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Im Gespräch: Laifefair

Im nächsten Mai findet die erste Lifefair statt, eine Messe rund um das Thema Nachhaltigkeit. Ich hatte die Gelegenheit, den Organisatoren ein paar Fragen zu stellen.
Lifefair Was verstehen die Organisatoren der Lifefair unter Nachhaltigkeit?
Nachhaltigkeit im Sinne der offiziellen Definition, umgesetzt auf effektive Produkt- und Dienstleistungsangebote. Der Begriff bedeutet mehr als einen modisch-grünen neuen Anstrich und ist die Richtschnur für eine langfristige strategische Ausrichtung und Überzeugung: Wer mit klar definierten und überprüfbaren sozialen und ökologischen Zielsetzungen wirtschaftet, sichert auch den ökonomischen Geschäftserfolg für die Zukunft.

Im nächsten Mai findet die Lifefair zum ersten Mal statt. Ist das die erste derartige Messe im deutschsprachigen Raum oder gibt es bereits ähnliche Konzepte? Falls ja, wie unetrscheidet sich die Lifefair?
Es gibt Fachmessen und Publikumsmessen für verschiedene Branchen und Angebote. Es gibt Lebensmittelmärkte- und Messen, bei denen Bio- oder Regio-Produkte erhältlich sind. Eine umfassende Nachhaltigkeitsmesse für alle Lebensbereiche gibt es in dieser Form zumindest in der Schweiz bisher nicht (meines Wissens auch auf EU-Ebene nicht).

Die zeitgemässe Innovation liegt in der Verbindung der verschiedenen Lebens- und Angebotsbereiche. Attraktiv ist natürlich auch der Messestandort, die Maag-Event-Halle im zukunftsgerichteten "Züri West"-Quartier. Der wirtschaftlich-kulturelle Umbau dieses traditionellen Industriequartiers stellt für sich schon ein Symbol für nachhaltige Wirtschaftsentwicklung dar.

Der Trendbegriff LOHAS wird nirgendwo verwendet. Eine bewusste Vermeidung?
Die Lifefair ist eine Publikumsmesse; "LOHAS" ist nach wie vor v.a. ein Fachbegriff der Marketing-Branche. Wir wählen eine allgemein verständlich Kommunikationssprache und wollen auch Leute erreichen, die sich ohne grosse Vorkenntnisse über Nachhaltigkeitsangebote informieren wollen. Selbstverständlich gehören alle Menschen, die sich als LOHAS verstehen und an diesem Begriff Freude haben, zur Kernzielgruppe und sind herzlich willkommen zum aktiven Mitgestaltung oder zumindest zum Besuch der Messe.

Nachhaltiger Konsum führt wieder zu einer stärkeren Bindung an die Region. Inwiefern trägt die Lifefair dem Rechnung?
Beispiel Marktplatz für Essen & Trinken: Hier setzen wir grundsätzlich auf Bio- und Fair Trade-Produkte, aber auch auf Regionalprodukte. Neben der Identifikation mit den Herstellern und ihren Angeboten gehört die Zukunft der Verbindung von Bio- und Regioqualität, ebenso wie Fair Trade-Produkte immer häufiger auch biozertifiziert sind.

Beim Lebensmitteleinkauf zeigt sich, wie wichtig eine umfassend nachhaltige Lebenshaltung ist. Wer mit dem Offroader-Van auf den weit entfernten Biohof fährt, um dort ein paar Liter Biomilch und ein paar Bioeier zu kaufen, mag dies als schöne Erfahrung erleben. Bezüglich Nachhaltigkeit würde er/sie aber besser etwas für die Gesundheit tun und dies mit einer Velotour verbinden, die Einkäufe zu Fuss im Quartierladen erledigen oder aber sich eine Ruhepause gönnen und sich alles logistisch-ökologisch optimiert vor die Haustür liefern lassen.

Inwieweit wird nicht nur der Inhalt, sondern auch der Rahmen nachhaltigen Kriterien entsprechen (Mobilität, Infrastruktur, Energie, ...)?
Die Maag-Event-Hall liegt unmittelbar beim Bahnhof Zürich Hardbrücke und ist vom sehr nahe gelegenen HB Zürich rasch per Tram oder auch zu Fuss erreichbar. Die Infrastrukur besteht aus umgenutzten Industriebauten, was auch ökologisch sinnvoll ist. Betreffend dem Nachhaltigkeitsmanagement für die Messe ist erfahrungsgemäss die Verpflegung einer der wichtigsten Punkt, den wir ja als einen der Schwerpunkte ins Zentrum stellen. Darüber hinaus werden wir bezüglich Nachhaltigkeit zusammen mit der Hallenbetreiberfirma möglichst viele weitere Bereiche optimieren.

Besucher sollen zu einem neuen Lebensstil inspiriert werden. Wie will die Lifefair das erreichen?
In den verschiedenen Themen- und Angebotfeldern werden konkret nutzbare Angebote vorgestellt. Wer sich vertieft über die Hintergründe informieren will, kann sich bei den anwesenden Fachleuten, sowie im Rahmen der Publikums- und Fachveranstaltungen informieren.

Daneben verfolgen wir die klare Stragie mit möglichst vielen grösseren Mitgliederorganisationen (Verbände, NGO) zusammen zu arbeiten, die im Vorfeld und im Rahmen der Messeberichte ihre jeweiligen Schwerpunkthemen in ihren Mitgliederzeitschriften und Internet-Plattformen vertieft behandeln und ihre Mitglieder auch zum Besuch der Messe motivieren. Die Messe findet also auf verschiedenen Ebenen statt, sowohl real vor Ort wie in den verschiedenen Informationsplattformen

Die Besucherzielgruppe sind "Menschen, die einen nachhaltigen Lebensstil anstreben oder bereits pflegen und sich diesen leisten will". Impliziert dies, dass ein nachhaltiger Lebensstil teurer ist respektive, das man seinen Lebensstandard bei gleichem Budget nach unten anpassen muss, wenn man nachhaltig leben will?
Die Entwicklung im Biomarkt zeigt, dass bei einem breiten Erfolg Vermarktungserfolg ein grosser Mehrpreis kein Naturgesetz ist. Im Grossverteiler bestehen heute z.B. Bio-Milchprodukte problemlos den Vergleich mit anderen Qualitätsprodukten. Tatsache ist, dass im Verlauf der Jahrzehnte der Ausgabenanteil für Lebensmittel zu einem Bruchteil früherer Werte sank, während z.B. die Gesundheitskosten zur riesigen Belastung bis weit in den Mittelstand hinein wurden.

Heute wird immer mehr Menschen klar, dass was nichts kostet auch nichts wert sein kann. Dies gilt über den Lebensmittelmarkt hinaus heute für alle Lebens- und Marktbereiche. Es entwickelt sich ein neues Bewusstsein für preiswerte Qualitätsangebote. Eine qualitativ hoch stehender Lebensstandard heisst heute je länger je mehr, seine Bedürfnisse zu kennen und sich vor Angeboten zu schützen, die der selbstbestimmten Lebensqualität schaden.
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