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Mit Häkeln richtig Geld verdienen

Eigentlich ist das hier ja keine Ideen-Börse, aber trotzdem habe ich auch schon über gewisse, unausgegorene Einfälle geschrieben. Martin Wehning, der sich seit einiger Zeit heroisch durchs Archiv kämpft und auch aktiv kommentiert, hat jetzt eine Ideen weitergedacht und zwei weitere ins Spiel gebracht.
Da ich absolut einverstanden mit seiner folgenden Aussage bin, werde ich gerne auf seine Hinweise eingehen. Nicht zuletzt in der Hoffnung, dass vielleicht das eine oder andere aufgegriffen wird ...
Ich habe mal gehört, daß es bei einer wirklich in ein "Produkt" umgesetzten Idee ca. 60 Ideen gibt, die ins Leere laufen. In diesem Sinne kommt es m.E. manchmal auch auf eine Fülle von Ideen an, es zählt also -zunächst einmal!- die schiere Menge der Ideen, die Qualität guckt man sich danach an. Auch aus schlechten Ideen sind schon super Ergebnisse entstanden (und umgekehrt).

Idee 1: Permakultur-Datenbank
Meine simple Liste und Karte mit Permakultur-Projekten ist beliebig erweiterbar. Martin schlägt folgendes vor:
... eine Permakultur- Datenbank, in der es u.a. die Rubriken Ressourcen und Ziele gibt. Das könnte also so aussehen:
Ressource Laubbaum bietet - Schatten; - Windschutz; - Sichtschutz; - Mulchmaterial; - Aufhängung für Schaukeln; - evtl. Früchte u.a.

Ziel Bodenlockerung möglich durch: -Umgraben; -Fräsen;-Anbau von Leguminosen, Tiefwurzlern; Beimischung groben Komposts; -Beimengen von anorganischem Material wie Styropor...
Mir schwebt da eine MS- Access- Datenbank vor, die laufend erweitert und differenziert werden könnte.

Am Ende könnte man also anhand konkreter Fragestellungen die Datenbank durchstöbern und individuell angepasste Lösungen erarbeiten. (Eine Idee, die leicht abgewandelt aus www.triz.de ist).
Abgesehen davon, dass ich Ekzeme kriege wenn ich MS A***** lesen, weiss ich nicht, ob sich Permakultur so leicht in ein Schema pressen lässt ... aber die Sache ist natürlich nicht technikabhängig, sondern eine Frage der Organisation der Informationen.

Idee 2: Waren-Transportsystem
Mein Ameisen-Transport-Einfall hat schon ein paar Kommentare provoziert, aber Martin fragt sich, warum eine eigentlich schon vor langem etablierte Art der Nutzung der freien Kapazitäten im individuellen motorisierten Verkehr praktisch ausgestorben ist: das Trampen.
... bezieht sich auf deine interessante Idee des Lastentransportes (ameisenmässig):
Die Idee finde ich gut, aber es bleiben doch eine Fülle logistischer Probleme, die zunächst gelöst werden müssten (Vertragsabschluß, Zuverlässigkeit, Versicherung usw.).
Spannend ist jedoch, wieso das Mitnehmen von Personen heute so selten geworden ist.
Noch vor 20 Jahren bin ich sehr viel getrampt, ich habe so bestimmt 10000 km zurückgelegt (kann das bitte mal einer in Tonnen CO2- Einsparung umrechnen?). Ich habe auf diese Weise mit unterschiedlichsten Menschen hochinteressante Begegnungen gehabt und richtig viel gelernt.
Wie kommt es, daß das Trampen heute quasi ausgestorben ist (in Deutschland zumindest)?
- Es nehmen wohl fast nur die Leute einen mit, die auch selbst getrampt sind. Da heute schon viele 18-Jährige ein Auto besitzen, gibt es nicht mehr die Notwendigkeit des Trampens
- Das Image der Tramper ist grottenschlecht: Durch Sendungen wie "Aktenzeichen XY" glauben wohl viele Leute, daß ein typischer Tramper vor allem das Ziel hat auszurauben und zu vergewaltigen.
- Vermutlich fällt es heute auch vielen Menschen schwerer, Kontakt zu fremden Menschen aufzubauen, schlicht Smalltalk zu führen. Es geht also auch um soziale Kompetenz und die Lust, sich auf fremde Menschen einzulassen.
Es gibt ja heute auch über das Internet vermittelte Mitfahrgelegenheiten, die aber -zumindest in unserer Gegend- nur so vor sich hindümpeln und somit kaum nachgefragt werden. Die MFGs übers Netz sind zwar nicht so spontan und flexibel, schaffen aber eine größere Sicherheit.
Es ginge also darum zu überlegen, wie hier ein positiver Kreislauf (ähm, also eine nach oben gerichtete Spirale) in Gang gesetzt werden könnte.
Idee 3: Heimwerken als Geschäfts-Potential
Heimwerken ist hier auch immer wieder ein Thema, durchaus auch, um damit einen Teil seines Lebensunterhaltes zu bestreiten. In den meisten Fällen geht dabei die Initiative vom Hersteller aus, d.h. der Heimwerker versucht, seine Ware zu vermarkten. In dem von Martin beobachteten Fall hat jedoch ein Händler das Potential von Heimarbeit erkannt und gewinnbringend für alle Beteiligten genutzt:
In einer Gemeinde hier in der Gegend gibt es seit dreissig Jahren einen Häkelkreis von älteren Damen, die Jahr für Jahr bei wohltätigen Weihnachtsbasaren ihre Strümpfe- eher nicht- verkauft haben.
Eine Bielefelder Modefirma kooperiert seit kurzem mit diesem Kreis, nun entstehen topmodische Häkelmützen und dergleichen, die richtig Geld kosten, mit dem wiederum die Spendengelder vervielfältigt werden konnten.
Die zündende Idee
Leute, wenn wir fleissig weitersammeln, dann machen wir die 60 voll, auf dass die durchschlagende Idee dabei ist! Übrigens veröffentliche ich längere Texte gerne auch als Gastbeitrag (wenn sie in die Herde passen).
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Kommentare (6)  Permalink

