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Ist fairdo das bessere Utopia?

Auf die Einladung von Karsten Wenzlaff hin, einer der Nachhall Texter, habe ich mir eine weitere Netzwerkplattform - oder neudeutsch Social Network Service - im ÖkoFairSozial-Bereich angeschaut: fairdo. Kurzfazit: sympathisch.
fairdo Obwohl sich mir der Nutzen von all diesen Diensten bisher nur unvollständig erschlossen hat - ich sammle eigentlich bloss "Freunde" - hoffe ich immer noch, dass mein eigenes, unspezifisches Reden von Vernetzen irgendwann in einem Webdienst abgebildet wird. Natürlich wird dies ein soziales Netzwerk im echten Leben nie ersetzen, dieses andererseits aber ergänzen, weil es fleischliche und geografische Grenzen sprengen kann.

Zurück zu fairdo: was mir bei Utopia und auch Ivy World aufstösst, ist dass dort dahinter eine Menge Geld steckt. Welches wohl nicht von Philantropen stammt. Was wiederum bedeutet, die Investoren wollen ihre Kohle zurück. Grundsätzlich nichts dagegen, aber irgendwo wird das Geschäftsmodell zu wenig klar kommuniziert, dass da nicht ein gewisses Unbehagen zurückbleibt. Zudem bin ich kein "strategischer Konsument" und Promis gehen mir mehrheitlich an der Verlängerung des Rückens vorbei.

Diesbezüglich ist fairdo komplett anders aufgestellt. Wie mir die beiden Gründer Sophie Scholz und Daniel Pichert im E-Mail-Kontakt verraten haben, finanzieren sie die Entwicklung selber, dazu kommen Sklaven ehrenahmtliche Mitarbeiter, welche für Gotteslohn und einen warmen Händedruck arbeiten. Eine echte Grasswurzel-Initiative also. Natürlich schliessen die beiden nicht aus, auch Geld damit zu verdienen, aber dies steht bisher nicht Vordergrund und mögliche Finazierungspartner müssen ihren Werten entsprechen.

Das "Netzwerk für eine bessere Welt" (nahe an Ivy Worlds "Lifestyle für eine besser Welt", wer ist Huhn, wer Ei?) bietet die üblichen Möglichkeiten zur Vernetzung: Profil erfassen, Freundesliste, internes Nachrichtensystem, Gruppen, etc. Dazu kann man ein Blog führen, Fotos hochladen und Rezensionen erfassen. Eher schwach aufgestellt ist die Suchfunktion, aber wir sind ja immer noch Beta und Erweiterungswünsche werden gerne entgegengenommen.

Dies ist eine der Stärken von fairdo, man kriegt sehr leicht Kontakt zu den Verantwortlichen. Wohl auch aus dem Bewusstsein, dass man von aktiven, auch kritischen Benutzern schlussendlich profitiert.

Wer gerne reinschauen möchte, der darf sich gerne bei mir melden, dann schicke ich eine Einladung.

Wer übrigens selber ein Social Network starten möchte, sollte sich Robert Basics Beitrag ansehen.
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Kommentare (35)  Permalink

Kommentare

Micha @ 15.01.2008 11:41 CET
Hat es Utopia schon weit gebracht, dass es Massstab herhalten muss ;-)

Deine Einschätzung von fairdo teile bzgl. Ivy und Utopia würde ich jederzeit unterschreiben. Allerdings muss man auch sehen, dass die letztgenannten auch eher eine Zielgruppe in der Mitte der Gesellschaft habe.

fairdo emfinde ich eine Spur idealistischer, wie man auch an den pekuniären Absichten der Gründer sieht, dadurch aber auch akademisch. Was mir persönlich fehlt ist das "Handfeste", aber das kann ja noch kommen.

Hast Du übrigens gesehen, es gibt schon eine "LOHAS" Gruppe?
Micha @ 15.01.2008 11:45 CET
Das komt davon wenn man mit Sohn auf dem Schoß versucht zu tippen. Ich bitte die grammatikalischen Entgleisungen zu entschuldigen ;-)
Reto Stauss @ 15.01.2008 13:06 CET
@Micha: ja, schon richtig, dass Utopia und Konsorten auf ein anderes Publikum zielen. Und ebenfalls einverstanden: das Handfeste fehlt mir bei fast allen Netzwerkplattformen, sei es auf Xing, sei es anderswo. Aber es geht ja auch eher eben um "Beziehungen" ... am ehesten entsteht halt irgendeine Art von Zusammengehörigkeitsgefühl, auch gerade durch das Gruppen-Feature.

Die Gruppenbildung finde ich recht interessant, wenn ich auch gerne erst reinschauen können möchte, bevor ich beitrete. Leider bin ich kein LOHAS, sonst wäre ich dabei :-).

