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Altaiapfel-Saat

Schon etwas bekloppt, wenn man heute etwas tut, was erst in zehn Jahren ein Ergebnis zeigt - eventuell. Der Altai-Apfel, d.h. eigentlich asiatischer Wildapfel aus dem Altai-Gebirge stammend, hat mich allerdings auf den ersten Blick fasziniert, als mir von Konstantin Kirsch Kernen zur Aussaat angeboten wurden.
Die aus dem mittelasiatisches Hochgebirge im Grenzgebiet von Kasachstan, Russland, der Mongolei und China stammende Sorte wird als Ursprung unseres Kulturapfels angesehen und ist der einzige essbare Wildapfel(?). Nutzbare, wilde Obstsorten sind rar, d.h. die Vermehrung von Obstbäumen kann nicht generativ über Samen erfolgen, sondern durch Veredeln (vegetativ).

Anders eben der Altai-Apfel, der eine Wildform ist: aus den Apfelkernen können wiederum gleiche Jungpflanzen gezogen werden. Genau aus diesem Grund steht im Moment ein Gefäss im Kühlschrank, gefüllt mit feuchtem Sand. Darin eingelegten Apfelsamen kommen dann nach 14 Tagen in den Boden resp. Topf. Aber eben, bis die erste Blüte zu erwarten ist, werde ich alt und grau sein.

Wer Kernen möchte, darf sich in zehn Jahren nochmal bei mir melden.
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Kommentare (7)  Permalink

Kommentare

Daniel Huber @ 24.04.2007 07:29 CET
Ich melde mich schon mal an... dieser Rohstoff scheint ja knapp zu werden.
Reto Stauss @ 24.04.2007 07:32 CET
Kernen?
elmano @ 24.04.2007 13:32 CET
Muss mal wieder den Miesepeter spielen... Wäre es nicht sinnvoller einheimische Sorten zu fördern? Es gibt genug alte Apfelsorten, denen eine Kultivierung gut tun würde, bevor sie in Vergessenheit geraten.

Außerdem kommt sowas ja einer Einschleppung von fremden Arten gleich. Dass sich sowas in den seltensten Fällen positiv auf Ökosysteme auswirkt, sollte bekannt sein.
Reto Stauss @ 24.04.2007 13:44 CET
@elmano: so gibt es wenigstens was zu diskutieren :-)

Einheimische Sorten fördern? Ja, sicher, mach ich auch. Wo es um den Erhalt von Sorten geht, welche robuster als heutige Kulturäpfel sind, damit weniger Pflege notwendig ist, macht es Sinn. Als Selbstzweck und zur Musealisierung, wie das auch mit Landschaft, Orten oder Gebäuden geschieht, habe ich kein Interesse.

Der Altai-Apfel ist keine fremde Art, sondern die ursprüngliche. Man sollte also eher von einem Reimport reden.

Eine starkes Argument für den Apfel ist das perfekte Einfügen in ein Permakultur-System: minimierter Energie-Einsatz und maximierte Integration in die natürlichen Abläufe durch die generative Vermehrung. Dazu gibt es was zu futtern für Mensch und Tier ...
elmano @ 24.04.2007 16:16 CET
@Reto: Freut mich, dass du gern diskutierst ;)

Was die alten Sorten angeht, gebe ich dir recht. Nur, um sagen zu können, "ich hab den ältesten" isses wirklich sinnfrei.

Den Reimport seh ich allerdings immer noch ein bisschen anders. Selbst wenn die Sorte irgendwann mal die ursprüngliche war, hat sich unser mitteleuropäisches Ökosystem ohne sie weiterentwickelt und könnte durchaus auf Schwierigkeiten kriegen, wenn sie jetzt (wieder?) hier heimisch würde. Im Tierreich gibts genug Beispiele dafür. Da wurden irgendwelche Tierarten ans andere Ende der Welt verfrachtet und verbreiten sich dort mangels natürlicher Fressfeinde nahezu ungehindert. Für Bäume fällt mir spontan nur die Weymouthkiefer ein. Eigentlich ein nordamerikanischer Baum, der z.B. in der Sächsischen Schweiz (also hier nebenan) verstärkt angepflanzt wurde. Durch seine robuste Art verdrängt er sehr schnell andere Baumarten. Jetzt haben die Förster alle Hände voll zu tun, wieder einen einigermaßen naturnahen und widerstandsfähigen Wald zu schaffen.

Wenn man das mal auf den Apfel überträgt könnte das heißen, dass er sich gut verbreitet (weil begünstigt gegenüber einheimischen Arten) und diese nach und nach verdrängt (ist ja schließlich auch für die Besitzer von Vorteil, solange er schmeckt). Betrachtet man diese Entwicklung mal auf wirklich lange Zeiträume, so könnte es zu einer quasi-Monokultur kommen. Wird diese dann z.B. von einer Krankheit betroffen, die nur diese Sorte angreift (oder einem Schädling), gibts ganz schnell ein Apfelproblem.

Ist n bisschen überdramatisiert, ich weiß...
Daniel Huber @ 24.04.2007 17:26 CET
@elmano:

Ich kann Deine Bedenken verstehen. Aber bevor wir diesen Urapfel als absolute Gefahr sehen, sollten wir mit ganz anderen "Importen" aufräumen. Ich denke die Problematik von Neophyten ist da zuerst zu lösen. (Übrigens Mais ist auch nicht einheimisch ! :) ) Wobei man halt auch fragen könnte wie wichtig diese Eingriffe tatsächlich sind. Ich verstehe die Pflanzenwelt als dynamisches System, das mit und ohne Eingriffe "funktioniert", die Pflanzenwelt ist einer stetigen Umwandlung unterworfen (man bedenke nur die Verschiebung der Permafrostzonen), diese Veränderungen laufen sehr langsam ab und können von uns nur schwer begriffen und beurteilt werden. Die Permakultur übrigens hat mit dem einigermassen durchdachten Import von Pflanzen überhaupt keine Probleme. Es ist sogar erwünscht auch ein paar "exotische" Pflanzen nutzbar anbauen zu können. Aber ich gehe mit Dir einig, dass gewisse Eingriffe in die Pflanzenwelt zu unschönen Resultaten führen kann.

@Reto
Ja ich kann auch auf Kernen warten :)
Reto Stauss @ 24.04.2007 17:35 CET
@elmano: Daniel hat doch schon ziemlich schön ausgedrückt, was ich in etwa zur Antwort gegeben hätte. Immerhin reden wir hier ja von einer Kulturpflanze, die sich wohl nur mit Hilfe des Menschen verbreitet. Und wie Daniel auch schon bemerkt hat, sind viele Kulturpflanzen Exoten, neben dem erwähnten Mais fällt mir Tomate und Kartoffel ein.

@Daniel: alles klar.
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