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Praktisches Wissen: wie wir es wieder gewinnen

In der Schule wurde ich vier Jahre in Französisch unterrichtet. Zugegeben, dass ist nicht in dem Sinne praktisches Wissen, wie ich es verstehe, muss aber als schlechtes Beispiel herhalten. Nicht, dass ich es heute nicht bereue, aber damals ging mir das an dem Körperteil vorbei, auf dem wir sitzen. Geblieben ist mir davon nur noch, dass ich grüssen, mich bedanken und etwas im Restaurant bestellen kann. Ich habe keinen Sinn darin gesehen, etwas zu lernen, dass ich voraussichtlich nie brauchen werde (oh, kurzsichtige Jugend!).
Analog gilt für praktisches Wissen: wenn es nicht angewandt wird, verlieren wir es, weil es nicht herleitbar ist, sondern viel mit dem richtigen Gespür, welches durch Erfahrung geschärft wird, zu tun hat. Praktisches Wissen ohne ständige Praxis können wir also im buchstäblichen Sinn vergessen. Wie bereits erläutert werden manuelle Tätigkeiten in unserer Berufswelt marginalisiert und haben sich in die Freizeit verlagert. Dies wiederum bedeutet, dass wir selber Motivation und Freude daran finden müssen, weil es nicht mehr für unseren Lebensunterhalt notwendig ist. Schon klar, ich vereinfache hier vielleicht unzulässig, aber der Trend geht in diese Richtung.

Trauben pressen Setzen wir Motivation und Freude voraus. Wie lernt man jetzt also zum Beispiel Traubensaft herstellen?
  • Im Idealfall haben wir als Aufwachsende unseren Eltern geholfen und können es also.
  • Wir kennen jemanden, der es kann und bereit ist, uns einzuweisen oder es sogar uns zu zeigen.
  • Wir besuchen eine entsprechende Weiterbildung, falls angeboten.
  • Wir probieren einfach. Wir können die Lernkurve etwas steiler machen, indem wir uns theoretisch schlau machen.
Was ist zu bevorzugen? Natürlich ist es wünschenswert, wenn wir manuelle Tätigkeiten bereits aus der Kindheit kennen und sie uns vertraut sind. Zu hoffen ist, dass wir nicht die Freude daran verloren haben, vielleicht, weil es Teil des Lebensunterhaltes war und wenig Zeit, die schönen Aspekte zu geniessen. Auch können gewisse Traditionen und überlieferte Weisen hinderlich sein, Freude in der Tätigkeit zu finden. Und was die Eltern wichtig finden, kann auch ganz schnell in der gleichen Kategorie wie das eingangs erwähnte Französisch landen.

Vereinzelt werden wir wahrscheinlich auch von Erfahrungen von Freunden und Bekannten profitieren können. Gemeinsam tätig zu sein, verbindet und viele geben ihr Wissen gerne weiter. Am wahrscheinlichsten sind die letzteren beiden Wege: wir erarbeiten uns theoretischen Wissen, besuchen vielleicht einen Kurs und probieren dann einfach. Die dabei unvermeidbaren Rückschläge können wir - hoffentlich - mit unserer Motivation wieder wettmachen.
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