Und das Problem mit den Kindern auf der Schoss kenne ich ;-) ...
Reto Stauss @ 15.01.2008 13:09 CET
@Micha: und übrigens: ja Utopia (und auch Ivy World) setzt schon Massstäbe bezüglich Design, Funktionen, Image, Ausstrahlung, Reichweite und so.
Gerhard Zirkel @ 15.01.2008 13:44 CET
Die Fairdo-Geschichte hört sich recht gut an. Wäre nett, wenn ich eine Einladung bekommen könnte.

Seit Utopia angefangen hat solch irwitzigen Dinge wie einen "Ökokorrekten Skiurlaub" anzupreisen, bin ich kein wirklicher Fan mehr davon (war ich eigentlich auch vorher nicht)

Gerhard Zirkel
Micha @ 15.01.2008 13:50 CET
@Reto: "LOHAS" ist bezeichnenderweise auch die mit den wenigsten Mitgliedern ;-)
Manuel @ 15.01.2008 14:01 CET
Ja, so eine Einladung hätte ich auch gerne, wenn noch welche da sind :-)
Reto Stauss @ 15.01.2008 14:35 CET
@Gerhard & Manuel: Einladung ist unterwegs ...
Gerhard Zirkel @ 15.01.2008 15:35 CET
Ich bin drin - das war ja einfach

Danke!

Gerhard Zirkel
Amei @ 15.01.2008 19:39 CET
Würde ich mir auch gerne anschauen u. mich über eine Einladung freuen. Gibt es denn schon eine Schweiz-Gruppe ;-) ?
olaf (der andere) @ 15.01.2008 20:34 CET
... und wieder einmal lese ich auf die frage ob damit geld verdient wird:
zur zeit NOCH nicht!

tut mir leid das ich nach einer mehr als schlechten erfahrung mit der firma utopia-ag sehr misstrauisch geworden bin.
es gibt etliche hobbyseiten, die ähnlich aufwendig gestaltet sind, aber ohne abhängig machende unterstützung auskommen, bzw. sich durch freiwillige mitgliederspenden finanzieren.

außerdem scheint es in der "öko/bio-gemeinde" einen selektierungswahn zu geben.
bei den einen wünscht man sich kaufkräftige klasse, statt masse, und kommuniziert das unterschwellig.
bei fairdo hält man sich die masse gleich mit bremsenden "freundschaftseinladungen" fern.
irgendwie scheint sich bei der "öko/bio-elite" noch nicht herumgesprochen zu haben, dass es wie überall im leben ist: viel hilft viel!
nur wenn es gelingt möglichst viele mitglieder der breiten masse mitzunehmen, ist man in der lage dinge wirklich zu bewegen.
alles andere ist zwar schön fürs ego und gewissen, aber der sache eher abträglich.
da warte ich doch lieber auf den nächsten aufgedeckten lebensmittel-, oder wirtschaftsskandal im tv/radio, und schließe mich der unorganisierten breiten masse zum boykottieren an. ;-)
Martin Wehning @ 15.01.2008 22:07 CET
@anderer Olaf:
Dein Thema "die Masse erreichen" beschäftigt mich auch.
Exklusive kleine Foren (wie z.B. .. dieses) haben sicher ein gewisses Geschmäckle von Elite, von: wir Besseren gegen ihr Dümmeren,was schnell abgehoben (=weltfremd) werden kann.
Andererseits muss es wohl auch kleine, intensiv nachdenkende Kreise geben, um neue Gedanken erst mal reifen zu lassen.
Richtig spannend ist dann die Frage, wie die gereiften und schön abgehangenen Gedanken dann wieder "an die Masse" abgegeben werden können.
Dies ist dann wohl die Sollbruchstelle ohne die der ganze Klumpatsch zuvor aber eben ziemlich eigenbrödlerisch bis verschroben bleibt.
Reto Stauss @ 15.01.2008 22:35 CET
@Amei: die Einladung ist unterwegs und nein, eine Schweiz-Gruppe gibt es noch nicht. Lasse mich gerne einladen :-).

@olaf (der andere): ohje, ich habe nicht aufgepasst, da waren jetzt wirklich wieder alle Schlüsselwörter enthalten, um Dich zu triggern, oder ? ;-) Ich glaube, es spricht nix gegen Geld verdienen, solange dies offen und transparent geschieht. Man kann nicht verlangen, dass alles Gute ehrenamtlich passiert(?) und man nur mit "profanen" Dingen seinen Lebensunterhalt bestreiten kann, oder?

Dass man im Moment bei fairdo nur per Einladung reinkommt, ist wohl eher den beschränkten Ressourcen, einem vielleicht unbewussten Guerilla-Marketing und dem Beta-Stadium zuzuschreiben als einem Elitedenken.

