche. Beispiel: Critical Mass. In einem Bericht war die Rede von einem Zwischenfall mit der Polizei, welche aber keinen Verantwortlichen identifizieren konnte und die dann nicht einfach ein paar Hundert Fahrradfahrer abführen konnte. Auch fiel die Aktion nicht auseinander, weil plötzlich der Kopf fehlte.

    Auf der anderen Seite: je mehr organisiert wird, je grösser eine Organisation ist, je mehr Einfluss sie hat, desto grösser ist die Gefahr, dass plötzlich Kompromisse eingegangen werden, welche je nach Ausprägung plötzlich die Schwelle zum Mitmauscheln oder persönlichen Bereicherung überschreiten. Beispiele gibt es genug.

Eigentlich bräuchte es also eine Art Meta-Organisation, welche viele kleine, unabhängige Einheiten mobilisieren kann, ohne aber selber aktiv zu werden ...

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Kommentare (4)  Permalink

Kommentare

Olaf @ 05.06.2008 21:00 CET
Ich mache selber bei fast jeder Aktion von regenwald.org mit. Man kann von solchen Kampagnen halten, was man will, aber gehört werden sie auf jeden Fall.

Critical Mass sollte schon ohne Kopf bleiben. In Dresden fallen mir ab und zu mal Aufrufe zu solchen Aktionen in die Hände. Ich frage mich aber, was mit denjenigen passieren würde, die dazu aufrufen. Machen die sich strafbar? Was erwartet einen für eine Strafe?

Deine Meta-Organisation verstehe ich noch nicht wirklich, da sich deine Ausführungen da ja beißen.
Reto Stauss @ 06.06.2008 06:32 CET
@Olaf: Du meinst "mobilisieren" != "aktiv sein"? Schlecht ausgedrückt, stimmt. Gemeint habe ich eine Plattform, welche alle Werkzeuge in die Hand gibt, damit sich kleine Organisationen für Aktionen zusammenraufen können. Die Plattform oder Meta-Organisation selber steht aber neutral zu den Aktionen und sollte darum auch nicht in Konflikte geraten können.

Also zum Beispiel sowas wie amazee, wo jedermann zur Unterstützung für sein Projekt aufrufen kann.
Kap Horn @ 08.06.2008 19:17 CET
Hej Reto!

Nein, der Kap Horn heisst Manfred, ist aber vor 15 Jahren mal um dieses beruechtigte Kap auf einem Bananendampfer geschippert und von daher.

"Avaaz" kam von Dir in meine Mailbox denke ich mal, und das hat mir zugesagt, denn es ist wie Du schreibst, 50.000 Mails mit genau so vielen Absendern: das fällt auf.
Spam kommt meist von einer Quelle mit de Ziel zu sabotieren und ist von daher ein Angiff!
Wenn aber massenweise Mals eintrudeln, die von je einem Absender kommen, so ist das kein Spam, kann also auch als solches wohl nicht direkt identifiziert werden und setzt ein Zeichen!

Da ich diese Mail wiederum an mehrer Personen weitergeschickt habe, so ist die Zuwachsrate expotentiell und wenn die Basis 3 Millionen Menschen schon jetzt ausmacht, dann warte mal ab wie es in einem Jahr aussieht.
Dann lebt die Seite gefährlich und es wuerde mich nicht wundern, wenn sie von wirklichen "Hackern" sabotiet wird und "CIAo" sagen muss.

Reto, dieses Spiel muss man nach den Regeln von Calvin & Hobbes Ballspiel spielen!(smile)
Dann hat der Gegenspieler keine Chance, denn er weiss nie was als Nächstes kommt.
Guerilla-STIL (ich spreche NICHT!!! von einer Kriegsfuehring hier)ist in meinen Augen die richtige "Taktik".
Nicht umsonst so erfolgreich angewand,wenn der Gegner uebermächtig erscheint.

Kap Horn

Bay of Bothnia
63 Grad 48 Minuten Nord
021 Grad 58 Minuten Ost
Reto Stauss @ 16.06.2008 22:20 CET
@Kap: Calvinball, yes!
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