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Im Gespräch: Kira und Christoph Hinderfeld

Dank Simon Meyer vom Werkzeitraum, der mich via Zunft[netz] kontaktiert hat, habe ich mir das spannende Projekt Die Zunft AG nochmal etwas genauer angeschaut. Die Hinderfelds, treibende Kraft dahinter, haben sich zu einem kurzen Interview bereit erklärt.
Bitte erklärt kurz, wer ihr seid und was ihr macht.
Kira Hinderfeld
Kira Hinderfeld
Wir, das sind Kira und Christoph Hinderfeld, Kira ist Gründerin, Vorstand und Alleinaktionärin, Christoph Vorsitzender des Fachbeirates der Die Zunft AG, eines Unternehmens mit Sitz in Wachenheim an der Weinstrasse in der Pfalz im Südwesten Deutschlands. Die Zunft AG selber ist ein Kompetenznetzwerk in der Rechtsform einer Aktiengesellschaft. Das Unternehmen setzt auf Werte, auf die Rückkehr zu fairen Handelsansätzen und auf Qualität. Unser primäres Ziel ist es, das Bewusstsein für nachhaltige und regionale Produkte und Dienste und ein besseres Leben zu schaffen. Und wir möchten, dass gute, ehrliche Produkte und wertige Dienste, sowohl real an Orten, wie auch virtuell im Internet wieder eine Heimat finden.

Was versteht ihr unter Nachhaltigkeit?
Christoph Hinderfeld
Christoph Hinderfeld
Nachhaltigkeit ist für uns erst einmal die Auseinandersetzung mit unserem Tun und mit dessen Auswirkung auf unsere Umwelt, auf unsere Mitmenschen und damit auch auf uns selbst. Wir glauben, dass hier ein neues Bewusstsein nötig ist, um den notwendigen Wertewandel positiv zu begleiten. Dafür braucht es nach unserem Verständnis auch neue Orte, an denen die Kommunikation über den Wertewandel stattfinden kann. Deshalb wird die Die Zunft AG in den nächsten Jahren in Europa 15 - 20 größere Zunft[orte] schaffen, die in authentischen Industriedenkmälern und an guten Orten entstehen sollen.

Bereits vor einiger Zeit auf die Zunft gestossen, habe ich inzwischen etwas den Überblick über die verschiedenen Teile verloren. Wer macht was?
Hauptsitz Die Zunft AG
Der Hauptsitz der Die Zunft AG
Die Die Zunft AG steht für einen ganzheitlichen Bündelungsansatz. Über die Teilbereiche - Zunft[orte], Zunft[wissen] - Zunft[TV] - Zunft[netz] - Zunft[werk], d.h. über ein Zunft-Netzwerk, eröffnet die Die Zunft AG kleinen und mittelständischen Firmen (Manufakturen und wertigen Händlern) auch den Zugang zum Kapitalmarkt, zu öffentlichen Förderstrukturen, hilft im Vertrieb, im Marketing, im Controlling, PR etc. und stellt mit ihren Web 2.0-Aktivitäten Zunft[wissen] - Zunft[TV] -Zunft[netz] - Zunft[werk] eine ganzheitliche Vermarktungsplattform zur Verfügung. Einen kurzen Film zur Die Zunft AG findet man auf Zunft[TV].

Inwiefern unterscheidet sich das Zunft[Netz] von anderen Netzwerk-Plattformen wie zum Beispiel Xing und warum und wer sollte sich dort anmelden?
Das Zunft[netz] soll möglichst vielen Menschen zugänglich sein, die sich für Werte interessieren, unabhängig davon, ob sie sich der LOHAS-Bewegung, den Kulturell-Kreativen oder einfach den an Lebensart interessierten Menschen zugehörig fühlen. Wir werden hier künftig die Schwerpunkte weiter ausbauen, die sich mit den folgenden Themenbereichen beschäftigen:
  • Werthaltige, reparierbare Produkte (Glas, Möbel, Keramik, Haushaltswaren, Bekleidung, Schuhe, Lederwaren, etc. ...)
  • Hochwertige (ökologische) Lebensmittel
  • Wein und Slow-Food
  • Besondere Restaurants
  • Traditionelle Herstellungsverfahren und das dahinter stehende Verfahrenswissen
  • Besondere Hersteller und Händler
  • Wertige Kunst, Kultur und Musik
  • Reisen, Natur und Geheimtipps
Ziel der Zunft[netz]-Plattform ist die Vernetzung möglichst vieler Menschen mit ähnlichen Werten und Interessensgebieten untereinander und die Visualisierung der dahinter stehenden Netzwerke auch in den Regionen. Das Zunft[netz] soll sich gemeinsam mit der Zunft[wissen]-Plattform entwickeln. Diese bildet wertige Informationen zu den oben genannten Bereichen ab - so entsteht eine offene "Enzyklopädie der guten Dinge",
d.h. es entsteht eine Plattform für transparente Informationen zu wertigen, möglichst regionalen Produkten und so ein Angebot für ein Mehr an Kunden-/Verbrauchersouveränität. Man trifft also vorrangig Menschen, mit
denen man nicht zuallererst eine "Wertediskussion" führen muss.