Und um wirklich Massen anzusprechen, brauchst Du ein grosses Marketing-Portemonai, eine fette Medienpräsenz ... oder viel, viel Zeit.
olaf (der andere) @ 15.01.2008 23:20 CET
@martin wehning
hier ist exklusivität sicherlich nicht gewollt.
das ist nach meinem empfinden eine prima informationsquelle und jeder kann sich hier zu wort melden.

bei masse erreichen, bin ich fan von "brot und spiele".
die spiele halten die leute, um das "brot" zu erkennen.
keine frage muss es intensiv nachdenkende kreise geben, von mir aus auch kleine, damit schnell was reifen kann.
es gibt immer leute die etwas besonders gut können.
sei es nun handwerklich, oder gedanklich.
die kleinen kreise sollten sich aber nicht zu schade sein, nachher die massen mitzureißen.
gelingt das, dann war es eine wirklich gute idee!

eigentlich bedauerlich das die möglichkeiten zur verbreitung vorhanden sind (portale, foren usw.), es aber am willen fehlt, bzw. die tatsächliche zielsetzung ist eine andere als die vorgegebene oder vom "beworbenen" angenommene. :-(
im besten fall ist ist es, wie von dir beschrieben, eigenbrödlerisch bis verschroben!
was mir erheblich lieber ist, als mal wieder festzustellen, das jemand auf irgend eine art und weise meine daten verwerten möchte. ;-)
Reto Stauss @ 16.01.2008 07:48 CET
@olaf: jetzt würde mich aber schon interessieren, wie Du den Sprung von kleinen Kreisen zur Masse schaffen willst. Und Brot und Spiele finde ich ein schönes Bild, ist mir aber zu wenig konkret.

Internet und all die netten Technologien sind gut und schön, aber wir reden hier immer von einem Hohl-Prinzip, d.h. Interessierte müssen selber aktiv werden, sich beteiligend einbringen. Die Masse, welche auf Spiele wartet, wird man so nicht abholen können ...
olaf (der andere) @ 16.01.2008 17:17 CET
@reto
wie gross ist dein marketing-portemonai? ;-)
dafür das es vermutlich sehr klein ist, erreichst du ne menge leute!
mich ja auch!

hier ist es ehrlich, authentisch, OHNE zu einengend oder belehrend zu wirken!

wir kennen uns noch nicht so lange, es sollte mich aber sehr wundern, wenn du hier irgendwann mal bezahlte werbung für etwas machst. auch wenn das produkt was dahinter steckt, noch so toll in dein konzept passt.

was spricht dagegen klein anzufangen?
ich beobachte seit über 10 jahren sehr intensiv das www, im speziellen kommunikationsplattformen.

schau dir mal die historien von grossen foren an.
auch da gab es erstmal eine handvoll user die sich beteiligt haben, und ihre ideen dann weitergetragen haben.
sei es nun zum thema angeln, auto oder sex.

"otto normalverbraucher" muss MIT an die hand genommen werden!
"otto normalverbraucher" muss aber dafür ERREICHT werden!
das passiert weder mit www-seiten die so stylisch sind, das es schon abschreckt, noch mit redaktionsteams, wo man schon beim lesen der vita/ des werdeganges angst bekommt eine falsche frage zu stellen! :-o

@reto-insider
brot und spiele sollte dir klar sein.
du siehst es im kleinen bei uns (clubforum).
schnickschnack-kommunikation mit allem was das herz begehrt.
dadurch verhältnismässig viele regelmässige besucher - dadurch wiederum erreicht man die leute auch mit anderen "botschaften" als zum hauptthema.
schau dir mal die klicks in der "bio-loge" (biobereich des clubforums in dem z.b. auch die rss-meldungen dieses blog auflaufen) an, die sind nicht alle von mir! ;-)

und jetzt kommt der grosse unterschied, den ich gerade in der intensivöko/bio-gemeinde feststelle.
viele sind der meinung, dass es eine holschuld ist.
das thema ist so wichtig und wertvoll, das es sich die leute selber holen müssen.
tun sie es nicht, dann sind sie es eben selber schuld.
ich sehe zumindes mich selber als bringschuldner!

an anfang wollte kaum einer was von bio bei uns lesen.
ich bringe es immer und immer wieder auf den tisch, mitlerweile wird über verschiedenes was sich so in der bio/öko-ecke tut diskutiert.
das heisst leute machen sich gedanken um dinge und vorgänge, die sie vorher nicht im geringsten interessiert haben.
ein sehr kleiner schritt, jedoch ein anfang.
aber selbst so ein kleiner schritt geht nicht von heute auf morgen.

ich denke aber, dass bewusst die zielgruppe kleingehalten wird, bzw. man sich die leute heraussucht, mit der man auf einer ebene ist und was anfangen kann/möchte.
da stört die breite masse nur! :-(

leider brauch das wichtige thema bio/öko aber genau diese breite masse um erfolgreich zu werden.

vielleicht ist es doch unlösbares problem?
Reto Stauss @ 17.01.2008 08:19 CET
@olaf: für 0.- Franken Budget erreiche ich schon ein paar Nasen, aber sicher keine Massen. Und bezüglich bezahlter Werbung und so: Kommerz oder nicht Kommerz, das ist hier die Frage, Teil 1 und Teil 2.

