Über den Gartenzaun ... [W0814]
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Kommentare
Wissenswerkstatt
@ 08.04.2008 09:05 CEST
(Trackback)
»Auch Verlage feiern Geburtstag. Mit dem Rowohlt-Verlag begeht dieses Jahr einer der renommiertesten und wichtigsten deutschen Literaturverlage sein einhundertjähriges Jubiläum. Es gibt wohl keinen Wissenschaftler oder gar Literaturfreund, d...
»Auch Verlage feiern Geburtstag. Mit dem Rowohlt-Verlag begeht dieses Jahr einer der renommiertesten und wichtigsten deutschen Literaturverlage sein einhundertjähriges Jubiläum. Es gibt wohl keinen Wissenschaftler oder gar Literaturfreund, d...
Hallo Reto,
ich wollte eigentlich schon vor ein paar Tagen antworten, aber hab es aus den Augen verloren. Die Verlinkung des Fischerei-Artikels erregt in mir naturgemäß (veganen) Widerspruch.
Also, worum geht´s? Zum Einen ein wenig Kritik zu der Tatsache, dass sich die konservativste Meinung unterstützen lässt, sobald sie die persönliche Meinung unterstützt. Das fällt mir gerade in Sachen Ernährung immer wieder auf und zwar in alle Himmelsrichtungen gekuckt.
Zweitens ein wissenschaftlicher Diskurs bringt den Leuten garnichts, da wird Studie X mit Studie Y totgeschlagen und jede Seite kann behaupten, sie hätte Recht. Zudem: jede wissenschaftliche Aussage ist nur so gut, wie die Interessen der Lobby, die dahinter stehen groß sind.
Womit ich bei Punkt 3 meiner Kritik bin. Ich habe vom Fischereiwesen nicht so viel Ahnung, das gebe ich zu. Aber wenn ich mir betrachte, was die beiden zitierten und wahrscheinlich ebenso renomierten Wissenschaftler beide sind, dann fang ich an meine Stirn zu runzeln.
Beide sind wissenschaftliche Berater von Fischereibehörden, deren Klientel mittlerweile in Europa und Nordamerika fast vollkommen industrialisiert wurde. Ist es nicht selbstverständlich, dass diese zum wissenschaftlich untermauerten Gegenschlag ausholt, wenn ihre Lobby sieht, dass ihnen die ökonomischen Felle davon schwimmen? Das Extrapolierungen, also wissenschaftliche Methoden von solchen Wissenschaftlern in Zweifel gezogen werden und dann Statements dabei herauskommen, à la: Niemand kann die Situation der Weltmeere einschätzen, wenn diese nicht vollständig per Rasterunteruntersuchung erfasst worden ist. Das dies doch ein Ding der Unmöglichkeit ist, müsste nachvollziehbar sein, wenn mensch sich die Größe der Fläche zu Gemüte führt, die mit Wasser auf dieser Erde bedeckt ist.
Letzter Punkt ist meine Kritik an der Ökonomisierung des Begriffes Nachhaltigkeit: die Daumenschrauben der Ausbeutbarkeit eines Ökosystems werden bis zum Anschlag zu gedreht (jede Interessensgruppe holt für sich das meiste raus, erinnert mich an das hier: http://de.wikipedia.org/wiki/Tragik_der_Allmende), dabei wird (zumindest im Artikel) verkannt, dass die Fischerei längst nicht das einzige ökologische Problem, dass dieses vernetzte Ökosystem Meer ausbalancieren muss.
Und wie das auf dem Meer mit Schutzzonen gehandhabt wird, kann mensch ja anhand der aktuellen Walfangserie der Japaner im Antarktischen Schutzgebiet sehen.
Zum Schluss kann ich es am plakativsten und verkürzt so sagen: die Meere, denen die darin leben!
Viele Grüße,
Mone
@Mone: zunächst mal grundsätzlich: dass ich einen Artikel verlinke, hiesst nicht unbedingt, dasss ich mit dem Inhalt einverstanden bin. Ja, da bin ich mit Dir einig, dass man fast alles mit Studien beweisen kann. Auch das Gegenteil. Zumindest ist das mein Eindruck als Laie.
Und die Daumenschrauben der Nachhaltigkeit gefallen mir, den Begriff meine ich. Soviel rauszuholen, wie nur möglich, liegt wahrscheinlich in der Natur des Menschen. Aber es ist immerhin ein gewisser Fortschritt, wenn man stoppt, bevor das "System" instabil wird und den Bach runtergeht.

