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Ware zu Mann

Ein wichtiges Prinzip in der Logistik ist "Ware zu Mann", sofern die Auftragsbereitstellung nicht komplett automatisiert ist. Dabei wird zum Beispiel eine Palette mit Fertigsuppen per Transportsystem zum Kommissionierer oder Packer gebracht. Er nimmt dann die für den Auftrag erforderliche Menge runter und die Palette mit dem Restbestand fährt wieder ins Lager.
Unsere Konsumwirtschaft funktioniert grösstenteils genau andersrum: die Konsumenten bewegen sich zu einer zentralen Stelle, wo sich die Ware befindet und transportieren sie anschliessend nach Hause.

Bus
Quelle: pixelio.de
Das war nicht immer so. Obwohl noch in zartem Alter, kann ich mich noch an den weiss-moosgrünen Bus mit dem orange-roten M erinnern (leider habe ich kein Bild gefunden). Das fahrende Einkaufszentrum brachte das Lebensnotwendige ins Quartier.

Scheinbar gibt es das in bestimmten Nischen auch heute noch. Der Schuh-Bus zum Beispiel verkauft erfolgreich Sicherheitsschuhe, dort, wo sich potentielle Kunden tagsüber aufhalten: am Arbeitsplatz.

Konklusion: Könnte dies nicht ein Ansatz sein für Produzenten, welche lokal produzieren und auch lokal verkaufen wollen. Wochenmärkte sind eine Verkaufsform für eine bestimmte Käufergruppe, aber nicht für alle passt Zeit und Ort, zu und an denen sie stattfinden. Warum nicht "Ware zu Mensch" (um das mal geschlechter-sprachlich korrekt auszudrücken) praktizieren?

Ein Gemüser könnte beispielsweise Industrie- und Gewerbegebiete in der Nähe abklappern, die arbeitende Bevölkerung muss schliesslich über Mittag und dann auch abends essen. Dies liesse sich beliebig mit dem Bäcker, Obstbauern oder Metzger kombinieren.

Nur so eine Idee ...
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Kommentare (4)  Permalink

Kommentare

elmano @ 13.04.2007 16:53 CET
An sich ne nette Idee, aber IMHO nicht wirklich umsetzbar.
Ein Bäcker aus meiner Umgebung machte schon sowas schon mal und stellte sich mit seinem Wagen täglich neben den Supermarkt. Dort war allerdings auch schon ein Bäcker vorhanden. Einige Jahre ging es gut, jetzt ist der Wagen weg.

Nach deinem Vorschlag würden also viele Bäcker auf die Idee kommen sowas zu veranstalten. Ergebnis wäre wohl nur ein Verdrängungswettbewerb an den günstigen Standorten. Oder es wäre wirtschaftlich einfach nicht lohnend. So kann ich mir nicht vorstellen, dass ein Gemüsehändler mit so einem Wagen über die Runden kommen würde.

Abgesehn davon müsste man mal durchrechnen, in wie weit das umweltverträglich wäre, wenn jeder Kleinproduzent anfängt mit nem Kastenwagen durch die Gegend zu gondeln.

Ich bevorzuge die Variante einer guten Homepage mit Bestellmöglichkeit und Lieferdienst zu vernünftigen Konditionen, oder halt die klassischen Wochenmärkte. Ersteres ist für die Kunden entspannter, die nicht auf Märkte gehen (können).
Auf dem Markt wiederum kann man mit den Verkäufern reden und den ganzen Kram verkosten. Find ich persönlich sehr angenehm.
Reto Stauss @ 16.04.2007 06:40 CET
Ja, wahrscheinlich rechnet sich so ein Bus nicht (oder nur in bestimmten Nischen wie Sicherheitsschuhen).

Umweltverträglicher ist es, wie auch ein Studie zu Onlineshopping zeigt ... ein Beitrag folgt.
Martin @ 27.04.2007 01:22 CET
In Männedorf lebt mein Bruder, der nach wie vor einen Biobauern hat, der ihm jeweils ein Set von saisonaktuellen Gemüsen im Abo vorbeibringt. Mein Bruder nimmt dabei alles ab, so gibt es keine Rosinen-Pickerei.

Zum Zentralisieren der Resourcen, sprich Shoppincenter: Dazu wird eine Gegenbewegung kommen, denn obwohl es es derzeit nicht grad so scheint, die Energie- und CO2-Diskussion wird es nicht mehr erlauben, mit dem Auto ins Glatt oder das neue Sihlcity zu karren. Derzeit sind diese Centers zwar noch ungeschlagen. Aber ich habe mir heute sagen lassen von einem Insider, dass keiner wirklich weiss, ob das neue Sihlcity "klappen" wird. Diverse andere Centers in der Schweiz stehen in den Startlöchern, sobald raus ist, wie's Sihlcity geht.

Dass ich keine Shoppingcenters und ihre Marketing- und Kunden-Bindungsmechanismen mag, habe ich wohl deutlich in http://www.orientierungshilfe.biz/blog/index.cfm/2007/3/22/Sihlcity--wieder-was-was-niemand-brauchte zum Ausdruck gebracht. Ich hoffe nicht, dass in der kleinen Schweiz solche Pseudo-Erlebniswelten es wirklcih schaffen, die tumbe Masse bewusstseinslos zu dröhnen.
Reto Stauss @ 27.04.2007 07:02 CET
Martin, leider ist es eine Tragik unserer Zeit (oder ein allgemeines, menschliches Prinzip?), dass wir mehrheitlich eine "tumbe Masse" sind, wie Du so schön schreibst, und wir uns in der Regel unbewusst treiben lassen.

Und wo gehen wir hin? Was kaufen wir? Dort, wo es am lautesten, und das, was am buntesten ist.

Mein liebster Ausdruck: "Dinge, die die Welt nicht braucht". Muss ich leider viel zu oft verwenden.
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