Und die breite Bevölkerung erreicht man doch nur über unverdächtige Themen, welche traditionellerweise ziehen. Und dann kann man - wie Du - "infiltrieren". Ansonsten ist "nachdenken" und "intelligent leben" einfach nicht sexy genug ...

Internet ist doch per se keine Push-Technologie, anders wie Zeitungen oder Fernsehen, deswegen gibt es bestimmte Voraussetzungen, damit Plattformen im Web überhaupt ein Publikum anziehen.

Ich glaube nicht, dass ein Betreiber wie fairdo oder ähnliche Plattformen die Zielgruppen künstlichklein halten, warum auch? Oder an wen hast Du gedacht? Ich denke eher, dass es einfach keine Masse von Leuten interessiert oder die Form nicht stimmt oder was auch immer ... oder man findet das Angebot schlicht nicht in der Fülle unserer sogenannten Informationsgesellschaft.

EIn Normalsterblicher zum Beispiel wird diesen Blog niemals finden ...
Daniel Pichert @ 17.01.2008 13:17 CET
Hi Leute!

tolle Diskussion! Ich bin Daniel, einer der fairdo-Gründer. Da dachte ich, ich melde mich mal zu Wort...

Übrigens haben wir zu vielen Dingen auch ne verschiedene Meinung, z.B. Sophie und ich. Was ich Euch jetzt schreibe, ist deswegen meine Privatmeinung als fairdo-Gründer, wenn es sowas gibt... ;-)

Ein kurzes Wort zur Exklusivität von fairdo. Ich persönlich bin ein großer Fan davon, dass bio-öko-fair-Umwelt-Klima etc. auch für alle da sein soll bzw. auch der "Masse nahegebracht" wird (wenn es ehrlich gemeint ist und nicht nur Verarschung ist). Am besten wäre, fairdo wäre offen für alle - genauso wie ein Umweltverein ja auch offen für alle Interessierten sein sollte. Da gibt es aber dann das Problem mit der massiven Verspammung, die Communities haben können (z.B. Myspace - Sexwerbung; oder mit Usern, die man einfach nicht haben will, weil sie rechte Parolen verbreiten).

Um das Beispiel weiterzuspinnen: In den Umweltverein kommen Spammer, Nazis und Witzbolde nicht, weil sie dafür zumindest die Straße überqueren müssen und das anstrengend ist. Die "Exklusivität" kommt hier dadurch zustande, dass man ein wenig Mühe auf sich nehmen muss, um mit dabei zu sein. Im Internet gibt es diese Hürde aber nicht.

Um solchen Mißbrauch bei einem offenen Netzwerk zu verhindern, braucht man Ressourcen. Zur Zeit haben wir nur sehr geringe Ressourcen. Wir können z.B. nicht jeden Tag 50 fake-Profile löschen, wenn wir das Projekt noch weiterentwickeln wollen.

Viele Grüße in die Schweiz!
Sophie Scholz @ 17.01.2008 14:57 CET
Hallo - und hier ist Sophie. Auch von fairdo. Ich habe die Diskussion ebenfalls verfolgt und wollte mich hinsetzen und einen längeren Beitrag schreiben - jetzt ist Daniel mit etwas zuvor gekommen- deswegen eine prompte Reaktion von meiner Seite.
Ihr sprecht viele Themen an, mit denen wir uns auch rumschlagen und für die wir auch noch keine wirklich optimale Lösung gefunden haben.
fairdo ist im Prozess - wir sind froh über kompetentes Feedback. Mit den Rückmeldungen die wir bekommen entwickelt sich auch die Idee von fairdo und unser Selbstbild immer weiter. Reto hat mich so nett gefragt: erklär mir doch mal den Nutzen von social Networks. Dazu haben wir für fairdo ziemlich klare Ideen - ob sich die umsetzen lassen werden, muss die Zeit zeigen. Denn das hängt nicht nur von uns, sondern auch von den NutzerInnen der Plattform ab.

