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Generation Manufactum

Wie ich auch schon geschwärmt habe, gibt es nur einen Versandkatalog, welchen ich freiwillig und mit Vergnügen durchblättere. Gehöre ich damit zur Generation Manufactum, welche in den schubladisierungs-freudigen Medien auch schon herumgereicht wurde?
Was fasziniert mich daran? Nebst dem ansprechenden Layout und den ungewöhnlichen Texten? Das Gefühl, dass früher alles besser war, welches unterschwellig vermittelt wird? Dagegen bin ich zugegebenermassen nicht gefeit, aber mir ist bewusst, dass das eine Illusion ist. Gründe für meine Zuneigung:
  • Langlebigkeit: bei vielen Gegenständen kann man davon ausgehen, dass sie bei entsprechender Pflege ein Leben lang halten. Ein Anachronismus in unserer Wegwerfgesellschaft.
  • Altes Wissen: etliche Produkte werden in kleinen Betrieben gefertigt, welche sich das Wissen um spezielle Materialien und deren Verarbeitung bewahrt haben. Formen blasen aus erdölbasierenden Kunststoffen kann jeder.
  • Holz, Metall, Stein sind die dominierenden Materialien, sehr ursprünglich, fast sinnlich, seit Jahrhunderten vom Menschen genutzt. Ersteres ein nachwachsender Rohstoff, zweiteres gut recyclebar und letzteres praktisch unbeschränkt verfügbar.
Auch wenn dies nach einem bezahlten Beitrag riecht: ist es nicht. Aber das Versandhaus macht einfach vieles richtig, zumindest für meinen Geschmack. Und kommt dadurch zu einer kostenlosen Hymne.

[Nachtrag] Dank einem Kommentar bin ich Spätzünder jetzt auch noch auf die wesentliche Änderung aufmerksam gemacht worden: Manufactum wurde komplett vom Otto-Konzern übernommen. Ja, richtig gelesen, der Verraschmer per se. Ob das ein gutes Zeichen ist, fragt sich auch die Süddeutsche in "Kulturschock in der Küche" (via Dinge und Wesen). Allerdings scheint sich der Riese ökologischer auszurichten, vielleicht ist es mehr als Greenwashing.
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Kommentare (8)  Permalink

Kommentare

Daniel Huber @ 18.09.2007 10:55 CET
Ich bekenne mich auch... sündhaft teuer (es gibt auch Produkte die Identisch auf dem "freien" Markt für weniger Geld zu haben sind) aber zum Teil auch Produkte die man sonst so nicht mehr findet.
Schön ist die Abteilung handbetriebene Maschinen und Werkzeuge (wird fast jedes Jahr ausgebaut), genau das Richtige für mich!
Stephan @ 18.09.2007 22:15 CET
Ein Beispiel warum Manufaktum funktioniert. Der Bakelit-Licht-Drehschalter.

Diese Dinger findet man heute noch vor in alten Gebäuden. Und sie funktionieren eigentlich fast noch immer.

Dazu ein Design, was irgendwie zeitlos chic wirkt und fertig ist der Dauerbrenner. Der hat mehr Charme als man anderer Baumarktschalter.

Noch was: Man verbindet mit den "alten" Sachen schöne Erinnerungen. Zum Beispiel den Lichtschalter bei Opa im Stall.
Reto Stauss @ 19.09.2007 06:57 CET
Noch ein netter Shop, welcher schöne Handwerkzeuge vertickt, eine schöne Bücherauswahl hat und interessante Kurse anbietet:
Dick Feine Werkzeuge.
Uli @ 19.09.2007 14:17 CET
Tja, das ist wohl der falsche Zeitpunkt für Loblieder auf Manufactum. In meinen Augen (als Fan) ist die Persönlichkeit des Gründers einer der bestimmenden Faktoren gewesen für die Ausrichtung von Manufactum. Was nun, nach dem soeben verkündeten Komplettverkauf an den Ottoversand, davon übrig bleibt, wird man sehen müssen.
Reto Stauss @ 20.09.2007 08:04 CET
@Uli: oh, danke für den Hinweis, hatte den Beitrag schon vor der Übernahme geschrieben. Und, siehe Nachtrag oben ...
Michael Maag @ 20.09.2007 17:06 CET
Autsch. Diese Nachricht (Verkauf von Manufactum an Otto) tut weh.
Na ja, mal schauen wie sich der Stil verändert. Ansonsten bleibt noch zu schauen (und zu hoffen) was der Gründer Thomas Hoof als nächstes plant...
barbara welter @ 13.11.2007 05:11 CET
An der Übernahme haben viele
Begeisterte zu
knabbern!Ich glaubte immer,
manufactum sei eine unter-
stützenswerte Bewegung,praktisch
eine häuslich-biedermeierliche
Art, sich dem Kurzlebigen,Umwelt-
schädigenden entgegenzustemmen,
statt Unterschriftenlisten herum-
gehen zu lassen und Blockaden zu
organisieren.
Alles Otto? Find ich nicht gut!
Martin Wehning @ 14.12.2007 18:03 CET
Bei soviel Lob für Manufactum fällt es schwer, dagegen zu halten.
Was mich bei all dem auch für mich Positivem annervt, das ist das "Philosophickerige" daran. Man verkauft keine Schuhcreme, nein es ist eine Lebenseinstellung, ach was gleich ein Lebensgefühl- die sich der Hut und rote Schal tragende LOHAS auch gerne einige Euro mehr kosten läßt...
Aber klar: Schön, daß es heute möglich ist, mit einem anderen Konzept, mit Langlebigkeit und hoher Qualität zu punkten-
man soll ja nicht immer nur meckern.
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