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Grünes Mäntelchen oder echtes Engagement?

Betreten wir für einmal das feuchte Umfeld allerlei Schön-Wäschereien. Nicht weiss oder blau, sondern grün. Grün waschen oder neudeutsch Green Washing. Was ist das? 
Blog-Karneval GreenWashingNebst der Wikipedia-Definition könnte man das auch wie folgt anschauen:
  • Aus Unternehmenssicht: Bewusste Verschleierung der gesamten Ökobilanz durch gezielte Imagebildung. Mittel: Überhöhung eines einzelnen, makellosen Aspektes. Beispiele: Ein Automobilhersteller betont die vorbildliche Entsorgung von Altfahrzeugen, verschweigt aber die Problematik von Verbrennungsmotoren sowie Energie- und Rohstoff-Verbrauch bei der Herstellung.
  • Aus Konsumentensicht: Beruhigung des ökologischen Gewissens. Man "weiss" ja, dass man was tun sollte, delegiert das aber an ein Unternehmen, welches man "kennt", das "sauber" ist und wo man kaufen kann, was das Herz begehrt. Man lässt sich also grün einseifen, muss sich dadurch nicht mit eventuell unbequemen Fragen beschäftigen.
Engagement ist personenbezogen
Können Unternehmen überhaupt grün sein oder werden? Ich behaupte: nein. Es liegt (scheinbar) nicht in den Interessen einer Firma, auf die langfristigen Bedürfnisse der Gesellschaft Rücksicht zu nehmen. Unternehmenserfolg wird in harten Zahlen gemessen, nicht in unquantifizierbaren Fortschritten ausserhalb des Makrokosmos Geschäftswelt.

Ein Engagement für Werte, welche sich nicht in Geld messen lassen, ist für juristische Personen nicht interessant (höchstens zur Imagebildung), kann es aber für natürliche sein. Warum gibt es Unternehmen, welche sich ökologisch korrekt verhalten und Nachhaltigkeit nicht nur im Sinne der Erhaltung des eigenen Geschäftes sehen? Möglicher Grund: die Entscheidungsträger sind überzeugt von der Sache (aus welchen Motiven auch immer) und steuern den Kahn in diese Richtung.

Schubladen
Aber zurück zum Thema. In welche Kategorien könnte man Unternehmen und ihre Anstrengungen Richtung Ökologie und Nachhaltigkeit aufteilen?
  1. Die Echten: Unternehmen, welche sich den anfallenden Problematiken umfassend stellen und versuchen, Lösungen zu finden. Auftritt und Inhalt stimmt überein. Meist von Beginn weg werden Strategien, Prozesse, Produkte, usw. möglichst nach ökologischen Kriterien ausgerichtet.
  2. Trittbrettfahrer: Firmen, welche das Thema als öffentlichkeits-relevant erkennen und auf den Zug aufspringen. Flicken einzelne Aspekte der durchzogenen Ökobilanz.
  3. Grünwascher: Und schliesslich die eigentlichen , welche auf Grund ihrer Produkte und deren Herstellung vielleicht per se nicht nachhaltig sein können, diesen Umstand aber möglichst lange verschleiern möchten.
Konkret:
  • McDonalds betreibt die typische Pflästerli-Politik einer Firma mit einem grundsätzlich verunglückten Konzept. Egal was uns das Marketing weissmachen will (resp. grün): Junkfood in Wegwerfgeschirr ist weder Ressourcen schonend noch energie-effizient noch gesund. Von den Anstellungsbedingungen nicht zu reden. Schublade 2 / 3.
  • BMWs EfficientDynamics verspricht geringen Verbrauch und reduzierte Emissionen. Erreicht wird dies auch, allerdings auf lächerlich hohem Niveau. Während dem andere Hersteller schon seit Jahren entsprechende Antriebe anbieten, spricht BMW von der Hybridisierung als nächstem Schritt und träumt vom sauberen Antrieb. Schublade 2.
  • Opel kriegt wegen der letzten, belämmerten Plakat-Kampagne auch noch ihr Fett ab: trotz herzigen Tierlein mit Staubmaske täuscht der Jö-Effekt über eine Tatsache hinweg, die beworben wird: dass nämlich umweltgerechtes Entsorgen von Altfahrzeugen längst eine Selbstverständlichkeit ist. Schublade 2.
  • BP gibt sich mit Blümchen-Logo und Posaunen-Chören, welche den Solarzellen-Marsch spielen, ein grünes Image, macht aber den weitaus grössten Teil des Umsatzes immer noch mit Erdöl-Produkten. Schublade 2 / 3.
Das ist natürlich keine abschliessende Aufzählung, mehr findet man bei z.B. bei Glocalist, SourceWatch oder CorpWatch. Weitere lesenswerte Artikel:
Ein Beitrag zum Blog-Karneveal "GreenWashing" auf KarmaKonsum.
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Kommentare (2)  Permalink

Kommentare

Dipl.Ing.Danek @ 29.10.2007 10:48 CET
http://www.nachhaltig.at/aufruf/

Aufruf zu einem genussvollen, solidarischen und ökologischen Lebensstil.

Zweck dieses Aufrufs ist es, den Gedanken einer nachhaltigen Lebensweise einer breiteren Öffentlichkeit nahezubringen und gleichzeitig die politischen Voraussetzungen dafür einzufordern.

Viele Menschen halten diese Grundsätze für wichtig und notwendig, auch wenn nur wenige sie in ihrem Leben völlig verwirklichen können. Deine Unterschrift unter diesen Aufruf bedeutet, dass du diesen Gedanken zustimmst und dein Verhalten schrittweise in diese Richtung verändern willst.

Der Aufruf läuft zeitlich unbefristet. Von Monat zu Monat wächst die Zahl der Menschen, die ihre Bereitschaft zu einem anderen Lebensstil zeigen. Wir geben die aktuelle Zahl der Unterschriften regelmäßig bekannt. So werden diese Gedanken zu einem Thema der öffentlichen Diskussion, und andere Menschen, die noch unsicher sind, schöpfen Mut zum Umdenken.
Neu: Vernetzung!
Wer andere Menschen mit ähnlichen Einstellungen kennenlernt, wird in seiner Haltung bestärkt und kann vielleicht gemeinsame Aktionen durchführen. Wenn ihr also ein Kreuzchen bei “Vernetzung” macht, setzen wir eure Namen samt Anschrift und Telefonnummer und Email-Adresse auf - nach geographischen Gesichtspunkten getrennte - Listen. Jede dieser Listen wird nur an die auf der jeweiligen Liste stehenden Personen weitergeleitet; Weitergabe und kommerzielle Nutzung sind untersagt.

http://www.nachhaltig.at/aufruf/
lina @ 04.05.2008 00:05 CET
Schade - gerade wo das ökologische Bewusstsein erwacht, unternimmt man alle Versuche, es ins Leere laufen zu lassen. Leider ist es manchmal gar nicht so leicht, sich nicht beirren zu lassen.
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