Eure Themen so weit ich sehen kann:
a) Exklusivität und Masse
b) Geld - Finanzierung - Ehrenamt
c) Unabhängigkeit von möglichen Unterstützern

zu a)
Im Gegensatz zu Daniel finde ich die Argumentation mit den "Spammern, Nazis und Witzbolden" nicht die zentrale - auch wenn es äußerst unangenehm ist, vor allem wenn man UserInnen hat, die extremistische linke Parolen verbreiten.

Hier die kurze Entstehungegeschichte von fairdo - sie macht klar woher wir kommen:
Im Herbst 2006 gab es von der IPU e.V. (www.ipu-ev.de) in Berlin ein Strategietreffen,um Ideen zu entwickeln, wie wir das zum dem Zeitpunkt leere Vereinskonto
füllen könnten. (Schließlich haben wir eine Soliparty veranstaltet : )
Beim Brainstorming hatten wir dann die Idee eine "Datingplattform für Ökos" zu machen.
(Jetzt dürfen alle einmal grinsen)
Zusammen mit einem anderen IPU (Malte) habe ich die Idee etwas verfolgt,dann aber auf Grund von anderen Verpflichtungen fallen gelassen.
Wir wussten aber, dass es entsprechende Angebote im englischsprachigen Raum gab.

Im Januar 2007 hat Daniel sich dann bei mir gemeldet - der die Idee nicht vergessen hatte und sie nun transformiert umsetzen wollte.
Wir beide waren von der Idee begeistert und überzeugt, dass ein solches Angebot für die unterschiedlichsten Bewegungen in Deutschland (sozial, politisch, ökologisch) eine wichtige Plattform werden würde.
Da wir beide bereits gut in Netzwerke eingebunden waren, sahen wir die Umsetzung auch als realistisch an.
Wir haben recht schnell den Programmierer der IPU kontaktiert,
eine gute Freundin von mir erklärte sich bereit das Design zu machen -
etwas Geld war vorhanden, oder wurde geborgt.
So weit die Geschichte.

Wo ist der Zusammenhang zu Exklusivität?
Wir wollten Organisationen und Menschen in Deutschland eine Möglichkeit geben sich zu vernetzen - dafür war und ist die Plattform gedacht (Wissensmanagement, persönliche Kontakte pflegen, Veranstaltungen ankündigen, gemeinsame Projekte starten etc.)
Die Liste ist lang. Viele der Sachen sind momentan erst bedingt möglich - andere dafür schon sehr gut. Das hängt zusammen mit unseren begrenzten Ressourcen. fairdo ist von der Ursprungsidee also eine Plattform für Menschen die bereits aktiv sind (beruflich oder privat). Dass es unser Ziel sein sollte, gerade auch offen zu sein für Menschen, die sich für die Themen interessieren, aber noch nicht involviert sind, ist und klar und auch beiden wichtig. In der Aufbauphase ist es uns aber auch wichtig der Community die Möglichkeit zu geben ein Gesicht zu entwickeln. Eine Grundlage an Menschen zu haben, die sich zu solchen Themen wie Nachhaltigkeit, Globalisierungskritik, Konsum etc. kompetent äußern können und hier hoffen auf aktive Austauschpartner zu stoßen.
Ob wir die Einladungsfunktion rausnehmen, ist eine Sache die ich mir wöchentlich (fast täglich ;) erneut stelle. Gerade in der Phase der Betaversion sind wir aber auch froh erst mit einer kleinen Gruppe von NutzerInnen die Plattform auszuprobieren - zu sehen was die so aushält, was nicht funktioniert usw. - eine Schonfrist. Was danach kommt ist auch abhängig von dem was wir an Feedback bekommen.

b) Geld - Finanzierung - Ehrenamt

Reto: "es spricht nix gegen Geld verdienen, solange dies offen und transparent geschieht"
Es ist wirklich absurd. Ich arbeite hart und beute mich aus - habe einen Lebensstil, über den ich früher gedacht hätte - oh Mensch, dieser arme Managertyp ; ) Und dann kann ich mir froh auf die Schulter klopfen und sagen "Aber immerhin verdiene ich kein Geld damit".
Für dieses Jahr habe ich diesem Lebensstil übrigens abgeschworen - was im Umkehrschluss dann vielleicht heißen könnte, dass ich auch etwas Geld verdienen darf : )
Wir werden sehen.

