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Im Gespräch: Ruedi Baumann

Ruedi Baumann war so freundlich, sich mir für ein kurzes Interview per E-Mail zur Verfügung zu stellen. Ruedi ist prominenter Expolitiker, Biobauer, Autor und Blogger. Thema des Interviews: Nachhaltigkeit.
Was bedeutet für Dich der oft verwendete Begriff Nachhaltigkeit?
Wie das so ist mit neuen Begriffen: zuerst gut gemeint und dann von allen vereinnahmt und zweckentfremdet. Inzwischen gibt es beispielsweise eine nachhaltige Finanzpolitik, die unter anderem sagt, man könne jetzt nicht in erneuerbare Energien investieren, weil sonst die Schulden für die nächste Generation anwachsen würden usw. . So gesehen berufen sich sogleich Befürworter wie Gegner der Alternativenergien auf die Nachhaltigkeit.

Kannst Du den Begriff Nachhaltigkeit in einem Satz umschreiben?
An kommende Generationen denken.

Praktizierst Du 'nachhaltiges' Leben? Wenn ja, wie konkret?
Verglichen mit den Menschen in Afrika lebe ich oekologisch "auf zu grossem Fuss". Verglichen mit westlichen Städtern sind wir privilegiert und leben "nachhaltiger". Konkret: wir betreiben soweit möglich Selbstversorgung, Heizen mit eigenem Holz, arbeiten als Biobauern am Wohnort usw. Aber: wir haben ein Auto, ein Traktor, machen Reisen....

Machst Du Dir ein Gewissen wegen dem zu grossen Fussabdruck?
Wir können nicht Einschränkungen von anderen Erdenbewohnern verlangen, wenn wir diese Auflagen selber nicht einhalten.

Wie weit geht bei euch Selbstversorgung?
Möglichst alles Gemüse aus dem eigenen Garten, Obst, Nüsse, Wein, Bioweidefleisch, Enten und Gänse vom Nachbar. In der Schweiz produzieren wir Strom mit einem alten Wasserrad, Warmwasser mit Sonnenkollektoren.

Was hälst Du von der auf Hochtouren laufenden Klimadiskussion?
Es ist fünf vor zwölf und Zeit, endlich etwas Mutiges zu tun!

Und was könnte das Mutige sein?
Beispielsweise Flugbenzin besteuern (Lenkungsabgabe zu Gunsten des Südens).

Denkst Du, das wir uns wieder mal auf den Abgrund zubewegen? Gehörst Du eher zu den Pessimisten oder den Optimisten, was die ganze Umweltthematik betrifft?
Ich zähle mich zu den unverbesserlichen Optimisten und bin sicher, dass die Menschheit nach vielen Irrungen und Wirrungen auch oekologisch "die Kurve kriegt"... Allerdings wäre vieles mit weniger Schäden und Leid verbunden, wenn wir rechtzeitig die zwingend notwendigen Massnahmen getroffen hätten oder treffen würden (oekologische Steuerreform, Kyoto-Protokoll, Förderung Biolandbau usw., usw.

Und wenn jeder eigenverantwortlich das getan hätte, was man hätte tun können?
Dann wäre einiges besser, aber trotzdem: der Staat, die Gesellschaft sollten die richtigen Anreize verankern.

Hast Du gewusst, dass es einen Eintrag von Dir in Wikipedia gibt? Und das Google gegen 100'000 Resultate (bereinigt von Namensvettern) mit Deinem Namen zurückgibt? Was ist das für ein Gefühl, so 'verewigt' zu sein?
Mein Sohn hat es mir gesagt. Es gibt keinen Grund stolz zu sein, sondern wir müssen bescheiden akzeptieren, dass wir politisch (noch) zuwenig erreicht haben...

Wir? Pluralis Majestatis? Noch? Bist Du politisch noch aktiv? Nichtpolitisch hast Du mehr erreicht?
Unter "wir" verstehe ich alle vernunftbegabten Menschen. Ich war und bin immer politisch aktiv.
Als Parlamentarier hat man mehr Möglichkeiten mit seinen Anliegen über die Medien an die Öffentlichkeit zu gelangen.
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