BlogBilderBücherDossiersSuchenSchlagworteÜberKontakt
Kulturelle Revolutionäre

Kategorien

Schlagworte

Permakultur

Heizen mit Holz

Eigenbau

Barthühner

Selbstversorgung

mehr ...

Zum Thema

Gerne gelesen

.ch Blogger

Login

Hand- vs. Maschinenarbeit

Immer wieder muss ich einen Kompromiss finden zwischen meinem Anspruch, fremdenergie-angetriebene Maschinen zu vermeiden und der Freude an manueller Tätigkeit einerseits und der Tatsache andererseits, dass man maschinen-unterstützt oft einfacher und schneller zum Ziel kommt.
In der Vergangenheit erlebt beim Herstellen von Holz-Sitzhockern für meinen Göttibuben, jüngst wieder beim Mähen des Obstgartens. Im Sommer habe ich die Wiese von Hand mit der Sense gemäht und dafür drei Nachmittage aufgewendet. Mit dem Fadenmäher habe ich vorletzten Samstag für die Hälfte der Fläche etwa 1,5 Stunden gebraucht.

Hand- oder Maschinen-Arbeit?
  • Maschinenbewehrt bin ich für die gleiche Arbeit meist Faktoren schneller als mit Handwerkzeugen. Das mag auch an meiner mangelnden Routine und dem mangelhaften Beherrschen von optimalen Arbeitsabläufen und Handgriffen mit Handwerkzeugen liegen, stimmt aber in der Tendenz sicher allgemein.
  • Nach einem Mähtag mit der Sense spüre ich am Abend Stellen, von denen ich nicht mal vermutet hätte, dass es dort (kümmerliche) Muskeln hat. Ist aber eine gute Müdigkeit. Arbeite ich hingegen mit dem Fadenmäher, dann bin ich nach einer Stunde verspannt von den Vibrationen.
  • Arbeite ich mit Maschinen - meist mit Gehörschutz -, dann befinde ich mich unter einer Lärm- und Abgasglocke und kriege wenig von meiner Umgebung mit. Beim Arbeiten mit Handwerkzeugen muss ich immer mal wieder eine Pause machen, um Atem zu schöpfen. Auch sonst bleiben Stille resp. Umweltgeräusche und Gerüche wahrnehmbar.
Maschine also, wenn ich möglichst bald ein Resultat erreichen will. Handwerkzeug, wenn der Weg zum Endprodukt ebenso wertvoll sein soll (und aus zeitlichen Gründen auch darf) wie das Ziel. Der Weg ist auch das Ziel. Oder ist der Weg im Weg? Oder das Ziel der Weg?
Kommentare (4)  Permalink

Kommentare

Daniel Huber @ 20.09.2007 12:46 CET
Mit der Sense gemähte Wiesen leiden weniger als wenn Du den Fadenmäher nimmst (vor dem Fadenmäher ist der Balkenmäher zu wählen, was bei Dir am "Berg" jedoch schwierig wird). Die in der Wiese sitzenden Getiere und Insekten danken es Dir! Ausserdem mögen die es auch, wenn man eine Wiese in Etappen schneidet (bei Dir die Sense), da Sie sich im Rest immer wieder verstecken können.
Nur Zeit sollte man haben....
Reto Stauss @ 20.09.2007 13:08 CET
@Daniel: der Hang ist das eine Problem, das andere das Nichtvorhandsein eines Balkenmähers. Aber Du hast Recht, würde ich auch vorziehen.
InaMS @ 20.09.2007 15:30 CET
"...wenn der Weg zum Endprodukt ebenso wertvoll sein soll (und aus zeitlichen Gründen auch darf) wie das Ziel."

Gefällt mir, nicht nur beim Rasen mähen.

Ich habe eine 800m² Wiese, die recht feucht ist. Da leben ca. 7 kleine Kröten drin. Ich mähe immer in Etappen und sehr langsam. Nicht vorzustellen, wenn ich eine davon mal beim Mähen zerschreddern würde. Meist sehe ich sie davon hüpfen und meist trage ich sie noch ein paar Meter weiter weg.
Reto Stauss @ 20.09.2007 19:26 CET
Ich habe damals beim Mähen ein Rehkitz "retten" dürfen, welches noch recht schwach auf den Beinen war und zwischen eine Steinmauer und einen Zaun gefallen war. Dank dem beinahe geräschlosen Arbeiten habe ich immer wieder ein Fiepsen gehört, was ich zuerst für ein Vogelgeräusch hielt. Bis ich dann die verzweifelte Mama sah, welche unruhi in der Nähe des Kleinen blieb. Hätte ich damals mit einer Maschine gearbeitet, wären mir die Laute wahrscheinlich nicht aufgefallen.
Keine (weiteren) neuen Kommentare erlaubt.