Wir haben viele Ideen für fairdo und äußerst begrenzte Ressourcen.
@Olaf (der andere) "es gibt etliche hobbyseiten, die ähnlich aufwendig gestaltet sind, aber ohne abhängig machende unterstützung auskommen, bzw. sich durch freiwillige mitgliederspenden finanzieren." - Ich freue mich da über Kontakte und Infos! Wirklich - nicht ironisch gemeint - das ist ja bei schriftlicher Kommunikation immer etwas schwierig.
Wir brauchen Geld, wenn wir das langfristig machen wollen. In welcher Form genau das zu uns kommen wird, da sind wir noch am überlegen.
Das Problem ist nämlich, dass man sich dann an jemanden bindet - eine Institution die ihren Namen gerne auf die Website stellt. Mein Gedanke wäre ja x-Institutionen zu haben, dann wären wir so breit unterstützt, dass man uns nicht Parteilichkeit für eine Sache vorwerfen könnte und fairdo nur ein Forum für Leute von attac und ein paar von der Bundjugend und von.. (ich hoffe ihr versteht, was ich meine) Wir haben auch begrenzte persönliche Ressourcen - Networking, Anträge schreiben, sich um Sponsoring bemühen, all das kostet Zeit. Wir tun unser bestes um dabei so unabhängig wie möglich zu bleiben und werden sehen, wo wir Ende diesen Jahres stehen.

Ahh - ich sehe gerade, damit habe ich Punkt c) auch schon abgehandelt.

Was ich sagen wollte:
Wir tun unser Bestes. Wir sind in einem Prozess und lernwillig. Wir machen Fehler (die dann entweder schnell zu korrigieren, oder fatal sind). Wir freuen uns über Unterstützung und Austausch. Wir sind glaubwürdig ; ). fairdo ist eine Idee, die wir realisieren - wenn sich Menschen finden, die sie mit uns teilen wollen und weiterentwickeln - Halleluhja - dann kommt der Dank von oben Reto
; )

Ha - jetzt bin ich es immer noch nicht alles losgeworden, aber vielleicht in den nächsten Tagen noch mal mehr.
Reto Stauss @ 17.01.2008 15:32 CET
@Daniel & Sophie: danke euch beiden für die umfangreiche Stellungnahme ... ich überlege gerade, wie ich dem noch ein bisschen mehr Sichtbarkeit verschaffen kann ...
Daniel Huber @ 17.01.2008 16:05 CET
Nach all den spannenden Kommentaren möchte ich jetzt auch eine Einladung zu Fairdo... entweder von Dir Reto, oder von Daniel... oder von Sophie... :)

Danke
Reto Stauss @ 17.01.2008 20:46 CET
@Hueb: Erster! Vielleicht ... ;-)
Micha @ 18.01.2008 14:18 CET
@ Sophie, Daniel: Was mich in den Zusammenhang interessieren würde ist, was Eure Motivation war etwas Neues zu machen, anstatt z.B. eine bestehende Plattform zu "kapern" oder ein existierendes Portal aus dem Ausland zu lokalisieren.

@Daniel: Du schreibst, dass Du keinen Spam im "Umweltverein" haben willst und die Ressourcen fehlen Fake-Profile zu löschen. Glaubst Du nicht, dass sich so etwas über kurz oder lang selbst reguliert?
Sophie @ 19.01.2008 16:45 CET
@Micha (und Daniel): Anfang 2007 war die Situation in Bezug auf social-networks (nicht nur im Umweltbereich) noch eine andere. Wie viele Initiativen es gerade im englischsprachigen Raum gab, hat sich für mich erst mit der Zeit herausgestellt - inzwischen kommen laufend neue hinzu.
Zu dem Zeitpunkt wäre ich allerdings auch nicht auf den Gedanken gekommen z.B. care2 einen Kooperationsvorschlag zu machen - was man dafür wahrscheinlich bräuchte wäre ein entsprechendes Budget, bereits einen "Namen" im Internet"geschäft", oder auch einen Programmierer, der sich dazu verpflichtet, die nächsten 2 Jahre Vollzeit ehrenamtlich zu arbeiten. All dies hatten wir nicht. Der Gedanke ist mir entsprechend einfach nicht gekommen.

Wir hatten allerdings von Beginn an vor, die Plattform zweisprachig anzulegen - das ist rein technisch jetzt auch gegeben. Recht schnell hat sich dann herausgestellt, dass erst eine Menge andere Sachen zu erledigen sind, bevor das eventuell möglich wird.
So ein Projekt ähnelt nach meiner Erfahrung einer Diplomarbeit: hinterher weiß man, wie man es hätte machen müssen. Wir haben im Entwicklungsprozess so einige Fehler gemacht und haben daraus gelernt. Trotz allem sind wir an diesen Punkt gekommen, mit fairdo als Betaversion online zu sein - und darauf sind wir stolz. Im März (15.3) gibt es übrigens eine Netzwerkparty in Berlin (RAW Tempel) - da feiern wir unser Durchhaltevermögen und es soll auch eine Möglichkeit sein, dass fairdo´s (fairdoerInnen?) sich kennenlernen.

