BlogBilderBücherDossiersSuchenSchlagworteÜberKontakt
Kulturelle Revolutionäre

Kategorien

Schlagworte

Permakultur

Heizen mit Holz

Eigenbau

Barthühner

Selbstversorgung

mehr ...

Zum Thema

Gerne gelesen

.ch Blogger

Login

Grobfeinstaub oder der ideale Holzofen

So gerne ich mit Holz heize, so wenig gefällt mir, dass ich damit laut BAFU einen Teil zu den 8 % - der Anteil der Holzheizungen an der Gesamtfeinstaubbelastung - beitrage. Noch weniger gefällt mir, dass ausgerechnet die langlebigste und am problemlosesten zurückbaubare Variante der Holzöfen eine der Hauptverdächtigen ist.
Traditionelle Kachelöfen, wie sie der Hafner meines Vertrauens baut, halten über Generationen. Der älteste, den ich selber gesehen habe, hatte eine Kachel mit einer Jahreszahl aus dem späten 17. Jahrhundert. Einen solchen Ofen entsorgen könnte man im eigenen Garten, werden doch praktisch nur "natürliche" Materialien verwendet: Sand, Lehm, Ton, ein wenig Zement und Eisen.

Hauptursache für den entstehenden Feinstaub in einer Holzfeuerung sind nicht optimale Verhältnisse im Brennraum, d.h. bei zu niedriger Verbrennungstemperatur. Dies kann durch falsche Luftzufuhr oder feuchtes Holz verursacht sein. Folge: Russ, Pech, wenn die Feuchtigkeit zu hoch ist, sowie eben Feinstaub.

Der österreichische Kachelofenverband - nicht ganz frei vom Unbefangenheitsverdacht - findet allerdings Argumente für den Kachelofen - trotz der Problematik:
  • mehr als die Hälfte des lokalen Feinstaubes wird anderswo verursacht
  • Feinstaub aus Holzfeuerungen haben einen gesamthaft gesehen kleinen Anteil an den Emissionen
  • der Feinstaub aus Kachelöfen hat einen sechsmal grösseren Durchschnitts-Durchmesser als z.B. Dieselruss, was für Menschen wesentlich weniger schädlich sein soll
Sei es, wie es will. Aus meiner Sicht ist der Kachelofen gesamtheitlich betrachtet allen anderen Heizsystem überlegen, aber leider auch nicht die eierlegende Wollmilchsau. Dazu kann ich mich relativ einfach selber mit dem notwendigen Brennstoff versorgen. Also trotzdem erste Wahl.

Quellen:
Ähnliche Beiträge:
Weniger Feinstaub beim Feuern mit Holz
Komprimiert: Heizen mit Holz
Noch mehr Feinstaub
Haus(um)bau: Ein Grundofen entsteht
Rettung aus der Not: die öko-korrekte Anzündhilfe
Kommentare (9)  Permalink

Kommentare

Stephan @ 15.02.2007 16:48 CET
Gibt es bei euch Speckstein? Ich habe schon einige Kachelöfen auseinander genommen und abgerissen und habe bisher min 2. Specksteinöfen im Aufbau gesehen.

Vom Gefühl her würde ich sagen, verbrennen die Specksteinöfen das Holz noch besser als Kachelöfen.
Reto Stauss @ 17.02.2007 13:34 CET
Specksteinöfen, die ich kenne, sind sogenannte "Schwedenöfen", die in einer anderen Liga heizen wie Kachelöfen.

Üblicherweise werden sie nicht als Speicheröfen verwendet, sondern eher, um einen Raum schnell zu heizen. Die mit Speckstein verkleidete Variante hält die Wärme dabei etwas zurück.

Kachelöfen in meinem Verständnis werden einmal im Tag angefeuert und halten dann die Wärme über 24 Stunden. Das bedingt natürlich Masse, die als Wärmespeicher wirkt. Die Dinger haben locker ein Volumen von einem oder mehr Kubikmetern und ein Gewicht von ein, zwei Tonnen.
Stephan @ 17.02.2007 18:58 CET
Dann haben wir beide (scheinbar?) eine unterschiedliche Auffassung von "Schwedenöfen".

