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Idealist vs. Pragmatiker

Wieder einer dieser Metabeiträge, welche mehr lautes Nachdenken und Verdichten von Gedanken sind, welche mir so durch den Kopf schwirren. Mindestens zwei Seelen streiten sich in meiner Brust: der Idealist und der Pragmatiker. Bei unserem jüngsten Entscheid hat erstmal seit langem wieder einmal der Idealist den Kürzeren gezogen. Er weint immer noch.
Die Welt könnte so schön, wenn sie so wäre, wie ich sie mir vorstelle. Die Sache mit dem Auto, das wir jetzt wieder gekauft haben liegt mir auf dem Magen. Ich verbrenne wieder Erdöl-Produkte, obwohl die Vorräte zu Ende gehen und die Emmissionen bestimmt nicht zu einem besseren Klima beitragen. Und nicht zu sprechen von der grauen Energie, welche bereits im Wagen steckt ... aber der Andere hat mich überstimmt. Dafür sorge ich dafür, dass möglichst wenig Kilometer damit gemacht werden. Aber das regelt sich ja von selbst, wenn der Ölpreis weiter steigt, hähähä. Ich träume immer noch davon, mich zu Fuss und mit dem Velo fortzubewegen, so wie es mein Grossvater noch lange gemacht hat.
Idealist

Jetzt flennt er wieder, dabei geht in China jede ver****e Woche ein Kohlenkraftwerk ans Netz. Und wir machen uns Gedanken um die ein- oder zweihundert Gramm CO2, die so eine Kutsche pro Kilometer ausstösst. Der Diesel - allerdings ohne Partikelfilter - wäre das kleinere Übel gewesen, aber wir hätten drei bis sechs Monate warten müssen, also haben wir genommen, was da war. Zudem rechnet sich das mit den Dieselpreisen in der Schweiz nie ... und noch was an den da oben: wie würde wohl die Welt aussehen, wenn die Visionen aller Idealisten Realität wären? Ist die jetzige Realität nicht einfach die Schnittmenge aller lebbaren Visionen? Und noch was aus den Niederungen der Praxis: wie hätte er wohl Zementsäcke, Werkzeuge und den eigenen Kadaver auf die Baustelle transportiert? Jeden Tag drei Stunden mit dem Velo unterwegs, Nutzlast 20 kg? Wenn er aufs Auto verzichten will, dann soll er halt in die Stadt ziehen oder umbauen lassen. Aber dann ist nix mit naturnahem Wohnen und teuren, nachhaltigen Produkten für den Umbau.
Pragmatiker

Ich will mich ja eigentlich gar nicht rechtfertigen, aber wenigstens ein bisschen transparenter machen, was so abgeht, wenn Ideale auf das Leben stossen ... könnte übrigens sein, dass die beiden wieder mal auftauchen.
Kommentare (5)  Permalink

Kommentare

Micha @ 07.02.2008 15:06 CET
Jaja, das schlechte Gewissen nagt bei so einer Entscheidung lange ;-). Geht mir bis heute nicht anders. 1,8t Stahl mit Motor vor Haustüre weil man sonst den Umbau nicht organisiert kriegt und, zumindest bei mir, die Pferde nicht von A nach B transportiert bekommt.
Warum wäre der Diesel das kleinere Übel? Ich habe mich nach einigem hin- und herrechnen bewusst für einen Benziner entschieden.
Reto Stauss @ 07.02.2008 15:21 CET
@Micha: naja, der generelle Verbrauch ist halt ca. 20% tiefer, was sich auch in weniger C02-Ausstoss pro km niederschlägt. Was hast Du denn gerechnet?
Micha @ 07.02.2008 16:46 CET
@Reto: Ich habe mir die potentiellen Kandidaten vorgeknüpft (optimales Verhältnis zwischen Eigengewicht und Zuladung bzw. Anhängelast) und dann den Schadstoffausstoss der Motorvarianten verglichen. Da war der Verbrauch beim Diesel zwar niedriger, der Schadstoffausstoss je km aber höher. Erschwerend hinzu kam, dass die hochoptimierten Diesel auch noch defektanfälliger waren und kürzere Wartungsintervalle hatten. Das soll keine allgemeine Beurteilung sein, es war bei den von mir ausgesuchten Modellen so.
Wenn es nach mir ginge würde ich wieder einen Pflanzeöl-Diesel aus den 80ern oder frühen 90ern. Da hat in D aber Vater Staat etwas dagegen und sanktioniert das mit hohen Steuern ;-)
Michael Maag @ 08.02.2008 19:14 CET
Hmmm, Du hattest von "mindestens" zwei Seelen gesprochen...

Da bin ich ja auf die anderen gespannt... ;-)
Reto Stauss @ 10.02.2008 21:32 CET
@Michael: wir lassen mal hübsch den Deckel auf der Büchse der Pandora, gell ;-).
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