Was genau Du (Micha) mit "kapern" meinst, weiß ich nicht - hört sich spannend an ; )

Vielleicht ist Daniels Erinnerung an den Prozess ein anderer. Das Gedächtnis ist ein trügerisches Dingen.
Thomas @ 19.01.2008 19:22 CET
Spannende Diskusson!

Ich werde aus meiner Sicht gerne etwas zum Thema "Geld Verdienen" und "Sinn von Sozialen Netzwerken" beifügen.

Solange wir ein einer Geldwirtschaft leben müssen wir wohl irgendwo unser Geld verdienen. Es wäre fatal, wenn wir unser Leben in eine nachhaltige Feierabendwelt und eine unsoziale, recourcenverschleudernde Arbeitswelt einteilen würden.
Mehr dazu unter: http://www.berufsnavigation.net/buchtipps/

Ich habe eben einen Artikel über die Remei AG in der Woz gelesen:
http://www.woz.ch/artikel/2008/nr01/leben/15807.html

Sie zeigt exemplarisch, dass soziales und nachhaltiges Wirtschaften in sozialen Netzwerken geschiet (und deren Aufbau oft Knochenarbeit ist). Daher plädiere ich für soziale Netzwerke, die über eine gesellschaftliche aber durchaus auch wirtschaftliche Vision zusammengehalten werden. Der Austausch von Werten, Ideen, Gütern und Dienstleistungen war ja schon immer ein gemeinschaftsbildendes Moment.
Micha @ 19.01.2008 21:39 CET
@Sophie: Es gab auch 2007 schon alternative Social Networks. Einiges in den Kinderschuhen, viele mit der Entwicklung der Software beschäftigt und die meisten ohne die Idee, dass es ein Social Network ist. Ich glaube da war einfach noch der Begriff Community bzw. Portal üblich. Mein erster Gedanke beim Blick auf fairdo war: "Ist das barnraiser auf deutsch?"

Kapern? Ganz einfach Du suchst Dir eine existierende Website (z.B. openBC) und sprichst Dich mit ein paar Leuten ab dort die Diskussionsrichtung ein wenig zu beeinflussen. Damit hätte man zumindest keine Arbeit mit der technischen Plattform, es würde aber auch das "selbst-gemacht-Gefühl" fehlen.

Nicht, dass Du mich falsch verstehst, ich ziele nicht darauf ab Eure Arbeit mit fairdo zu kritisieren - ganz im Gegenteil. Ich bin nur immer wieder perplex wie an vielen Orten eigentlich das gleiche gemacht wird, jeder vor sich hin arbeitet und dabei zu gerne das Rad neu erfindet. Dass ivy und utopia sich nicht zusammentun ist (zumindest noch) klar. Bei den idealistischeren ist das aber doch machbar, oder fehlt es da einfach am "Meta Social Network" ;-)
Sophie @ 21.01.2008 18:18 CET
@ Thomas - hört sich spannend an Dein Buch. Ich habe das Glück, bisher meistens an Stellen gearbeitet zu haben, wo "Beruf" auch "Berufung" war. Kenne aber diese kraftzehrenden Zustände aus meinem Freundschaftskreis, wenn dem nicht so ist. fairdo würde mir idealer Weise ermöglichen, dass ich an dem arbeite, was ich als wertvoll erachte und es mir auch finanzielles Überleben möglich macht.

Zu dem Sinn von social-networks: ich fände es fantastisch, wenn fairdo zu einem von vielen Orten würde, an dem Werte, Wissen, Können etc. ausgetauscht werden.

@ Micha: Ja, klar gab es auch schon Anfang 2007 auch schon Communitys. ich wollte nur sagen - mir sind die erst im Laufe der Zeit begnet. Ich kannte vor allem die Öko-Datingbörsen, weil wir, bzw. Malte danach recherchiert hatte.

Mh - ja - dieses "selbst-gemacht-Gefühl" spielt auch schon eine wichtige Rolle.

