Haus(um)bau: atmende Innenwände
Nachdem wir muldenfüllend alle Wände von Innenisolation und Verputz befreit haben, konnte letzte Woche ein weiterer Schritt hin zu etwas, was man sich einmal als ein bewohnbares Etwas vorstellen kann, erfolgen.
Unter der Führung von Lehmbauer Rolf Fischler haben wir beinahe sechs Tonnen Kalksand gemischt mit Ton auf die Backsteinwände aufgespritzt. Zwischen einem und ca. drei Zentimeter Lehm-Grundputz ergibt jetzt eine quasi atmende Haut auf der Innenseite der Aussenwände.Über die Vorzüge von Lehm kann man viel lesen, ein Rätsel, warum dieser nachhaltige Baustoff nicht mehr verwendet wird ... im Schnelldurchgang:
- Diffusionsoffenheit: Feuchtigkeit kann die Schicht in beide Richtungen durchdringen.
- Feuchtigkeitspuffer: aufgenomme Feuchtigkeit wird verzögert wieder abgegeben und trägt damit zu einem angenehmen und ausgeglichenen Raumklima bei.
- Einfach zu verarbeiten: Ton und Sand mischen - fertig. Härtet nicht aus, macht die Hände nicht kaputt, Reste können im Garten entsorgt werden. Einmal trocken, kann einfach wieder Wasser dran gegeben werden.
- Wärmespeichermasse: erhöht durch das relativ grosse spezifische Gewicht die Wärmespeicherfähigkeit der Wand.
- Konserviert Holz und wirkt abweisend gegen Schädlinge.
- Bindet Schadstoffe aus der Luft.
- Die Aufbereitung benötigt wenig Primärenergie. Im besten Fall nimmt man den Lehm aus der eigenen Baugrube.
Kommentare
Wow, geht ja schön fix und wenn man die Website so betrachtet, sehen die Wände am Ende fantastisch aus!
@Olaf: ja, die Verputzmaschine beschleunigt das Auftragen enorm. Die ca. 200m2 waren an einem Tag aufgespritzt und abgezogen.
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