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9 Vorschläge zur Abfallvermeidung und warum wir ihnen nicht folgen

Die zwei Kilogramm Haushaltsabfall, welche beim durchschnittlichen Schweizer anfallen, lassen sich vermindern, wenn man Verpackungen vermeidet:
  1. Jute statt Plastik: mehrfach verwendbare den Wegwerf-Gebinden vorziehen. Besser die Papiertüte zum Einkaufen mitbringen als auf die Dünnst-Tüten zurückzugreifen und lieber Bier aus der Flasche als der Dose. Noch besser: die eigene Verpackung mitbringen.
  2. Verpackungen selber mitbringen: noch vor einer Generation war das Milchkesseli bestens bekannt. Damit ging man in den bäuerlichen Genossenschaftsladen und liess sich die Frischmilch abfüllen. Warum sich nicht beim Metzger das Fleisch in ein eigenes Geschirr geben lassen?
  3. Lokal und frisch statt abgepackt und haltbar gemacht: berücksichtigt man den vielleicht noch stattfindenden Wochenmarkt, einen Hofverkauf des eventuell noch vorhandenen Landwirtes in der Nähe oder kriegt eine Obst- und Gemüsekiste angeliefert, dann wird automatisch eine Menge Abfall wegfallen, weil weniger verpackt ist.
  4. Im Laden entsorgen statt zu Hause: bei den grösseren Detailisten kann man Verpackungen gleich am Ausgang entsorgen. Damit bleibt der Müll beim Verursacher, was dort vielleicht den einen oder anderen Denkanstoss gibt ... aber das ist wahrscheinlich naiv.
  5. Selber produzieren: was aus der eigenen Werkstatt oder Garten kommt, braucht keine Transporthülle.
  6. Selber kochen: Fertig-Gerichte in Ehren, nach einem körperlich anstrengenden Tag geht manchmal nichts mehr, aber sie füllen nicht nur unsere Mägen, sondern auch die Tonne.
  7. Grosspackungen bevorzugen: wer aufgepasst hat in Geometrie (oder war es Geografie?) weiss noch, dass das Volumen stärker wächst als die Oberfläche, Grosspackungen haben also ein idealeres Verhältnis von Nutzinhalt zu Verpackung.
  8. Trennen: nicht vermeidbarer Müll sollte im Sinne von Abfallveredelung getrennt nach Wertstoffen entsorgt werden, damit möglichst wenig in der Verbrennung landet.
  9. Hahnen- statt Flaschenwasser: beim besten Willen kann ich nicht nachvollziehen, warum es hier in der Schweiz überhaupt einen Markt für Wasser gibt, welches gekauft und nach Hause geschleppt werden muss. Praktisch überall fliesst bestes Trinkwasser aus unseren Leitungen.
All diese Vorschläge sind keineswegs neu, sondern bestens bekannt. Ich behaupte, dass sich ein Grossteil des häuslichen Mülls vermeiden liesse, wenn wir keine Verpackungen mehr nach Hause bringen würden. Warum also handeln wir anders?
  • Imagemässig ist ein Desaster, den Metzger zu fragen, ob er einem bitte das Fleisch ins hingehaltene Tupperware abfüllt. Oder nicht? Kann sein, dass er und wir es überleben.
  • Wer kein Gedächtnis dafür hat, muss gut organisiert sein, damit er eine Tüte dabei hat, wenn er einkaufen geht. Der Peinlichkeitsfaktor ist dafür relativ gering, wenn man mit der gebrauchten auftaucht.
  • Auf dem Markt einkaufen? *Iiiiehh* Da rennen doch nur Selbergestrickte rum ... wann warst Du das letzte Mal da?
  • Die Verpackungen kann man nicht sofort im Laden wegschmeissen, weil man erstens von den Kassen her beobachtet wird und sich zweitens in den Dunstkreis von Rentnern und Ausländern begibt, die das gleiche aus anderen Gründen tun (und gleich noch die Entschuldigung hinterher für die Diskriminierung von zwei Minderheiten).
  • Selber kochen oder gar gärtnern? Nee, nee, man kriegt kaum den Dreck wieder unter den Fingernägeln hervor. Und überhaupt, ich habe keinen Platz und keine Zeit.
  • Ok, eine 5 kg-Packung Mehl ist nicht sexy und muss innerhalb einer gewissen Zeit verbraucht werden. Und schwer auch noch.
  • Ich kann doch meinen Gästen kein Leitungswasser vorsetzen, das ist zu billig. Was nichts kostet, ist nicht wert? Und natürlich fehlt das Markenkennzeichen.
Ok, genug moralgekeult. Nehme jetzt meine Weihnachts-Papiertüte und hole mir einen Betty-Bossi-Salat.

*patsch*
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Kommentare (6)  Permalink

Kommentare

Horst @ 26.03.2007 15:14 CET
Naja, beim Leitungswasser kenne ich die Verhältnisse in der Schweiz nicht, aber ungefiltert würde ich es in DE nicht trinken. Allerdings mit dem richtigen Filter biete ich es auch Gästen als was ganz Edles an. Immerhin habe ich mich ja lang damit befasst, wie am besten zu filtern ist: http://www.klier.net/wasserfilter-wasseraufbereitung.html
8-)
Reto Stauss @ 26.03.2007 15:28 CET
Laut offizieller Seite ist die Qualität in der Schweiz einwandfrei und hat den gleichen Mineralgehalt wie die Hälfte der verkauften Wasser.
Daniel @ 26.03.2007 19:30 CET
oder noch besser: man hat seine eigene quelle...
Reto Stauss @ 27.03.2007 07:15 CET
@Daniel: In der privilegierten Lage sind nicht alle. Übrigens eine sehr schöne Seite, die ihr da habt.
Stephan Janosch @ 27.03.2007 10:46 CET
Ich greife das Thema bei mir mal auf und berichte, wie ich das mache. ;-)
Manuel @ 30.03.2007 09:58 CET
Hmmm, aus welchen Gründen sortieren denn Rentner und Ausländer den Verpackungskrams aus? Doch aus den gleichen Gründen, aus denen der "echte Schweizer" (SCNR) es auch tun würde: es kommt nicht in den eigenen Kerrichtsack, ergo: es ist günstiger.

Dazu kommt das teilweise etwas komische Gehabe (zumindest in St.Gallen), dass Papier und Karton nicht gleichzeitig abgeholt werden können... was dazu führte dass wir bei Ikea die gesamte Karton-Umverpackung dagelassen haben. Praktischerweise hat Ikea neben Tonnen für Karton und Kunststoff auch gleich die ganze Palette (Dosen, Glas, Glühbirnen) etc. im Haus.

Was ich eigentlich sagen wollte: Ja, Umverpackungen bleiben im Laden ;-)))
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