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Plädoyer für ein brennendes Unkraut

Ein Grund, warum ich in mehreren Ecken auf unserem Land Nester mit Angehörigen der Familie Urticaceae stehen lasse, ist die Vielseitigkeit dieser Persönlichkeit. Im gepflegten Schrebergarten zu Unrecht als Unkraut verschrien, wächst die Brennessel bevorzugt auf stickstoffreichen Böden. Ein Vorkommen ist also wertneutral einfach ein Zeiger für die Bodenverhältnisse. Versucht man, ein Aufkommen mit Mähen und Pflanzengift zu verhindern, dann betreibt man bloss Symptom-Bekämpfung.

Gespinst der Tagpfauenauge-Raupe Aber warum sollte man das überhaupt tun, wenn man den Wert der Pflanze erkannt hat?

  • Die Brennessel ist Futterpflanze für viele Schmetterlingsarten. Bei uns kann ich immer wieder die Gespinstknäuel der Raupe des Tagpfauenauges beobachten, welche sich überfallartig und in Massen über die jungen Spitzen hermachen. Ein wunderschöner Falter übrigens!
  • Biomasse, welche man als Mulch verwenden kann, ist häufig nicht im Überfluss vorhanden, vor allem auch stickstoffhaltige. Eine Brennessel-Ecke kann man regelmässig abmähen und zerkleinert als düngende Bodenbedeckung verwenden.
  • Brennessel-Jauche ist einfach herzustellen und wird verdünnt als biologischer Pflanzenschutz und Dünger im Nutzgarten ausgebracht.
  • Ein Tee aus den Blättern ist nicht nur für Schwangere gesund. Aber Achtung: je grauslicher, desto gesünder.
  • Wer es gerne auf die harte Tour mag, der setzt die Wirkung der feinen Brennhaare als Therapie ein. Mein Frau hat auf diese Weise erfolgreich ein Rückenleiden behandelt.

Ein Hoch also auf die "unproduktive" und "unordentliche" Brennessel-Ecke im Garten!

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Kommentare (5)  Permalink

Kommentare

Daniel Huber @ 07.08.2007 16:01 CET
Auch ich kann die brennessel nur empfehlen!
Auf meinem Balkon in einem Topf angepflanzt (natürlich Kopfschütteln von allen Besuchern) kann ich berichten, dass sie (die Brennessel und nicht die kopfschüttelnden Besucher) die Artenvielfalt auf meinem Balkon rapide ansteigen liess. Man glaubt gar nicht, wie viele unterschiedliche Insekten sich da verpflegen.
Reto Stauss @ 08.08.2007 06:33 CET
Angepflanzt? *hahah* im Ernst? Das Kraut wächst doch überall von alleine ...
Daniel Huber @ 08.08.2007 07:44 CET
Bodeneben schon... aber im 3. OG ?? bei mir ist sie nicht von alleine gewachsen. :( Könnte aber auch daran liegen, dass in den meisten Trögen das Substrat zu mager ist.. :) und ich eigentlich nie hinpinkle :)
Reto Stauss @ 08.08.2007 07:55 CET
> und ich eigentlich nie hinpinkle :)

Das weisst Du nur nicht mehr ;-) ... wobei die wilden Jahre ja vorbei sind, gell.
Lilly @ 05.10.2007 20:28 CET
Auch ich stoße nur auf Kopfschütteln aufgrund meiner "Brennesselecke". Wie lange ich mit meiner Vermieterin darum kämpfen musste, erwähne ich lieber nicht. Aber Fakt ist, dass die Ecke nun da ist und ratet mal, wer genüsslich ab und zu mal ein Gläschen Brennesseltee trinkt? ;-)

Viele Grüße
Lilly
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