Ich kenne Specksteinöfen nämlich als tonnenschwere (aber schöne) Vollsteinöfen, die nur ganz wenig Metall und Glas (im Bereich der Öffnungen) besitzen. Dort heizt man 2-3 größere Körbe Holz und durch die hohe Masse (min. 2 Tonnen) heizt der Ofen dann min. 24 h.

Es geht sogar die "Weißheit" rum, dass man in Skandinavien neue Holzhäuser um alte Specksteinöfen baut(e). Der Ofen also das Haus überlebt und für mehrere Hausgenerationen erlebt.

Die Kachelöfen die ich mit abgerissen habe, waren allesamt leichter und wurden viel mit Braunkohle beheizt. Dementsprechend stark waren sie verascht. Manchmal war mehr Asche als Kachel am Ofen zu finden.

Von einem anderen Kaliber sind die alten Kachelöfen die ich von Burgen und Schlössern im Alpenraum kenne. Das sind teilweise wahre Prachtöfen, deren Masse man nicht wirklich "sieht". Mit Sicherheit sind das tonnenschwere Geräte.
Stephan @ 17.02.2007 19:00 CET
Hab was vergessen: Die von mir benutzten Speckssteinöfen (die ich oben beschrieb) brauchen eine gewisse Zeit bis sie wärmen.

Als schnelle Heizer kenne ich sie nicht. Obwohl es da sicherlich verschiedene Bauweisen gibt.
franz @ 22.04.2008 09:53 CET
Hallo
Also ich habe den letzten Winter über mein Haus mit einem Nigelnagelneuen Kachelofen beheizt. Leider ist das Haus, bzw. der Keller noch nicht fertig isoliert und brauchte daher mehr Holz als vorgesehen. Das soll sich aber im nächsten Winter ändern. Mein Haus hat 2 Etagen und daher im oberen Stockwerk einen Satelliten. Dieser wird vom Kachelofen im EG beheizt. Je nach Klappenstellung. Beide Öfen (eigentlich ist es nur einer) wiegen ca. 4.5 Tonnen. Übringens habe ich eine Wohnfläche von ca, 170 qm. Da ich das Haus vollständig renoviert habe habe ich auch noch einige Wände entfernt womit ich jetzt anstelle eines 7,5 Zimmerhauses nur noch ein 2 Zimmerhaus habe. Hat auch mit der Art des Heizens zu tun. Laut Ofenbauer wird der jährliche Holzverbrauch zwischen 5 und 7 ster betragen.
Reto Stauss @ 22.04.2008 10:18 CET
@franz: eine Satellitenlösung haben wir für unseren Umbau auch angeschaut, allerdings geht das nur, wenn man wenig bis keine Raumteiler hat. Mit Kindern nicht so das Wahre ... wir haben uns deswegen doch für eine Holz-Zentralheizung mit Radiatoren entscheiden. Allerdings heizen wir das EG in Zukunft immer noch per Kachelofen.
hans @ 01.05.2008 08:19 CET
kann mir einer sagen wie so ein Ofen gebaut wird? Wäre es mir möglich einen Ofen der zerlegt ist zu kaufen und neu aufzubauen?
Reto Stauss @ 05.05.2008 07:42 CET
@hans: welchen Ofen meinst Du jetzt? Kachel-/Grund, Speckstein oder Satellit?
Sten @ 22.10.2008 11:03 CET
Manchmal sollte man nicht so sehr drüber nachdenken. Immerhin heizt Du nachhaltig mit Holz, anstatt fossile Brennstoffe zu verbrauchen. Vielleicht hilft ein etwas bewussteres Heizen, damit die Feinstaubbelastung etwas minimiert ist.

So ein alter Kachelofen hat für mich irgendwie eine Seele mit Geschichte.
Keine (weiteren) neuen Kommentare erlaubt.