Hochbetrieb im Insektenhotel
Nachdem es nun endlich wärmer geworden ist, herrscht beim Hühnerhaus emsiges Treiben. Obwohl Wildbienen eigentlich solitär lebende Insekten sind, summt es wegen der auf kleinem Raum angebotenen Nisthilfen wie vor einem Bienenhaus ... nur muss man hier nicht fürchten, gestochen zu werden.
Link: sevenload.com
Eine kleinere Version eines Hotels ist auch für den Balkon geeignet.[Und ich gebe die Filmerei endgültig auf, so einfach und schmerzlos wie Fotografieren mit der Idiotenknipse ist das nicht ... zudem ruiniert mir Youtube mit der Konvertierung und Komprimierung die Qualität komplett.]
[Nachtrag: dank dem Kommentar von Manuel habe ich noch einen Versuch mit sevenload gemacht und siehe da, die Qualität ist tatsächlich einiges besser ... wobei so natürlich die Mängel des Filmers noch stärker zu Tage treten ...]
Kommentare
Hey Reto
Da kann man nur gratulieren... das sieht sehr gut aus!
Ich muss wohl noch mächtig aufrüsten um da mitzuhalten.
Deine Obstbäume werden sicher gut tragen :)
Grüsse
Daniel
Hallo Reto,
als Dokumentation ist das Video doch völlig ausreichend. Mit der schlechten Qualität bei Youtube hast Du allerdings recht...
Auch mit dem "höhere Qualität"-Parameter ist bei deinem Filmchen nix mehr rauszuholen (http://www.youtube.com/watch?v=VGV9nvLoUBw&fmt=6).
Probier doch mal sevenload oder vimeo. Da geht der Upload auch etwas schneller ;-)
@Manuel: danke für den Tipp mit sevenload, ist tatsächlich um einiges besser!
@Manuel: Der Link zu hoher Qualität wäre dieser:
http://www.youtube.com/watch?v=VGV9nvLoUBw&fmt=18
Wow, da ist ja wirklich einiges los! Was ist das alles, sind das nur verschieden große Äste, oder ist das besonderes Holz?
Die Qualitätsunterschieden zwischen der Youtube Version und Sevenload überrascht mich sehr. Und so schlimm ist das Video nun auch nicht, der Sound des vorbeifahrenden Mofas irritiert nur etwas ;)
@Bernd: das Angebot ist gross: gebohrte Eiche (in der Mitte), gebohrte Buche rechts unten, Holunder rechts in der Mitte, oben rechts (wahrscheinlich) etwas Kerbelartiges, links unten Schilf (sehr beliebt) und links oben sonst noch irgendein Holhstängel. Der Lehm zuoberst wird nicht so gut angenommen, wahrscheinlich bin ich zu weit weg von Gewässern mit entsprechenden Wespen oder Bienen ...
Also ich find die Quali eig. sehr gut im vergleich zu manchen youtube videos. Aber du hast immer volles Haus mein lieber Scholli da is was los :-D
Ja, faszinierend richtig was los, wie ein kleiner Bienenstock, bloss hat hier jeder wohl sein "eigenes" Zuhause.
Ein schönes Insektenhotel habt ihr da für die Wildbienen gebaut. Es macht auch mir viel Freude, die kleinen Insekten zu beobachten. Gerade weil sie nicht stechen, ist ein solches Insektenhotel auch sehr gut zum Beobachten mit Kindern geeignet.
Unsere Nachbarn haben eine ähnliche Hütte, allerdings ist mir nicht ganz klar warum die da oben nicht stechen sollen. Stechen denn Waldbienen nicht ? Die von unserem Nachbarn stechen. Aber Honig gibts doch wenigstens oder ?
Quelle: http://www.wildbienen.de/wbfragen.htm
Die Frage, ob Wildbienen (zu denen ja auch die Hummneln gehören) stechen bzw. wie man sich gegen stechende Wildbienen schützen kann, ist ein Klassiker unter den Fragen, die in einem Bienenforum und in eMails zu Bienen gestellt werden. Zunächst diese Bemerkung vorweg: Die Frage, ob Bienen stechen, ist genauso "schlau", wie die Frage, ob Hunde (oder Pferde etc.) beißen: Die Frage suggeriert ja, daß ein Hund ohne jede Provokation oder andere Veranlassung beißt, sobald der nur die Gelegenheit dazu hat, und dasselbe gilt für die Frage nach der vermeintlichen Stechlust der Bienen. Das ist natürlich Unsinn. Richtig wären die Fragen, ob Wildbienen stechen können, und, wenn ja, wann sie es tun bzw. was sie dazu veranlassen könnte. Die Antworten sind völlig undramatisch:
* Ja, Bienen sind grundsätzlich physikalisch fähig zu stechen, denn sie gehören zu den sog. Stechimmen, haben also einen Wehrstachel, der sich aus der Legeröhre entwickelt hat. Männchen (Drohnen) hatten nie eine Legeröhre, sie können also auch nicht stechen. Den größten Eindruck vermeintlicher Gefährlichkeit erzeugen aber regelmäßig die Drohnen, wenn sie massenhaft vor oder über den Nistplätzen der Weibchen schwärmen.
