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LOHAS vs. LOVOS

Die Marketingindustrie liebt es, Zielgruppen zu identifizieren und griffig zu bennen. Schönes Beispiel: DINKY, was soviel wie "Double Income, No Kids Yet" bedeutet, also Doppelverdiener ohne Kinder.
Nun scheint auch die Gruppe der Menschen, welche nachhaltiger leben wollen, eine kritische Grösse erreicht zu haben. Dafür wurde der Begriff LOHAS kreiert - "Lifestyle of Health and Sustainability", also gesunder und nachhaltiger Lebensstil - und man riskiert, damit betitelt zu werden, wenn man eben gesund und nachhaltig konsumiert.

Man munkelt, Prinz Charles könnte ein LOHAS sein und habe deswegen seine (Flug-)Reise nach Klosters abgesagt.

Eine für die Komsumindustrie uninteressante Gruppe, aber mit gewissen Gemeinsamkeiten mit den LOHAS, sind die LOVOS, welche bewusst einen einfacheren Lebensstil resp. eine freiwillige Einfachheit anstreben ("Lifestyles of Voluntary Simplicity").

Ohne mich eindeutig zu etikettieren, habe ich doch deutliche Sympathien für letztere Gruppe. Definitv sicher ist, dass ich nicht mehr zu den DINKY gehöre ... und irgendeine Schublade bräuchte man ja, um sich ein bisschen zu Hause zu fühlen.
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Kommentare (6)  Permalink

Kommentare

Bine @ 31.01.2007 13:05 CET
ich bin dann wohl ein stinoevopuk.
stinknormaler einzelverdiener ohne partner und kind.

ich muß übrigens bei "freeflux" immer an sodbrennen denken...
Reto Stauss @ 31.01.2007 13:13 CET
*prust* stinoevopuk ...

Aber ich kann echt nix für Deine unangenehmen Assoziationen (richtig geschrieben?), aber die Weisskittel haben sicher was dagegen. Was zum Schlucken, meine ich.
Christian @ 04.09.2007 08:28 CET
Wie Du richtig schreibst, ist das letzlich nur für die Marketingindustrie interessant um eine homogene Vorstellung von größeren Gruppen zu entwickeln. Ob ein einzelner Mensch Lovo, Loha, Best Ager oder Moderner Performer ist lässt sich nicht feststellen. Schlimmer noch: Der Loha geht wählen wie ein pragmatischer Idealist, kauft Cola wie die Konformisten des Andersseins und treibt sport wie Jugendliche in Großsstädten zwischen 14 und 16 Jahren. Ich finde hört auf Euch mit Kategorisierungen zu identifizieren Leute.
Kap Horn @ 06.03.2008 12:49 CET
Hej!

Jetzt hab ich hier mal etwas "diagonal" gelesen damit ich diese neuen "Stämme" die unsere "schöne, neue Welt" bevölkern auseinander halten zu können.

Und was mich wirklich mit Schadenfreude fuellt, ist, dass die "Freiwilligen" keine homogene Gruppe ausmachen!
Du findest da alle möglichen Menschen in allen sozialen Schichten, und da bekommen die Reklamemacher keinen Griff drum!
Den bisher einzigen Markt fuer diese Leute den ich gesehen habe existiert hauptsächlich in den USA in Form von Buechern.
Wie soll man denn zB jemandem ein Auto andrehen, wenn es einfacher ist, aus freiem Willen erst gar keins besitzen zu wollen!

Die, welche hingegen einen Livstyle der "Gesundheit" wählen, muessen ja auch die notwendigen Aterialien dazu herzeigen können.
"Ich bin ein sportlicher Typ, sieht man ja schon daran, dass ich einen: Sportwagen fahre, sportliche Kleider einer gewissen Marke anziehe, braungebrannt nach aktivem Wintersport bin oder halt die "richtigen" Nahrungsmittel kaufe, weder rauche noch trinke, alles nur "natuerlich" bei mir ist.
Und dann kurzerhand ihren SUV mit "natuerlichem" wiedererneuerbarem Biokraftstoff fuellen.
(dass die Sache mit dem Biokraftstoff todgeboren ist sehe ich an den unglaublichen Mengen Treibstoff die ich zB zu dem nur duennbesiedelen Nordfinnland mithelfe zu transportieren)

Kap Horn

der schon immer ein simpler Mensch gewesen ist
Reto Stauss @ 07.03.2008 09:43 CET
@Kap: ja, LOVOS sind ein undankbares Pack. Wie soll man Konsum-Muffel bewerben? Allerdings ist die Gruppe wohl auch eher zu klein, um interessant zu sein ...
eike @ 08.06.2008 21:28 CET
Rollen - Etiketten und der andere Kram...

Rollen haben den Nachteil, das sie geprüfte Verhaltensvorlagen liefern – in unserer Gesellschaft, die darauf aufgebaut ist, dass der Stellenwert und damit der Selbstwert durch andere definiert wird, sind Rollen und das erfüllen der Rollenansprüche scheinbar ein Garant für ein gutes Gefühl.
Dumm nur, dass es so etwas wie den Rollenerfüllungswettbewerb gibt, der dazu führt, dass immer wieder, trotz quasi belegtem Wohlverhalten, die rechte Lebensfreude nicht aufkommen, der rechte Lebensfunke nicht überspringen will.
Die Frage nach dem Wer bist Du /bin ich wird fast immer stereotyp mit einer Reihe von Rollennamen beantwortet. Damit ist klar, dass wir nicht wissen wer wir sind, wohin wir gehen. Wir haben irgendwann den Kontakt zu uns verloren und suchen ihn jetzt verzweifelt. Das ist die Suche; das Bedürfnis, das wir aus dem Überangebot von Ersatzstoffen immer wieder gern und mechanisch zu befriedigen suchen.
Paradox: Selbstwertgefühl kann nur in Verbindung mit Konkurrenz existieren – sobald wir also darüber sinnieren, welchen Wert wir uns selbst einräumen (allein diese Frage scheint mir vollständig verdreht), haben wir mittelbar bereits akzeptiert, das die Maßstäbe von außen angelegt werden. Mithin andere unser Gefühl direkt beeinflussen. Also ist die Frage nach dem Selbstwertgefühl beinahe automatisch der Verlust einer ungetrübten ICH-Wahrnehmung.

Nur so sind die unzähligen Etiketten, Begriffe udn Schubladen zu erklären, die Menschen, Handlungen oder Ereignisse kategorisieren, um sie in den Griff zu bekommen.

Eike Elser 08-06-2008
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