BlogBilderBücherDossiersSuchenSchlagworteÜberKontakt
Kulturelle Revolutionäre

Kategorien

Schlagworte

Permakultur

Heizen mit Holz

Eigenbau

Barthühner

Selbstversorgung

mehr ...

Zum Thema

Gerne gelesen

.ch Blogger

Login

Eine amerikanische Perle oder warum und wie wir uns von der Globalisierung verabschieden sollten

Dass der tumbe Amerikaner, Sprit saufend und Hamburger fressend, ein Klischee ist - genau wie der reiche Schweizer übrigens - beweist der brilliante Artikel "Learning From Ladakh" von Josh Kearns. Er stellt unser Wirtschaftssystem in einen grossen Zusammenhang, zeigt die weltweiten Konsequenzen und einen Weg zu mehr Nachhaltigkeit.

Aus meiner Sicht bedenkenswert:
  • Wir lernen langsam und mühsam wieder nachhaltig zu wirtschaften und zerstören durch die Globalisierung gleichzeitig lokale, noch funktionierende Systeme.
  • Die weltweit exportierte, westliche Kultur überlagert durch die Verbreitung via Medien noch vorhandene weitere Arten des gesellschaftlichen Zusammenlebens von anderen Volksgruppen und lässt sie, wenn nicht gar verschwinden, zumindest verblassen.
  • Unser Schulsystem macht uns vor allem zu wertvollen Arbeitern, weniger zu selbstständigen, lebensfähigen Individuen.
  • Globalisierung im Sinne von freiem, uneingeschränkten Handel nützt in erster Linie multinationalen Konzernen und trägt dazu bei, weltweit eine Konsumgesellschaft heranzuzüchten.
  • Wir brauchen kein Wirtschaftswachstum, sondern eine Schrumpfung. Unser Planet und die natürlichen Ressourcen darauf sind bereits überbeansprucht.
  • Die sogenannte Entwicklung von aus 1. Welt-Sicht unterentwickelten Ländern hat zur Folge, dass dort Energie- und Güterhunger steigen. Dies zum Nachteil der Umwelt und Bevölkerung, welche in die klassische Lohn-Konsum-Abhängigkeit getrieben wird.
  • Die industrielle Landwirtschaft arbeitet profit-maximiert und nicht zum Wohl von Konsumenten und Umwelt. Sie basiert auf billigem Erdöl (Treibstoff, Dünger)und immer stärker auf Industriegütern (Samen, Pestiziden) und wird in maschinen-bearbeitbaren Monokulturen betrieben - mit all den bekannten negativen Folgen.
  • Biologischer Landbau oder gar Permakultur beseitigt praktisch alle Nachteile der industriellen Landwirtschaft: der Boden wird verbessert (nicht ausgelaugt), kleinräumige Strukturen vermindern Schäden durch Krankheiten und Schädlinge, lokale Produktion und Vermarktung vermeidet lange Transportwege, usw.
  • Wir alle suchen Gesundheit, Glück, spirituelles Wachstum und Wohlergehen. Machen wir uns selber auf den Weg dahin, anstatt uns Produkte zu kaufen, deren Werbung das gleiche verspricht.
Um die negativen Auswirkungen unserer heutigen Lebensweise zu beseitigen, werden wir uns ändern müssen  - und sollten nicht nur auf technologischen Fortschritt hoffen. Ein Weg: die lokale Selbstversorgung erhöhen. Dazu müssen wir wieder vermehrt zu Generalisten werden, auch wenn wir als Spezialisten ausgebildet wurden.

Wer kann, sollte sich den Text im Orginal antun. Auch, weil Josh am Schluss einen Weg aufzeigt, wie wir uns von einem wirtschafts-gesteuerten Pseudo-Wohlstand verabschieden und ein echtes, lokal gewachsenes Wohlergehen gewinnen können.
Ähnliche Beiträge:
Vom Konsumenten zum Prosument
Kultureller Revolutionär - ich bin einer
Wie wir gemeinsam den Wandel vom Lebensstandard zur Lebensqualität schaffen
Eine Gelegenheit für nachhaltige Neugründungen
Subsistenz - kritische Auseinandersetzung mit einer Vision
Kommentare (8)  Permalink

Kommentare

Olaf @ 06.09.2007 12:58 CET
Ich empfehle die Lektüre des fluter. Ich habe allerdings keine Ahnung, ob der auch in die Schweiz geliefert wird. Kostenlos ist er zumindest. www.fluter.de
Reto Stauss @ 06.09.2007 13:07 CET
"eine nicht-kommerzielle Medienplattform, die Jugendlichen von 16 bis 22 nutzbare Inhalte anbietet"

