Was ist eigentlich ... Nachhaltigkeit?
Oft gehört, aber schwierig, einzuordnen: was bedeutet eigentlich Nachhaltigkeit? Übergeordnete Begriffe entziehen sich oft einer eindeutigen und klaren Definition und sind vor allem auch individuell geprägt. Praktisch jeder hat wahrscheinlich ein eigenes Verständnis von Liebe oder Glück.
Was verstehen andere unter Nachhaltigkeit?
Was verstehen andere unter Nachhaltigkeit?
- Johannes Fangmeyer sieht darin eine Lebensweise, die nur von den Zinsen des Naturkapitals lebt und die nur so viel Emissionen und Abfälle in die Umwelt läßt, wie diese verarbeiten kann.
- Für Stephan Janosch ist der Kern, so zu handeln, dass zukünftige Generationen die selben Chancen wie die jetzige haben, ohne die jetzigen Bedürfnisse zu vernachlässigen.
- Stefan Gärtner deutet Nachhaltigkeit als zukunftsfähiges Wirtschaften, d.h. dass wir unseren Kindern und Enkelkindern ein intaktes ökologisches, soziales und ökonomisches Gefüge hinterlassen.
- Die Umweltbildung Österreich lehrt, dass darunter eine normative Idee einer dauerhaften und umweltgerechten Wirtschaftsweise zu verstehen ist, die auf einer moralischen Verpflichtung gegenüber künftigen wie gegenwärtigen Generationen aufbaut.
- Das Lexikon der Nachhaltigkeit definiert den Begriff als dauerhaften Gleichgewichtszustand und eine Entwicklung, welche den Bedürfnissen der heutigen Generation entspricht, ohne die Möglichkeiten künftiger Generationen zu gefährden, ihre eigenen Bedürfnisse zu befriedigen und ihren Lebensstil zu wählen.
- Das Handbuch der Lokalen Agenda 21 weitet den Begriff zu einer Entwicklung der menschlichen Gesellschaft, die global, regional, national und lokal das Ziel verfolgt, die (Grund-)Bedürfnisse aller Menschen – gegenwärtiger wie künftiger – zu befriedigen und allen Menschen ein gutes Lebens zu gewährleisten.
- Bei Wikipedia findet man keine neue Deutungen, dafür aber den Hinweis auf den "Erfinder" Hans Carl von Carlowitz.
- Das Ministerium für Schule und Weiterbildung des Landes Nordrhein-Westfalen versteht darunter Lösungen, die ökologisches Gleichgewicht, ökonomische Sicherheit und soziale Gerechtigkeit zusammenführen und auf lange Sicht und weltweit stabilisieren können - ein Dreieck der Nachhaltigkeit.
- Franz Nahrada: "Zunächst: nicht die Wischi Waschi Bedeutung, die in Sprachdenkmälern wie "nachhaltiges Wachstum" und so weiter zum Ausdruck kommt! ... Also der ursprüngliche Sinninhalt ist: wie kann ein Ökosystem, das in wirtschaftlicher Beziehung mit dem Menschen steht, sich selbst erhalten."
- Matthias Kestenholz: "Ich finde die Definition aus dem Brundtland-Bericht nicht übel, leider vernachlässigt sie aber die Nachhaltigkeit zwischen heute lebenden Menschen und konzentriert sich einseitig auf zukünftige Generationen."
- Ruedi Baumann: "An kommende Generationen denken."
[Update] Nachhaltigkeit = ethischer Konsum? Hmmm, da habe ich was nicht verstanden ... (Via Ökoblog)
Kommentare
Danke für den Kommentar über Mineralwasser im Finanzblog. Über die falsche Verwendung des Wortes Nachhaltigkeit, habe ich mich schon mehrmals geäussert, denn heute ist fast alles nachhaltig.
Ich habe mir einmal erlaubt, das Blog nachhaltigBeobachtet in meine Blogroll auf zu nehmen.
Man dankt für die Aufnahme!
Und findet denn dieser Beitrag Gnade in Deinen Augen?
Der Frage dieses Artikels widme ich mich gerade ebenfalls ein wenig. Ergänzend zu der Frage, was Nachhaltigkeit ist, gibt es auf Johannes Fangmeyers Seite auch was zur Kritik am Nachhaltigkeitsbegriff. Das dort erwähnte Buch von Helga Eblinghaus und Armin Stickler, Nachhaltigkeit und Macht, habe ich vor fast 10 Jahren mal gelesen. Es ist leider elfenbeinturmmäßig-verkopft geschrieben und daher schwer verdaulich, aber mit interessanten Ausführungen, soweit ich mich erinnern kann. Demnächst mehr dazu hoffentlich bei mir.
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