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Praktisches Wissen: eine Definition

Da dies der Auftakt zu einer kleinen Serie von Beiträgen zum Thema praktisches Wissen ist, muss ich erst erklären, was ich darunter verstehe.
Handbohrmaschine Praktisches Wissen
  • ist das Wissen, wie man Dinge tut. Tönt blöd, aber man kann selbst einfache Tätigkeiten wie Wischen mit dem Besen kraft- und materialverschleissend tun und sich ein Bein brechen dabei. Oder eben effizient, mit einem Lächeln auf dem Gesicht und so, dass man den Besen auch ein zweites Mal benutzen kann.
  • vermindert in angewandter Form unseren Konsum, weil wir damit fähig sind, Dinge selber herzustellen.
  • trägt zu unserer Unabhängigkeit und Selbstversorgung bei, weil wir nicht darauf angewiesen sind, dass jemand anderes dieses Wissen besitzt und es für uns anwendet.
Inspiriert durch den Artikel von Josh Kearns wollte ich ursprünglich darüber lamentieren, dass wir in dieser Hinsicht immer dümmer werden, aber schlussendlich habe ich jetzt soviel Material zusammen, dass ich daraus folgende Beiträge mache:
Dies als Warnung, dass es eine längere Sache werden wird. Wem das Thema ein Gähnen entlockt, der sollte erst nächste Woche wieder reinlesen. Allerdings möchte ich doch allen empfehlen, sich am Freitag am "Wer weiss was" zu beteiligen. Die Idee ist, kurz zusammenzutragen, was wir an praktischem Wissen vorweisen können. Ich erhoffe mir dadurch spannende Kontakte!
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Kommentare (6)  Permalink

Kommentare

Michael Maag @ 24.09.2007 08:56 CET
Klasse, mache ich gerne mit.
Ich bin - positiv ausgedrückt - ein Fertigkeitensammler. (Negativ ausgedrückt: kann vieles, aber nichts perfekt)
Auch in unserem Garten vermitteln wir oft altes, überliefertes Wissen.
Gerade der Prozess des Wiedergewinnens interessiert mich dabei - manchmal passiert das unbewusst einfach während der Tätigkeit, manchmal ist das richtig schwierig, nervig und kopmpliziert.
Reto Stauss @ 24.09.2007 10:47 CET
@Michael: was wir wieder brauchen sind Generalisten, welche eben vieles wissen, aber nichts bis in die letzten Tiefen. Dafür verstehen diese die grösseren Zusammenhänge.

Allerdings fühle ich ähnlich wie Du, dass ich das selber (bei mir) geringschätze. Kommt wohl daher, dass das in der Berufswelt generell eher weniger geschätzt ist.
Michael Maag @ 24.09.2007 14:36 CET
Ja, geht mir ganz genauso. Danke für die Bestätigung!
Die fachübergreifenden Zusammenhänge, Hintergründe und auch die Historie sind etwas, was oft fehlt oder verlorengegangen ist.
Dadurch wird Gebrauchswissen zu nicht genutztem Bücherwissen oder wird ganz verloren.
Dass bei der Vielfalt der Themen gar nicht alles bis in die tiefsten Details beherrscht werden kann, und dass gerade bei handwerklichen Tätigkeiten das regelmäßiges Arbeiten, bzw. Üben mit dazugehört, ist ein Problem jedes "Generalisten".
Leider bin ich auch Perfektionist, daher sehe ich z.B. bei einer gedrechselten Schale auch jeden kleinen Kratzer oder Abweichungen von der gewünschten Form.
Gleichzeitg ist mir das Wiederholen von Arbeiten oder Werkstücken ein Gräuel, denn es gibt doch noch so viel neues zum ausprobieren...
Reto Stauss @ 25.09.2007 06:42 CET
@Michael: zum Thema Perfektionismus: schau Dir mal "Mut zur Einfachheit" an.
Michael Maag @ 26.09.2007 23:30 CET
Hallo Reto,
das mit der Einfachheit triffts nicht ganz. Gerade als Selbständige müssen wir dauernd den Zeitaufwand ins Verhältnis zum Ergebnis setzen.
So lassen sich meist 90% des Ergebnisses mit 20-50% des Aufwandes erzielen. Das reicht in den meisten Fällen und ist auch energiesparend. In Deinem Beispiel der Treppensicherung: Ziel erreicht, und schaut auch gut aus.

Nur manchmals ist es einfach schön, bestimmte Dinge perfekt zu beherrschen - einfach um des Könnens wegen.
In vielen handwerklichen Tätigkeiten liegt eine eigene Schönheit und Eleganz vergorgen.
So habe ich vor Jahren einmal einen ungefähr 80-Jährigen Glasermeister beim Austauschen einer zerbrochenen Glasscheibe beobachten dürfen. Dessen durch jahrzehntelange Erfahrung genauestens abgemessenen Bewegungen, die Ruhe und die Sicherheit in allen Schritten der Tätigkeit, das war für mich ein beinahe meditatives Erlebnis.
Dieses Können erreicht man allerdings nur durch jahrelange Übung, und wie oben gesagt, dafür habe ich meistens nicht ausreichend Geduld.
Martin Wehning @ 13.12.2007 14:43 CET
Auch mich beschäftigt das Generalistenthema schon lange. Ich gewinne dem aber gerne die positiven Seiten ab und glaube übrigens, daß Generalisten im richtigen Leben wie auch in bestimmten Jobs weit überlegen sind. Und zwar deswegen, weil sie sich mehr umschauen, also bereit sind, verschiedene Blickwinkel und Methoden auszuprobieren.
Ich finde, das Leben ist viel zu lang und bietet viel zu viel Spannendes, um sich auf nur wenige Aspekte zu konzentrieren.
Zugegeben: Über die Schwierigkeiten von Generalisten könnte ich auch einiges berichten...Hab nur gerade so wenig Zeit!
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