Kommentare

Thomas @ 19.12.2007 20:50 CET
Ja, die "Projektideen" reizen mich zu kurzen Kommentaren:

zu Permakultur-Datenbank:

Da habe ich einen logischen (oder Philosophisch korrekt einen ontologischen) Einwand. Ein Permakulturgarten ist eine lebendige Struktur und die Relationen der Elemente zueinander können eben gerade nicht fest definiert werden, sondern hängen von unzähligen Faktoren ab. Das macht aber gerade den Reiz oder die Kunst von einem geglückten Permakulturdesign aus.

Zum Waren-Transportsystem:

- Find ich eine spannende Sache, habe ich auch im Bezug auf unser Projekt für die Startphase schon mal angedacht. Bin froh, wenn hier Leute weiterhirnnen und würde auch geren auf dem Laufenden gehalten werden.

- Ein Grund warum heute weniger Autostopp gemacht wird, ist sicher auch, dass der OeV zumindest in der Schweiz besser (Taktfahrplan) und auch ziemlich erschwinglich geworden ist.

- Eins der genialsten System des zeitgerechten Autostopps hat Paul Hasler, ein Freund von mir der das Büro für Utopien betreibt entwickelt: http://www.carlos.ch/

zu Heimwerken als Geschäfts-Potential:

Das gibts auch in Zürich. http://www.charmuetzel.ch/ eine sympatisches Produkt von Menschen in Altenheimen produziert. Es zeigt überigens auch, dass es nicht darum geht einfach irgendwelches 0815 "Kunshandwerk" herzustellen, was z.B. gerade in ländern des Südens oft weit verbreitet ist, sondern dass dort, wo ein gutes Design und ein professionelles Marketing sich mit der Heimarbeit verbindet richtig losgeht.
Amei @ 19.12.2007 22:50 CET
@ Ideensammlung: ist eine tolle Idee, aber wie dieses Beispiel selbst zeigt, wird eine Idee erst dann richtig gut, wenn sie jemand umsetzt. Daher braucht´s nicht nur 60 Ideen, sondern auch Leute mit der Lust und Energie, die 61., geniale auch umzusetzen ;-)
@ Trampen: Vermutlich stimmen alle angeführten Gründe warum es so viel weniger geworden ist, hier ist aber noch einer: Es war schon immer auch gefährlich für die Trampenden und das hat sich noch mehr herumgesprochen.
In einem Kommentar zum Warenverkehr habe ich es schon vorgeschlagen: Überall redet man von Straßenmaut, dann aber abhängig von der Zahl der Mitfahrenden, je mehr im Auto sitzen, desto geringer die Gebühr (arme Porschefahrer ;-)
@ Heimwerken
In dem Film "Herbstzeitlosen" ist doch eine wunderbare Form des Heimwerkens im Altenheim beschrieben ;-))
Reto Stauss @ 19.12.2007 23:14 CET
@Thomas: den Paul Hasler habe ich mal getroffen, spannende Sache hat er da mit seinem Büro.
Reto Stauss @ 20.12.2007 07:52 CET
@Amei: natürlich ist es richtig, dass eine Idee erst mit der Umsetzung gut wird. Aber wichtig für "Visionäre" ist auch, Einfälle sicht- und entdeckbar zu machen, damit "Umsetzer" sie entdecken können. Hier kann ich - in sehr bescheidenem Masse - eine Schnittstellenfunktion erfüllen ...
Thomas @ 20.12.2007 09:59 CET
@ amei - ja, ja, der gute alte Erich Kästner: "Es gibt nichts Gutes / außer: Man tut es." Das Problem ist da warscheinlich das "man".

Ich geb dir recht, dass viele Menschen in diesem "man sollte" festhängen. Ich vertrete da eher das Lager derjenigen, die umsetzen wollen. Aber clever und lustvoll und mit dem Mehrwert der gediegenen Selbsterfahrung. http://www.fairwork.com/werkstatt/projektzen.html

Also "Anfängergeist" auf der einen Seite, aber auch eine grosse Bandbreite von "Best Praxis"- Beispielen auf der anderen. Wen ich ein pfiffiges Projekt kennen lerne, versuche ich einerseits die Grundprinzipien dieses einmaligen Designs zu verstehen und andererseits werde ich das Projekt "hochinterpretieren", das heisst den Versuch unternehmen, die wertvolle Essenz des Projektes zu sehen, die über das konkrete und natürlich oft mangelhafte hinausweist. In jeder guten Entwicklung liegt die Chance einer weiteren Entwicklung, jeder gute Impuls, setzt weitere gute Impulse - "man" ;-) muss sie nur wahrnehmen...
M. Wehning @ 20.12.2007 14:37 CET
@Thomas:
Du hast mit deinem Einwand -fast- völlig recht.
Mir geht es aber nicht um ein Computerprogramm, das mir das eine richtige Ergebnis ausspuckt, welches ich dann umsetzen muss. Vielmehr darum, mit einer Art Datenbank (ob mit Access oder wie auch immer) erst mal Wahlmöglichkeiten zu sammeln. Die konkrete Umsetzung bleibt dann (glücklicherweise!) immer ein hochkreativer und einzelfallbezogener Ansatz
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