Sorry, bin leider zu alt ... jugendlich aber schon noch natürlich. Aber im Ernst: werde gerne mal reinschauen.
gis @ 06.09.2007 13:24 CET
Alles schön und gut - der Text erfasst so einiges richtig. Nur eines nicht: er identifiziert nicht oder nur unzureichend das Grundübel. Big Business (d.h. Internationale Konzerne) kann es nur geben wegen dem Staat. Letzterer erst ermöglicht mit seinen Monopolen (Geld z.B.) die Entstehung grosser Konzerne und stützt sie dann auch durch Massnahmen wie Zollschranken etc. (Wer ist etwas daran Schuld, dass ich nur noch die Wahl habe zwischen Migros und Coop? Der Markt? Wohl kaum...) Zudem: Wer ist denn verantwortlich für die "Verakademisierung", die in dem Text zurecht angeklagt wird? Eben.

Aber: Ein Rückbau der Gesellschaft in eine vorindustrielle Agrargesellschaft ist genauso wenig die Lösung wie ein Weitermachen wie bisher.

In drei Worten: Smash the State!
Reto Stauss @ 06.09.2007 13:50 CET
Aber einfach nur den Staat niederreissen, würde wohl das Rückfallen zum Faustrecht bedeuten (mal pessimistisch betrachtet). Ich tendiere im Moment eher in Richtung des Entwurfs von P.M.: Subcoma.
Daniel Huber @ 06.09.2007 14:17 CET
Bitte nie vergessen der Staat sind wir alle (mehr oder weniger). Der Staat selbst muss nicht niedergerissen werden, sondern das DENKEN und HANDELN jedes einzelnen hat Einfluss auf dieses Gebilde.

@gis:
Wieso sagst Du dass Du nur noch zwischen Coop und Migros wählen kannst? Ja es gibt sie noch die kleinen (auch etwas teureren) Einkaufsmöglichkeiten, meist auch gleich um die Ecke! Die musst Du unterstützen, wenn Du weiterhin noch eine andere Wahl haben willst!

So lange aber eine Mehrheit profitieren kann, zufrieden oder gleichgültig ist, wird sich wohl nichts verändern.

Es gibt nur eines, dass man tun kann: Seinen Weg möglichst konsequent vorleben! Es verändert sich jede Menge im Umfeld (schon selbst erlebt) und da jeder ein Umfeld hat, verändern sich viele Umfelde und wenn wir Glück haben haben diese Umfelde Schnittmengen und langsam kommt etwas in Bewegung. Und das kann Grösseres bewirken!
gis @ 06.09.2007 14:30 CET
@ Daniel Huber:

Eben nicht. Wir sind nicht "Staat". Der Staat und seine Institutionen sind ein Herrschaftsapparat, von dem viele profitieren - noch mehr allerdings unterdrückt werden. Aber das auszuführen, würde hier zu weit führen.

Was das Vorleben angeht, stimme ich zu. Ich sagte ja, dass der Text durchaus - was die handlungsalternativen betrifft - richtig liegt (Vermeiden des staatlichen Geldmonopols etc. pp.). Aber primär zu umgehen ist der Staat und sein Herrschaftsapparat.

Klar gibt es noch Alternativen zu Migros und Coop - aber sie werden immer weniger. Was ich mit dem Beispiel sagen wollte, war, dass das de facto Duopol der beiden "Genossenschaften" ohne staatliche Stützung so nie zustande gekommen wäre.
Daniel Huber @ 06.09.2007 17:08 CET
@ gis

Natürlich ist der "Staat" ein Herrschaftsapparat, aber solange die meisten Gleichgültigkeit (auch die Unterdrückten) an den Tag legen oder vom Herrschaftsstaat profitieren, wird es keine Änderung geben. Und ich bin der Meinung, dass wir darauf als Masse der Staatsangehörigen sehr wohl Einfluss nehmen können... halt nicht so schnell, wie das vielleicht wünschenswert wäre.
Horst (Blog ohne Diät) @ 07.09.2007 09:13 CET
Ich kann dem hier nur zustimmen:
"Unser Schulsystem macht uns vor allem zu wertvollen Arbeitern, weniger zu selbstständigen, lebensfähigen Individuen."
Zum Glück gibt es Alternativen. Allerdings gibt es die nicht ohne eigenen Einsatz.

---------------

Zum Staat und den Konzernen:
Da gibt es doch einen höchst interessanten Film: The Corporation (http://de.wikipedia.org/wiki/The_Corporation)
Da wird auch ein wenig die Geschichte der Konzerne gezeigt und wie überhaupt der rechtliche Rahmen es erst ermöglicht hat, Konzerne zu machen. Diese haben nämlich die Rechte von natürlichen Personen aber viele Pflichten nicht.
Keine (weiteren) neuen Kommentare erlaubt.