BlogBilderBücherDossiersSuchenSchlagworteÜberKontakt
Kulturelle Revolutionäre

Kategorien

Schlagworte

Permakultur

Heizen mit Holz

Eigenbau

Barthühner

Selbstversorgung

mehr ...

Zum Thema

Gerne gelesen

.ch Blogger

Login

Im Gespräch: Tanja Eberle

Tanja Eberle ist Mitinitiantin des Gemeinschaft-/Ökodorfprojektes Lebende Welt. Eine detaillierte Projektbeschreibung gibt es hier.
Bitte erkläre kurz, wer Du bist und was Du machst.
Ich bin Tanja und meine ersten 17 Lebensjahre verbrachte ich in Mels, einer kleinen Gemeinde im Sarganserland. Danach zog es mich in die soziale Welt, bildete mich zur „Krankenschwester“ aus und sammelte meine Erfahrungen.

Vor 3 Jahren (nun ein wenig älter), entschied ich mich für eine Lebens-Veränderungs-Neu-Orientierung und gründete zusammen mit Thomas ein landwirtschaftliches Projekt in Ungarn, welches sich auf „leben lassende Welt“ aus dem ungarischen übersetzen lässt. Eine Vision, in dem ermöglicht wird, mit Achtung und Respekt unsere Mutter Erde zu pflegen, davon leben zu können und Menschen um sich zu haben, welche die Gesetze der Natur kennenlernen wollen und bereit sind zu wachsen in einer Gemeinschaft, welche zur Zeit aus Thomas und mir besteht.

Was ist das Projekt "Lebende Welt" und wer macht mit?
Die Frage zu beantworten; was ist das Projekt „Lebende Welt“ stellt mich immer wieder vor ein ähhhhhhhhhhhmmmmm was sag ich denn jetz bloss......für mich ist es eine Lebensphilosophie, und das Projekt spiegelt mir meine persönliche Weltanschauung. Um welche genaueren Grundhaltungen es geht, kann jeder auf unserer Homepage nachlesen, in dem das Konzept des Projekts detailliert ersichtlich ist.

Wie ist die Idee entstanden?
Die Idee entstand durch eine Lebenskrise. Fragen über den Sinn des Lebens, des Seins etc. ermöglichten Thomi und mir uns neu zu orientieren und getrennt voneinander formulierte jeder seine Lebens-Vision, danach tauschten wir diese aus und das Projekt wurde geboren.

Wo steht das Projekt heute?
Wir stehen mitten in der Umsetzung des Gestaltens und Pflegens. Wir sind dabei, uns ein Zuhause zu schaffen. Und damit wir den ganzen Sommer finanziell existieren und weiter machen können an unserer Lebensvision, gehe ich und Thomas im Winter in die Schweiz temporär arbeiten. Das Projekt ist selbsttragend und wir finanzieren alles aus eigener Tasche und sind dementsprechend unabhängig und haben keine Schulden.

Wie seid ihr auf Ungarn gekommen?
Nach langem hin und herwählen, welches Land für ein solches Projekt wohl geeignet ist, entschieden wir uns, einen Bekannten von Thomas in Ungarn für 2 Wochen zu besuchen. Heimlich fragte ich mich, wo denn Ungarn liegen würde.....

So nahm alles seinen Lauf, und heute nach fast 3 Jahren fühle ich mich in Ungarn zu Hause. 40 Hektaren Land warten darauf gepflegt zu werden. In diesen Monaten erbauten wir zu zweit ein Lehmhaus in der Grösse von 5 mal 7 Meter, mit einer Veranda drumherum, so wie im wilden Westen.........haben selber Lehmziegel produziert und die Herstellung verbessert sich von Sommer zu Sommer.

Wir organisierten uns Wasser durch eine risikofreudige und teure Wasserbohrung, welche uns nun für ca. 2 Dörfer mit Wasser versorgen könnte. Folienhäuser sorgen für Wetter-Sicherheit, einen kleinen Garten und eine Baumschule lassen uns immer wieder in Staunen versetzen. Das Dorf zählt ca. 350 Einwohner und dazu dürfen wir uns auch zählen, so herzlich und liebevoll wurden wir aufgenommen und bekommen alle nur erdenkliche Unterstützung von ihnen sowie Verständnis bei der Aussprache ihrer wirklich exotischen und anziehenden Sprache .

Was für Leute sucht ihr?
Ich suche keine Leute mehr ...... meine Erkenntnis dieses Jahres. Jeder Mensch befindet sich auf einem Weg und wenn es Zeit für jemanden ist, dann teilt sie/er diesen Weg mit uns. Die Menschen werden mitmachen, ohne dass wir sie suchen müssen.

Was ist an finanziellen Mitteln notwendig, um bei euch einsteigen zu können?
Die finanziellen Mittel, welche/r jemand mitbringen soll, liegt zwischen 0.- und unendlich. Für viele erschreckend, wenn plötzlich eine Vision so greifbar nah wird. Wir sammeln Erfahrungen, dass heisst, als ich in deiner Homepage stöberte, stiess ich auf das Buch Gemeinschaften. Gleich zog es mich in den Buchladen und bestellte es.

Wirklich ein tolles und faszinierendes Buch, welches mir bewusst macht, wo ich stehe in der Auseinandersetzung mit meinem Ich und meinen vielen Spiegeln. Ich bin mir auch bewusst geworden, welche Aufgabe mir in nächster Zeit zuteil wird. Die vielen Gespräche mit Menschen, Diskussionen über das Projekt, übers Mitmachen, über Rechte und Pflichten, über Besitztum der Hektare über die Struktur und Aufbau der Gemeinschaft sind und waren bis jetzt „nur Gespräche und Auseinandersetzungen“.

Wie sind die Eigentumsverhältnisse geregelt?
Thomas und ich haben Varianten über Eigentumsverhältnisse, die wir vorlegen können, Pachtverträge über 100 Jahre, Verkauf einer Hektare, wenn jemand ungarischer Staatsbürger ist. Lösungen haben wir in unseren Taschen.

Wie werden gemeinschaftliche Fragen geregelt und entschieden?
Gemeinschaftliche Fragen möchten wir auch gemeinschaftlich lösen und entscheiden. Dabei wird mir unter anderem das Buch „Gemeinschaften“ ein guter Coach sein können, ich lerne in Bezug auf Gemeinschaftsleben und kann diese Frage nur so einfach beantworten, alles kann daraus entstehen und eine neutrale Person, welche uns coachen wird, habe ich bereits beim Universum bestellt.

Habt ihr Gescheinschaftserfahrung und/oder Beratung von aussen?
Ja, ich habe Erfahrungen mit Gemeinschaften z.B. mit einer Dorfgemeinschaft, tägliche Teamarbeit in meinem Beruf oder meiner Familie. Doch die Erfahrung mit einer Gemeinschaft, mit welcher ich meine Lebensvision teilen darf, die fehlt mir noch. Und wünsche mir, sie bald machen zu dürfen.
 Permalink

Kommentare

Keine (weiteren) neuen Kommentare erlaubt.