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Die Krux der Preisvergleichs-Portale

Themenwoche? Keine Angst, morgen gibt es wieder andere Kost. Vor zwei Wochen habe ich auf zwei Portale hingewiesen, welche es erlauben, nachhaltige Produkte zu vergleichen: EcoShopper und ecochoice (nur Elektro-Geräte). Zu ersterem war mein Urteil "nichts begriffen", zweiteres habe ich gelobt, weil nicht nur der Preis, sondern auch Qualität, Preis und Umwelteigenschaften zu gleichen Teilen miteingerechnet werden.
Mein oberflächliches Beurteilung von EcoShopper hat den Vorsitzenden des dahinterstehenden Vereins Fo.KUS, Helmut Hagemann, veranlasst, bei mir nachzuhaken. Auf meine Entgegnung, dass eben die Unsitte, immer nur das Günstigste zu kaufen, seinen Teil zu den heutigen lokalen und globalen Problemen mitbeiträgt, hat er erläutert, warum der Preis (im Moment) das einzige Kriterium zur Rangierung der Produkte auf dem Portal ist.

Ich erlaube mir, aus seiner Antwort zu zitieren:
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Aber, abgesehen von den Tests der Stiftung Warentest, gibt es keine unabhängigen Qualitätstests, und selbst in diese gehen gelegentlich subjektive Gewichtungen (wie sensorische Noten oder Bedeutung der Anleitung) ein - die Tests der Gepa-Schokolade oder der Fußbälle waren für die Fairhandelsbranche hier nachteilig. Dazu kommt das Problem der Aktualität.
...
Hier nun die Tests von sog. Fachzeitschriften heran zu ziehen, wird dem Gebot von Sachlichkeit und Transparenz nicht gerecht - diese Zeitschriften sind allesamt werbefinanziert, ihre Nähe oder Distanz zu Anbietern ist nicht nachvollziehbar. Es ist problematisch, die "guten" Warentests mit den anderen Tests zu vermischen, auch testberichte.de tut dies und erweist einer seriösen Testkultur damit einen Bärendienst. So wünschenswert flächendeckende Qualitätsurteile auch wären, es gibt sie leider für die meisten Produkte nicht. Wir haben an mehreren Stellen auf test.de hingewiesen, auch auf die Sammlung von Tests - die Verbraucherinfothek.
...
Ob EcoShopper einen bedenklichen Wettbewerb in Gang setzt? Siehe die Antworten zu den Fragen 6 und 7. EcoShopper will Transparenz fördern, denn meistens gedeihen transparente Märkte besser als intransparente. Ein wenig Konkurrenz - wenn wir sie denn fördern - nützt der Branche hoffentlich, weil dann die Zutrittsschwellen für Verbraucher sinken und höhere Umsätze möglich sind. Wir beobachten, dass die Konkurrenz in "unseren" Branchen eher eine Leistungskonkurrenz denn eine Preiskonkurrenz ist - Shops profilieren sich über Verbraucherschutz-Mechanismen wie Trusted Shops oder senken bzw. vereinfachen ihre Versandkosten oder versenden mit GoGreen.
...
Wettbewerb unter Hestellern ist sicher grundsätzlich nicht falsch, allerdings gibt es viele gute Gründe, warum ein Produzent höhere Selbstkosten hat als ein anderer. Dies, obwohl er sich genauso bemüht, effizient zu sein und die Kosten niedrig zu halten.

Gründe, welche Konsumenten durchaus nachvollziehen können, wertschätzen und deswegen auch bereit sind, höhere Preise zu bezahlen. Zum Beispiel kann dies lokale Herstellung sein, was höhere Löhne nach sich zieht, oder biologische Produktion, welche mehr Handarbeit erfordert.

Nichts gegen Ecoshopper. Das Portal ist nur ein Werkzeug, welches man - mit dem nötigen Hintergrundwissen - einsetzen kann oder eben auch nicht. Und es ist mir klar, dass es schwierig bis unmöglich sein dürfte, weitere Kriterien wie Qualität oder Langlebigkeit objektiv zu messen (auch wenn ecochoice hier wohl auf die bestmöglich Annäherung - Stiftung Warentest - setzt) und diese in Ranglisten einfliessen zu lassen. Solange diese Daten nicht in nachvollziehbarer Weise vorliegen, muss sich der mündige Konsument anders informieren.
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Kommentare (1)  Permalink

Kommentare

Helmut Hagemann @ 28.11.2007 15:43 CET
EcoShopper hat - über Öko-Produkte hinaus - eine beispiellose Zusammenstellung der interessantesten Fairtrade-Anbieter zu bieten. Und kleine Händler, die durch uns eine größere Bühne bekommen, so etwa ein alternativer Schmuckschmied oder ein ganz toller Laden mit Namen "Schöne Holzsachen". Und ein ebenfalls einzigartiges Dienstleistungsspektrum - von Öko-Reisen, bequem online buchbar, über versandkostenfreie Öko-Bücher und Ökostromrechner bis zu Öko-Zeitschriften. Ich lade zum Stöbern ein (und zum Feedback)! Viel Spaß.
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