Nehmen wir an, ich sei Landwirt oder Handwerker und möchte meine hochwertigen Produkte lokal vermarkten. Wie kann mir das Zunft-Netzwerk helfen?
Die Bündelung wertiger Produkte erfolgt über reale Orte an Plätzen, an denen viele Menschen zu finden sind. Die regionalen Produkte werden (so sie nicht für den Sofortverbrauch bestimmt sind) über das Zunft[werk] aber auch im e-commerce angeboten. Verbraucher, die wertige Produkte suchen und schätzen, werden so näher an deren Hersteller herangeführt. Regionale Hersteller können sich in einer kooperativen Form in diese direkte Vermarktungskette mit einbringen.

In der Region Schenkenbergertal, wo ich wohne, sind etliche Projekte am Laufen, welche nachhaltigen Charakter haben und lokale Produkte fördern. Wie kann sich eine Region in das Zunft-Netzwerk einbringen und was bringt das?
Wir haben ja zum Beispiel über unsere Freunde beim Werkzeitraum, der Initiative für das historische Handwerk in der Schweiz, eine Vertiefung unserer Zusammenarbeit in die UNESCO-Biosphäre Entlebuch vereinbart. Hier könnte sich die Region um das Schenkenbergertal mit anschliessen. Über unsere Projekte der "Route der Nachhaltigkeit" werden die Regionen dann mit guten Orten in den Ballungsgebieten "verbunden", es entstehen Aktivitäten, die man auch den Menschen in den Städten näherbringen kann (zum "was ist was wert" und zum Verfahrenswissen über gute Produkte und den sachgerechten Umgang mit diesen).

Frei assoziiert fällt mir der Versandhändler Manufactum ein. Wo liegen Gemeinsamkeiten und Schnittstellen zur Zunft?
Es hat mit Manufactum schon zahlreiche Gespräche als möglicher Nutzer an unseren Zunft[orten] gegeben, mal schauen, wie diese sich weiterentwickeln. Der Zunftansatz selber sieht jedoch eine noch engere Bindung zwischen herstellender Manufaktur und dem Endverbraucher vor.

Im Bestreben unsere Wirtschaft nachhaltiger zu gestalten wird Regionalität wieder stärker gewichtet. Wie will die Zunft hier unterstützen?
Indem wir die Partner zusammenbringen, die für "best-practice-Ansätze" in den Regionen stehen. Routen der Nachhaltigkeit, Zunfttage in den Regionen, die Zurverfügungstellung einer gemeinsamen Plattform über Zunft[wissen], Zunft[netz] und Zunft[TV] (das kann man ja regional übertragen bis hin zu einem SchenkenbergertalTV, einem SpreewaldTV, etc. - an diesen Formaten arbeiten wir übrigens gerade).

Stichwort LOHAS: ist das die Konsumentengruppe, welche die Zunft-Teilnehmer als Konsumenten anvisieren?
Wir würden das weiter fassen: Wir freuen uns über Menschen, die an Nachhaltigkeit, an Lebensart, an einer kulturell-kreativen Weiterentwicklung ihrer und unserer Gesellschaft und an einem offenen, fairen Miteinander Interesse haben. Diese (und sicher noch viele mehr) sind die Zielgruppen, die wir mit unserem Ansatz "im Auge haben".

Ein weiteres Gespräch gibt es im Interview-Blog.
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