Haus(um)bau: Lehmbauplatten mit Ratte
Eher erwartet man prähistorische Spuren auf den leicht archaisch wirkenden Lehmbauplatten als Abdrücke von Rattenpfoten. Zumindest scheint dies auf eine "naturnahe" Herstellung hinzuweisen. Neben dem schon erwähnten Lehmgrundputz auf den Backsteinwänden werden alle Ständer der Leichtbauwände mit Lehmbauplatten beplankt.
Dies bringt neben neckischen Details wie Nagerspuren vor allem auch Masse. Eine Palette mit 40 Platten drauf wiegt über eine Tonne und fünf davon - Paletten - stehen unter dem Vordach, bereit für die Montage. Die Dinger sind nicht gerade geschenkt (wieso eigentlich? Billige Ausgangsstoffe, einfache Verarbeitung ...) - etwa Faktor fünf teurer als Gipsplatten -, dafür "wirken" sie: erhöhen die Wärmespeicher-Kapazität innerhalb der gedämmten Aussenhülle, sind diffusionsoffen, etc.Mit 26 kg pro Stück zwar nicht gerade Federgewichte, dafür aber einfach zu verarbeiten: mit dem Messer einritzen und brechen, zur Befestigung antackern.
Kommentare
Gips ist ein Abfallprodukt aus den Entschwefelungsanlagen bei Kohlekraftwerken - und deshalb entsprechend billig. Bevor es (in D seit 1974) die Auflagen zur Luftreinigung gab, war auch Gips teurer.
Jetzt könnte man den Eigenschaften von Gips noch die Entschwefelungsleistung zurechnen, ala´ Häuslebauen für die Luftreinheit ;-)
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