Ich habe das auch nicht so wahrgenommen, dass Du unsere Arbeit kritisierst - nur kritisch nachfragst ; ) Wenn mir das unangenehm wäre, dann würde ich hier nicht schreiben.
Ich habe den Eindruck, dass wir inzwischen eigentlich relativ gut mit anderen vernetzt sind, die in ähnliche Richtungen denken wie wir - u.a. Ingmar Redel, der gerade den "World social web dialogue" anstößt. http://berlininaugust.politik-digital.de/index.php/World_Social_Web_Dialogue Es könnte jedoch noch mehr sein und wird es auch hoffentlich in den nächsten Monaten.
Dieses Networking ist auch immer eine Frage von Ressourcen. Kooperation bedeuten auch technische Erweiterungen, die finanziert werden müssen - nicht nur das persönliche Netzwerken meine ich.
herwig Danzer @ 25.01.2008 14:48 CET
Nachdem sich Sophie gerade bei unserem Bloggertreffen während der Biofach angemeldet hat (juhuu)
http://nachhaltigkeit.blogs.com/nachhaltig/2007/12/bloggertreffe-1.html
, würde ich jetzt zuuu gerne eine Einladung bekommen, denn fairdo klingt interessant.
Sophie @ 25.01.2008 16:05 CET
Ist unterwegs! :)
Daniel Pichert @ 21.02.2008 19:16 CET
Hi - Ihr trefft ja bald Sophie auf der Biofach. Ich selbst bin leider gerade beruflich anderweitig unterwegs. Aber hier gibt es interessante Fragen.

Kapern: So denke ich z.B., dass es keine gute Idee ist, eine bestehende Plattform zu "kapern". Das funktioniert erstens nicht. Zweitens vergibt man seine Daten und seine Aufmerksamkeit an eine Plattform, die nicht vertrauenswürdig ist. Und die einschlägigen Anbieter haben die Absicht, auf dem Markt zu bestehen und Profit zu erzeugen. Spricht: Irgend jemand - z.B. die Investoren - will einfach Knete machen. Womit das geschieht, ist zweitrangig. Und das unterstützt man dann damit (wir möchten auch "bestehen" und brauchen dafür perspektivisch Geld - aber wir sind nicht profitorientiert. Und wir haben eine klare ethische Orientierung).

Sich zusammentun: Das ist der Lauf der Welt, dass Leute an verschiedenen Orten etwas ähnliches starten, wenn eine Idee in der Luft liegt. Ich denke gerade viel über Kooperationen (z.B. über Schnittstellen) nach. Tatsächlich ist das aber - auch technisch gesehen - manchmal eine knifflige Frage. Wir haben unsere Ressourcen damit gebunden, fairdo überhaupt zum Funktionieren zu bringen. Wir müssen einmal schauen, was in den nächsten Monaten passiert.
ieva jansone @ 22.05.2008 11:48 CET
hallo ihr da draußen! kann auch mir jemand, bitte, eine einladung zu fairdo schicken? (vielen dank im voraus)
bin zufällig auf diese (schon beendete ( ?)) diskussion (und fairdo) gestoßen - mein kompliment! ich kann mich nicht erinnern jemals im web eine so inhaltsreiche, konstruktive und - freundliche (!) - diskussion gelesen zu haben!
grüße aus augsburg,
ieva
Sophie @ 22.05.2008 13:02 CET
Hallo Eva,

ich schicke Dir gerne eine Einladung - wenn Du mir Deine Emailadresse an scholz [at] fairdo.net zukommen lässt!

Gruß
Sophie
Chrissy @ 04.07.2009 13:42 CET
Bitte, ich möchte gerne eine Einladung bekommen !
Gruß von Chrissy
Sophie @ 06.07.2009 07:01 CET
Hallo Chrissy,

ich schicke Dir gerne eine Einladung - wenn Du mir Deine Emailadresse an scholz [at] fairdo.net zukommen lässt!

Gruß
Sophie
Alfred Mayer @ 29.05.2010 10:33 CET
Ich hatte einen Traum …
…von Politikern, die das Vernünftige tun und damit machtlos sind. Denn das Vernünftige ist fast immer vorgegeben. Nur wer die Macht mißbraucht, kann sie voll genießen.

Die nachdenklichen Normalbürger waren massenhaft in die bestehenden Parteien eingetreten und hatten dort für die Aufstellung der richtigen Kandidaten für die Parlamentswahlen gesorgt. Sie hatten die geheime Abstimmung durchgeset, wie sie im öffentlichen Wahllokal selbstverständlich sind.

Der entscheidende Teil der Wahl findet ja in den Parteien statt. Die Wähler müssen sich mit den von den Parteien aufgestellten Kandidaten begnügen, haben also keine echte Wahl.

In einer Parteiendemokratie legen die Parteien l unabänderlich fest, wer kandidieren darf und wer nicht. Eine Mitwirkung in der Politik ist nur in den Parteien möglich. Es scheint ein Naturgesetz zu sein, daß in jeder Partei über kurz oder lang das besonders eifrig agierende Mittelmaß ans Ruder gelangt und im ureigenen Interesse die Begabungen auszubremsen trachtet.
Drum müßten alle Nachdenklichen in großer Zahl in die Partei ihrer Wahl eintreten, anstatt weitgehend wirkungslos nur zum Wählen zu gehen.

Das Ergebnis meines weiteren Nachdenkens findet sich in

www.DemokratieVonUnten.de
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