* Die physikalische Fähigkeit zu stechen hängt natürlich von der Größe eines Bienenweibchens bzw. ihres Stachels und der ihres Gegners ab: Kleine Bienen sind überhaupt nicht in der Lage, mit ihrem winzigen Stachel die menschliche Haut zu durchdringen, man kann sie also problemlos mit zwei Fingern etwa aus einem Spinnengewebe zupfen, wenn man sie vor ihrem Freßfeind retten möchte; man sollte nur nicht zu fest drücken, um sie nicht zu verletzen. Größere Bienen und vor allem Hummeln können hingegen die menschliche Haut problemlos durchstechen – sie tun es nur fast nie:
* Die meisten Bienen – auch jene, die den Menschen stechen könnten – sind aufgrund ihrer ererbten Verhaltensmuster, also ethologisch nicht in der Lage zu stechen, und das hängt mit der Aufgabe zusammen, die jedes fruchtbare Bienenweibchen hat, nämlich der Fortpflanzung: Honigbienen-Arbeiterinnen pflanzen sich nicht selbst fort, sie stechen und verlieren ihr Leben, um ihre Königin und ihre Geschwister zu retten und so den Bienenstaat und Fortpflanzungserfolg sicherzustellen. Solitärbienenweibchen jedoch wirtschaften alleine, sie dürfen kein Risiko eingehen, das die Weitergabe ihrer Gene gefährden könnte. Der "Egoismus der Gene" veranlaßt ein Bienenweibchen also, auf eine mögliche Gefährdung ihres Nistplatzes nicht aggressiv zu reagieren, sondern lieber an anderer Stelle einen neuen Nistversuch zu starten.
* Entwickelt wurde der Wehrstachel nicht gegen Reptilien und Säugetiere (diese Tierklassen traten erst später in der Evolution auf), sondern gegen andere Bienen, Wespen, Ameisen und Spinnen ähnlicher Größe, und dort kann er auch durchaus wirksam eingesetzt werden. Ein Säugetier bzw. ein Mensch wird allenfalls gestochen, wenn er a) eine ausreichend große weibliche Biene direkt angreift, b) wenn er ihr keine Fluchtmöglichkeit läßt und c) wenn er sie dabei ausreichend lange mit seiner Haut berührt. Wenn also etwa ein Unterarm ein großes Bienenweibchen im Gras zu Tode quetscht, könnte dieses stechen.
* Stiche zur Verteidigung des Nestes sind, wie gesehen, nur von staatenbildenden Bienen zu erwarten, vor allem also von Honigbienen und Hummeln. Dennoch ist eine aggressive Nestverteidigung nur von unseren Honigbienen und wenigen Hummelarten bekannt, vor allem von Baumhummeln (Bombus hypnorum), die bekanntlich oberirdisch nisten und dort natürlich besonders gefährdet sind. Die meisten Hummeln lassen es sich sogar gefallen, wenn man ruhig ihr Nest untersucht!
* Auch wenn die Gifte der vielen Bienenarten noch nicht untersucht wurden: Probleme haben Allergiker mit manchen Wespenarten und mit Honigbienen. Von einem durch Solitärbienen verursachten anaphylaktischen Schock ist bislang nichts bekannt.
Noch ein Tip: Es ist ohne jedes Risiko möglich, jede Biene auf die eigene Hand bzw. einen Finger krabbeln zu lassen! Die Gelegenheit dazu ergibt sich, wenn sich Bienen (Solitärbienen und Hummeln) an einem kühlen Morgen in der Sonne aufwärmen oder von einem Kälteeinbruch überrascht werden und dann für eine warme Hand dankbar sind. Eine Transportgelegenheit scheinen sich hingegen flugunfähige Bienen zu erhoffen, deren Flügel etwa durch einen Gendefekt, eine Entwicklungsstörung (durch lange extreme Trockenheit) oder den Angriff eines Vogels oder einer Großen Wollbiene (Anthidium manicatum) verkrüppelt sind.
Hallo Herr Huber,
Ihre Erklärung ist umwerfend gut und trifft den Nagel auf den Kopf. Ich hoffe, dass Ihre Worte viele Menschen lesen. Besonders die, die unsicher im Umgang mit den Insekten sind. Denn Angst braucht wirklich keiner zu haben. Ich habe neulich vor einem Bienenwagen den Flug von Honigbienen gefilmt und viele sind auf meinem Körper gelandet. Auch Honigbienen stechen nicht, wenn man sich ruhig verhält und starke Bewegungen und Parfüme vermeidet. Das gleiche trifft auf Hornissen zu, die entgegen landläufiger Meinung keinerlei aggressive Neigungen zeigen. Übrigens habe ich einmal ein Foto von einem Schmetterling gemacht, auf dessen Flügel eine kleine Wildbiene ausruhte oder sich auch mitnehmen ließ.
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